Schweizer Monat
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Mit der Digitalisierung überlassen Bürger ihre Daten übergeordneten Organisationen. Das wirft Fragen auf, denen wir uns stellen müssen.
Von Konrad Hummler

Konrad Hummler, photographiert von Suzanne Schwiertz.

Die moderne Informationstechnologie verändert unsere ökonomische Wirklichkeit fundamental. Sie hat die traditionell hohen Kosten und Hürden zur Datenhandhabung abgeschafft. Der Mensch wird heute fast kostenfrei und grenzenlos vermessen. Das schafft potenziell enorme Effizienzgewinne – vom persönlichen Bewegungsverhalten über medizinische Betreuung und urbanen Verkehr bis zum Städtebau kann alles optimiert werden. Doch der Fortschritt hat seinen Preis: mit der...
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Frankreich ist hochverschuldet und ein wirtschafts- und sozialpolitischer Problemfall. Den bevorstehenden Wahlen stehen die Bürger mit grosser Ratlosigkeit gegenüber. Eine Fahrt nach Reims
Von Ronnie Grob

Le coq est sur le toit, photographiert von Ronnie Grob.

Die  Bilanz der Unruhen in französischen Vorstädten 2005: 45 588 in Brand gesteckte Fahrzeuge, 6996 in Brand gesteckte öffentliche Güter, 5143 Gewaltakte gegen Polizei, Feuerwehr, Notruf und  435 Bandenkriege.1 Im ganzen Land wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, die Vorfälle erlangten internationale Bekanntheit, führten zu einer nationalen Debatte über Migration und sorgten nicht zuletzt für innenpolitische Wirren. Der damalige...
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Frankreich ist empfänglich für das Lied vom Aufschwung durch Konsum, von erhöhtem Wachstum aber fehlt jede Spur. Ist der Euro schuld daran,wie der Front National behauptet? Eine Analyse.
Von Jean-Marc Daniel

François Hollande, wartend in Versailles beim informellen Gipfel zwischen Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien Anfang März 2017. Bild: RGA/REA/laif.

François Hollande verlässt die Bühne, es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Ein Satz, der für viel Spott gesorgt hat, war das berühmte, seit 2015 in verschiedenen Reden wiederholte «Es geht besser». Viele Kommentatoren fühlten sich in ihrer Meinung bestätigt, Hollande habe die Verbindung zur Realität verloren. Dabei hatte er nicht ganz unrecht.
Seit Beginn der 1960er Jahre durchläuft die französische Wirtschaft Zyklen von sieben bis neun...
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Unternehmen sollten dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter intern Kritik üben können. Nur so lässt sich verhindern, dass sie sich mit vertraulichen Informationen an die Medien wenden.
Von Ronnie Grob, Zora Ledergerber

Zora Ledergerber, zvg.

Frau Ledergerber, nehmen wir an, ich arbeite als Mitarbeiter in einem Schweizer Grosskonzern. Nun stosse ich auf einen Missstand, der die Medien sehr interessieren würde, aber intern relativ leicht zu beheben wäre. Wie gehe ich vor?
Wenden Sie sich zuerst an Ihren direkten Vorgesetzten. Selbst wenn das nicht möglich ist, sollten Sie auf jeden Fall zuerst eine Stelle innerhalb der Firma informieren. In Grosskonzernen ist die Lage fast einfacher als in kleinen Firmen; erstere haben...
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Kurzgeschichte von Cynan Jones
Übersetzt aus dem Englischen von Anke Caroline Burger
Mit Illustrationen von Rafael Koller
Von Cynan Jones
Er schwingt den Fisch aus dem Wasser ins Boot, ein wild zuckender Lichtstreif, packt die Schnur, dreht den Haken aus dem Maul und drückt den Fisch zwischen seinen Beinen zu Boden. Der Fisch schnappt nach Luft, zappelt. Schlägt mit dem Schwanz. Etwas Unruhiges, Ursprüngliches, Rituelles im flachen, offenen Boot.
Blutspritzer und Schuppen lösen sich und werden unter seinen Fingern zu Regenbogen, als er dem Fisch das Genick bricht. Er spürt den winzigen Zahnkranz an der...
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FREIE SICHT
Von Christian P. Hoffmann
Der Weg Donald Trumps in das Weisse Haus führte durch die «blaue Mauer». Gemeint sind damit eine Reihe nordöstlicher US-Staaten, die industriell geprägt sind und traditionell zuverlässig Demokraten wählen. Anders diesmal – mit Wisconsin, Michigan oder Pennsylvania färbten sich blaue Staaten unvermittelt rot. Zweifellos die Überraschung des Wahlabends, hatten doch die US-Gewerkschaften wie gewohnt einhellig die demokratische Kandidatin... » Mehr
Über die Zukunft von Produktivität, Wertschöpfung und Erfüllung am Arbeitsplatz in unseren Wissensgesellschaften.
Von Benno Luthiger
Die Stimmung ist jeweils düster. Wer sich zurzeit eine Debatte zur Zukunft der Arbeit anhört, wird den Raum eher unsicher als euphorisch verlassen. Viele Leute befürchten, dass im Zeitalter der Roboter Menschen entweder gar keine Arbeit mehr haben – oder eine Art von Arbeit, die, ganz im Sinne von Marx, so sinnentleert und entfremdet ist, dass sie die Menschen ins Unglück stürzt. Als Massnahme gegen eine solche Perspektive wird deshalb die Befreiung von der Arbeit... » Mehr
Wie das Leben besser wurde - und warum es trotzdem fragil bleibt. Eine kleine Geschichte zum Fortschritt.
Von Olivia Kühni

