Schwerpunkte

«Wahlen 2023»

Als die Schweiz zuletzt ihr Parlament wählte, war Corona noch ein Bier und Deutschland ging mit Nord Stream 2 auf Tuchfühlung zum Kreml. Ein Jahr vor den Wahlen 2023 präsentiert sich die politische Grosswetterlage stark verändert. Das wird nicht nur entscheidend sein für die Machtverhältnisse in Parlament und Bundesrat, sondern auch für die Zukunft des politischen Systems. Die Konsensdemokratie Schweiz steht vor einer Bewährungsprobe.

«Steuerstaat»

OECD und G20 haben eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent für Unternehmen aufgegleist. Unter der Etikette der Gerechtigkeit wird ein Kartell geschaffen, mit dem die Steuern global nach oben harmonisiert werden. Die Leidtragenden sind vor allem kleine Länder. Die Schweiz muss neue Wege suchen, um als Standort attraktiv zu bleiben.

«The End of California»

Kalifornien inspiriert, schafft und verkauft Träume. Die Realität sieht aber vielerorts düsterer aus. Zwar haben die Tech-Giganten immense Reichtümer geschaffen. Zugleich ist Armut weitverbreitet, und die Innenstädte von San Francisco oder Los Angeles versinken im Drogenelend. Ist der kalifornische Traum am Ende? Und was bedeutet das für die westliche Zivilisation, die er geprägt hat?

«Lokale Produktion»

Als die weltweiten Lieferketten mit dem Ausbruch der Coronapandemie durchgeschüttelt wurden, sind Rufe nach einer Verlagerung von Produktionen zurück nach Europa laut geworden. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland bremsen die Weltwirtschaft nun erneut. Dank Automatisierung wird die lokale Produktion auch in der Schweiz wieder realistisch. Das Autarkiestreben hat allerdings Grenzen. Diversifizierte Handelsbeziehungen sind der wichtigste Garant für Versorgungssicherheit.

«Gesichtserkennung»

Im öffentlichen Raum kann man sich bis heute weitgehend anonym bewegen. Doch mit automatisierter Gesichtserkennung erhält der Staat ein potentes Mittel zur Identifikation der Bürger. Auch wenn der dystopische Überwachungsalbtraum in der Schweiz noch fern ist – aus technologischer Sicht liesse er sich bereits heute verwirklichen.

«1848»

Der Sonderbundskrieg und die Gründung des Bundesstaats 1848 markieren einen Umbruch in der Geschichte der Schweiz. Während die liberalen Revolutionen damals in den meisten Ländern Europas scheiterten, wurde die Schweiz zu einem Hort bürgerlicher Ideen. Sie führten zu einem einzigartigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufbruch.

«Testlabor für Überwachung»

Mit marktwirtschaftlichen Reformen ist der Sieg des Sozialismus, von dem Chinas Parteiführung noch immer träumt, näher gekommen. Erreicht werden soll er mit einer lückenlosen Kontrolle der Bürger mittels Technik. Was heute in China umgesetzt wird, blüht bald auch in anderen Teilen der Welt.

«Blackout»

Eine anhaltende, schwere Strommangellage ist laut den Risikoanalysen des Bundes das derzeit grösste Risiko. Kommt es zu einem Blackout, werden die Versorgung und die innere Sicherheit stark gefährdet. Auch drohen riesige Schäden für die Wirtschaft. Eine Schönwetterstrategie hat die Schweiz in eine ungemütliche Lage gebracht. Was jetzt geschehen muss.

«Macht über Wissen»

In der Coronakrise verweisen Politiker gerne auf die Wissenschaft, um Entscheide zu rechtfertigen. Umgekehrt sehen sich Wissenschafter dem Vorwurf ausgesetzt, ihre Forschung an politischen Interessen ­auszurichten. Zwischen den beiden Bereichen verschwimmen die Grenzen zunehmend, nicht erst seit der Pandemie. Wann wird zu viel Nähe ungesund? Und wie bleibt die ­Wissenschaft frei?

«Kampfdrohnen auf Abwegen»

Zielgenau, effizient und vermeintlich risikolos: Drohnen sind aus einem zeitgemässen militärischen Konflikt nicht mehr wegzudenken – ob als Informationsbeschafferin oder hochpräzise Vernichtungswaffe. Der Einsatz der unbemannten Systeme birgt allerdings unterschätzte Risiken und wirft ethische Fragen auf.

