Tipps für mehr Natur im Alltag: Ein Prost auf die Natur!
Einfach, frisch, natürlich: So wird Kochen zum täglichen Naturerlebnis.
Was für ein freudiger Anblick. Ich stehe mit einem Bund weisser Badischer Spargeln in der Küche und habe das Gefühl, mir ein Stück Landschaft hereingeholt zu haben − in diesem Fall die Oberrheinische Tiefebene, die als eine der fruchtbarsten Regionen Zentraleuropas gilt.
Die «Königinnen der Gemüse», wie die weissen Spargeln in Frankreich genannt werden, quietschen bei Reibung mit ihren Artgenossen fröhlich vor sich hin – ein untrügliches Zeichen ihrer Frische. Ich betrachte sie wie ein Kunstwerk und freue mich beim Anblick dieser divenhaften Naturwunder, die sich nur wenige Wochen im Jahr die Ehre geben.
Zu meinem «mise en place» gesellen sich gelb-weisser Löwenzahn, den ich im Milchhüsli gefunden habe – frisch aus dem Boden gerupft, noch mit seinem Wurzelwerk verbunden. Und knackige Radiesli mit ihren wunderschönen, riesigen, grünen Blättern (die bei mir ebenfalls im Salat oder Pesto landen). Einer gelungenen Vorspeise steht somit nichts mehr im Weg. Fehlt nur noch ein weiteres Naturprodukt in Form eines Pfeffigner Riesling-Sylvaners, bei dessen Traubenlese ich jedes Jahr mithelfe. Vinifiziertes Glück in einem Glas. Natur und vor allem Genuss pur.
Um Natur zu erleben, muss man nicht zwingend barfuss über Alpenwiesen tanzen oder mit Ziegen per Du sein. Eine alltagstauglichere Form von Naturverbundenheit kann auch sein: nicht in die Natur hinauszugehen, sondern sie hereinzulassen. In den Topf, auf den Teller, ins Glas und in unsere Herzen. Natur nicht als grosses Projekt, sondern als bewusste, genussvolle Gewohnheit. Also: Sinne aktivieren, frisch, regional-saisonal kochen und vor allem geniessen – am besten täglich.