Arbeitsalltag im Emmental, ca. 1950. Quelle: Staatsarchiv des Kantons Bern

Die Armen spinnen wie die sehr Reichen die Fäden ihres Lebens fremden Adressen entlang.
Als meine Grossmutter 23 Jahre alt war, tat sie das Ehrgeizigste, was ihr möglich war: Sie zog nach Nyon und heuerte als Hausmädchen bei einer wohlhabenden Familie an. Davor hatte sie im Zürcher Oberland Brot ausgetragen und Kaffee verkauft. Jetzt wollte sie Französisch lernen. «Ich war so wissensdurstig», sagte sie mir viele Jahrzehnte später. «Eine Lehre...
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«Das hochfliegende Wort Freiheit bedeutet hienieden, förcht ich, immer weniger, je mehr man’s sich ansieht.» – Wilhelm Busch
Von Michael Wiederstein
Lange Zeit empfand ich Freiheit als eine sehr abstrakte, also ziemlich uninteressante Sache. Das änderte sich schlagartig nach dem Abitur. Man nahm sie mir nämlich für neun Monate weg, die Freiheit. Während ich mich im Militärdienst von sadistischen Dummköpfen durch den Jahrhundertsommer 2003 brüllen lassen musste, begriff ich endlich, dass Freiheit ganz und gar unmittelbar ist. Wenn mich jemand fragt, was Freiheit für mich bedeute, antworte ich bis heute:... » Mehr
Die Technologie setzt etablierte Institutionen unter Druck. Das ermächtigt die Bürger gegenüber potenziell unfähigen Autoritäten.
Von Christian Jaag

Transparent und papierschonend: Honduras und Georgien arbeiten bereits an einer Überführung des Grundbuchs auf die Blockchain. Bild: fotolia.

Vielen Menschen ist die Blockchain bekannt als die Technologie hinter Kryptowährungen wie Bitcoin. Doch das System hat noch viel mehr Potenzial – es kann bestehende Institutionen ergänzen oder gar teilweise ersetzen. Das bringt mit sich, was die Digitalisierung oft nach sich zieht: eine Verschiebung von Macht weg von zentralen und vermittelnden Instanzen hin zu sich selber organisierenden Bürgern. Doch noch gibt es offene Fragen.
Zunächst zur Geschichte und...
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Die liberale Bewegung beeinflusst mit ihrem Online-Campaigning die politischen Debatten im Netz – und bringt junge Menschen an die Urne. Wie schafft sie das?
Von Adrian Mahlstein, Silvan Gisler

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung. Oder: Online-Campaigning mit Cüpli. Operation Libero am letzten Abstimmungssonntag, 12. Februar 2017, photographiert von Simon Iannelli.






Die beste Technologie nützt nichts ohne Inhalt und ohne Menschen. Die Umstellung vom Pony-Express auf Telegraf wäre unnütz gewesen, hätte niemand Botschaften versenden wollen. Technologie liefert nur die Mittel zum Zweck, auch im Campaigning. Mittel, die durch Social Media erschwinglicher und zahlreicher werden: Posts statt Plakate, Petition statt Megaphon, Fakten-Checks statt Extrablätter, Livestreams statt «Zischtig-Club». Wir lernten, diese...
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Wie der neue digitale Wahlkampf funktioniert.
Von Hannes Grassegger

Anlegen, zielen, loslassen: die Informationspfeile des Microtargeting treffen immer ins Schwarze. Bild: André Menjoulet, Agadir 1953. Collection Jean Menjoulet / Jeanne Menjoulet / CC BY-ND 2.0.