Illusion eines Nullrisikos
Am Tag nach dem US-Drohnenangriff vom Sonntag, 29. August 2021, versammeln sich in Kabul Einwohner und ­Familienangehörige der Opfer neben dem beschädigten Fahrzeug. Bild: Bashir Darwish / UPI / laif.
Illusion eines Nullrisikos

Die US-Regierung versteht die Drohne als Wunderwaffe gegen den Terror. Doch ihre Attraktivität als vermeintlich risikoloses Instrument verleitet dazu, übermässig viele Einsätze zu fliegen. Das könnte kontraproduktiv sein.

«Es wird eng in der Stadt»

Wegen Homeoffice und Fernunterricht hätten viele Menschen gerne mehr Platz zum Wohnen. Auf dem Markt für Wohneigentum führt dies zu neuen Höchstpreisen, gerade auch ausserhalb der urbanen Zentren. Und in den Städten bleibt die Situation angespannt, auch weil ältere Mieter ihre grossen Wohnungen nur ungern verlassen. Welche Auswege aus der Enge führen – politisch und praktisch.

«Welthandel im Sturm»

Während der Pandemie erlitt der globale Handel Schiffbruch: Einem abrupten Nachfrageschock folgten Lieferengpässe und Handelsverzögerungen, der Preis zahlreicher Güter und Rohstoffe verteuerte sich massiv. Protektionisten erhielten Aufwind – doch das muss nicht so bleiben. Wie die Havarie der «Ever Given» zeigt, stockt der Freihandel nur zeitweise. Und kommt dann wieder auf Kurs.

«Trans: Das neue Unbehagen am Geschlecht»

Was einst «Transsexualität» hiess, ist im 21. Jahrhundert zunächst in «Transgender», dann in «trans» umbenannt worden. Unter denjenigen, die ihr Geschlecht ändern möchten, finden sich immer mehr pubertierende Mädchen. Transaktivisten fordern derweil nicht nur Sonderrechte für sich ein, sondern bekämpfen auch Frauen, die ihren Überzeugungen widersprechen.

«Verrat an der Mittelklasse»

Eine starke Mittelschicht ist entscheidend für nachhaltige Prosperität und eine stabile Demokratie. Doch das goldene Zeitalter des Bürgertums ist vorbei. Die Mittelklasse tritt an Ort, die Hürden für den gesellschaftlichen Aufstieg werden höher. Wie können wir dem bürgerlichen Traum neues Leben einhauchen?

«Digitale Diktatur»

Wo steuern wir da hin? Peking nutzt künstliche Intelligenz, um die Freiheit der Bürger zu unterdrücken. Können Demokratien ein Gegenmodell schaffen?

«Krise der Institutionen»

Trumps Mob, Black Lives Matter, Klimastreik: Weltweit häufen sich Proteste und Unruhen. Institutionen und Autoritäten sehen sich in ihren Grundfesten bedroht und geraten zunehmend in eine Existenzkrise.

«Politisierung der Justiz»

Politische Akteure versuchen zunehmend, Einfluss auf Gerichte zu nehmen. Gefährdet diese Entwicklung die richterliche Unabhängigkeit? Oder ist sie nur eine Reaktion auf eine Justiz, die sich ihrerseits verstärkt in politische Belange einmischt? Die Balance zwischen den Gewalten steht zur Debatte.

Aktivisten in Richterroben
Von Henning Schacht, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21748601
Aktivisten in Richterroben

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat sich die Integration der Europäischen Union auf die Fahnen geschrieben. Weil ihm die Kompetenz dafür fehlt, erreicht er genau das Gegenteil: Er wird zur Gefahr für die europäische Rechtsgemeinschaft.

«Verwaltung im Luxus»

Der Staat wacht über uns. Und während er sich mit zunehmender Beflissenheit um alle Bereiche unseres Lebens kümmert, legt er an Gewicht zu. Das zeigt sich im Wachstum der Ausgaben, der Löhne und der Anzahl Vorschriften. Unser Schwerpunkt geht den Ursachen auf den Grund und zeigt Gegenrezepte auf.