Dossiers

«Das gängige Bild, das sich die Schweiz von der Europäischen Union macht, entspricht jenem von 1992, als über den EWR abgestimmt wurde. Noch war die Erinnerung an das Ende des Sowjetimperiums frisch, noch glaubte man an die Maastrichtkriterien und an das Subsidiaritätsprinzip. Aber die EU hat sich zwischenzeitlich verändert. Unter der Einwirkung verschiedener Krisen – Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, Coronakrise – ist sie auf halbem Weg zu einer zentristisch organisierten, neuen Nation angelangt. Inwieweit sich die Schweiz darauf einlassen will oder muss: Das ist die relevante Frage.»
Konrad Hummler, Verein Zivilgesellschaft

«Wo Menschen sich für Holz statt Kohle entscheiden oder für Kohle statt Erdgas, liegt das daran, dass sie sich den jeweils teureren Brennstoff nicht leisten können, nicht aber an irgendeiner Vorliebe für schmutzige Brennstoffe.» Michael Shellenberger, Umweltaktivist und Autor
«Eine umfassende, den Bedürfnissen unserer Zeit entsprechende Bildung ist die Basis unseres Wohlstandes.»

Jean-Pierre Bonny, Präsident der Bonny Stiftung für die Freiheit

«Erst Denken, dann Sprechen lautet eine Grundregel im Sprechfunk. Erst Denken, dann Handeln lautet eine sprichwörtliche Regel. Wie die Viruskrise schonungslos aufzeigt, tut die Politik das Gegenteil. In der Folge zeigt sich ein Staatsversagen vom Beschaffen medizinischer Güter bis hin zur Impfung. Hinzu kommen willkürliche Massnahmen, zerstörte Existenzen, mit Füssen getretene Grundrechte, eine Wirtschaft am Anschlag, ein abdankendes Parlament und Begünstigung des Bestehenden bei Benachteiligung der Zukunft durch eine Privilegierung der älteren vor den jüngeren Generationen.»

Georges Bindschedler

«Der Föderalismus bringt eine ­ausserordentliche Identifikation der Bevölkerung mit den staatlichen Regeln mit sich und erlaubt es, ­Herausforderungen für geografisch unterschiedliche Gegebenheiten und Bedürfnisse massgeschneidert anzugehen. Fragen wir uns also, wie die Vorteile föderalis­tischer Entscheidungsstrukturen am besten bewahrt und nützlich gemacht werden können.»

Hans-Dieter Vontobel, Präsident Vontobel-Stiftung

Unsere Zeitschrift wird 100 Jahre alt. In unserer Jubiläumsausgabe würdigen prominente Zeitgenossen herausragende Texte, die seit 1921 erschienen sind und ihre Autoren.
«Es lohnt sich, einmal wieder grundsätzlich zu fragen: Welche Autoritäten sind es eigentlich, denen wir vertrauen? Wie erkenne ich eine Verschwörungstheorie? Und wer bestimmt, was veröffentlicht wird?»

JT International AG

«Statt eine Brille zu tragen, lassen wir heute unsere Augen gegen die Kurzsichtigkeit lasern. Werden wir in Zukunft unsere Augen gleich ganz durch ein kompaktes Computer Vision System ersetzen, um uns mit digital augmentierter Sehfähigkeit besser in der Welt zurechtzufinden?»

Heinz Karrer, Stiftungsratspräsident Hasler Stiftung

«Technologie, politischer Machbarkeitswahn und Moralisierung des Denkens bilden den Nährboden des Wandels vom aktuellen Wohlfahrtsstaat zu einem autoritären Polizeistaat. Die Überwachung Andersdenkender ist das Ergebnis: eine Ausgrenzung und Stigmatisierung durch den Staat und seine willfährigen Denunzianten – obrigkeitsgläubige Bürger wie kooperierende Unternehmungen – und damit einhergehend eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit und der Meinungsäusserungsfreiheit der Bürger. Die gegenwärtige Pandemie ist beispielhaft: Die Wirtschaftsfreiheit wurde einer abstrakten Vorstellung von Gesundheit geopfert, die Reisefreiheit ist zur Farce geworden. Willkürlich getroffene Massnahmen werden moralisch begründet, Kritik daran als unmenschlich zurückgewiesen.»

Georges Bindschedler

«Die Zukunft unserer Gesellschaft wird von Technologie geprägt sein. Wir müssen uns deshalb schon heute anstrengen, Aspekte wie den Bitcoin zu verstehen, um uns auf den Wandel vorzubereiten und gute Entscheidungen zu fällen.»

Tito Tettamanti, Präsident des Stiftungsrates der Fondazione Fidinam