Cambridge Analytica war bis vor wenigen Monaten eine eher obskure, ursprünglich aus London stammende Marketingfirma, die damit warb, sowohl für Donald Trump als auch für die Brexit-Kampagne psychologiebasierte Big-Data-Techniken eingesetzt zu haben. Was die Firma dabei wirklich getan und geleistet hatte, wird nun weltweit kontrovers diskutiert – u.a. weil mein Kollege Mikael Krogerus und ich im Dezember 2016 einen Artikel über das Unternehmen in der Zeitschrift...
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Was Digitalisierung bedeutet – und was auf die Schweiz zukommt.
Von Matthias Kaiserswerth
Was hat es auf sich mit der Digitalisierung? Seit etwa zwei Jahren ist der Begriff plötzlich in aller Munde. Dabei digitalisiert die Computerindustrie schon seit über 70 Jahren die Welt. Man bildet Aufgaben und Probleme aus der realen Welt im Computer ab und löst sie dort digital. Das fing mit dem Entziffern verschlüsselter Funksprüche durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg an und breitete sich dann nach dem Krieg rasch auch im zivilen Bereich aus. Warum also gerade... » Mehr
Die Schweiz versäumt es immer wieder, einen sinnvollen Rahmen für die digitale Zukunft zu bauen. Das schafft Unsicherheit.
Von Martin Steiger
Bildung und Wissen sind die wichtigsten Rohstoffe der Schweiz, das ist längst ein Gemeinplatz. Darum müsste auch im digitalen Raum gewährleistet werden, dass sich Geist und Geld zu Innovation und damit letztlich zu Wohlstand verbinden. Und tatsächlich: es besteht Einigkeit! Gruppierungen wie die Initiative Digital Switzerland und der Wirtschaftsverband Swico oder Meinungsführer wie Ständerat Ruedi Noser und Ringier-Geschäftsführer Marc Walder setzen sich... » Mehr
Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser

Schweizer Monat / Ausgabe 1043Februar 2017
Vorbemerkung: Meine Blattkritik ist subjektiv, unmittelbar meinen Reaktionen während der Lektüre folgend. Ich bin der Meinung, so bringe sie der Redaktion am meisten – als ein authentisches Bild über die Wahrnehmung ihres Produktes durch einen ihrer Leser. Wenn die Redaktion am Ende darüber erleichtert ist, dass sie das Blatt machen und nicht ich, kann ich damit gut leben. Ich stelle mir die Zielgruppe des «Schweizer... » Mehr
Die Schweiz ist stabil und sorgt für Rechts-, Handels- und soziale Sicherheit.
Die hohe Eigenständigkeit der Gemeinden und Kantone macht’s möglich.
Wer sie untergräbt, setzt die Zukunft aufs Spiel.
Von Christoph A. Schaltegger, Christian Frey, Lukas A. Schmid

Lukas A. Schmid, Christian Frey und Christoph A. Schaltegger, photographiert von Thomas Burla.

Kleine und mittlere Unternehmen stellen in der Schweiz rund 68 Prozent aller Arbeitsplätze. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt dieser Wert 45, in Österreich 50 und in Frankreich 52 Prozent1.  Gleichzeitig sind hierzulande aber auch viele produktive und innovative Grossunternehmen beheimatet – mit entsprechendem Erfolg auf den Weltmärkten. Über zahllose Dienstleistungs- und Zulieferbeziehungen verbinden sich die wirtschaftlichen Akteure in einer...
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Der Ökonom Max Roser sammelt alle Daten zur Entwicklung der Welt und baut daraus Grafiken, die jeder versteht. Nur auf lange Frist werde sichtbar, wie sehr das Leben der Menschen sich verändere, sagt er.
Von Olivia Kühni, Max Roser

Max Roser, photographiert von Moses Fuad.

Es ist, als würde er täglich ein Licht anzünden. Die Kurvendiagramme und Tabellen, mit denen Max Roser seit zwei Jahren die Netzwelt versorgt, sind so klar und schön, dass sie auch Laien begeistern. Das sollen sie auch. «Wir brauchen Statistik», schreibt Roser auf seiner Webseite, «um wirklich zu verstehen, wo wir herkommen.»
Roser gehört zu einer neuen Generation von Ökonomen. Er stellt die Empirie über die Lehrbücher, er vernetzt...
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