Schweizer Monat
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In Zeiten identitätspolitischer Verirrungen braucht es eine radikale Rückbesinnung auf die vier grossen Motive der Aufklärung: Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt.
Von Steven Pinker

Steven Pinker, imago / ZUMA Press.

Was ist Aufklärung? In einem mit dieser Frage betitelten Aufsatz gab Immanuel Kant 1784 zur Antwort, Aufklärung bestehe im «Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit». Aus «Faulheit und Feigheit» unterwerfe sich der Mensch den «Satzungen und Formeln» religiöser oder politischer Autoritäten. Der Wahlspruch der Aufklärung, so Kant, sei: «Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!», ihre...
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Wer Kunden wie Mastvieh behandelt, hat irgendwann keine mehr – 
das gilt auch für das Private Banking in der Schweiz. 
Will sie nicht untergehen, muss die Branche ihre Tugenden wiederentdecken.
Von Thomas Fedier

Schalterhalle oder Schlachthof: «Der Eingang ist für alle gleich, und am Ende wird alles irgendwie verwurstet.» Bild: imago / Eibner.


Jeder kennt folgende Erfahrung aus dem Gastgewerbe: In einem österreichischen Restaurant oder Hotel wird der Kunde wie ein König behandelt, in der Schweiz muss er nicht selten froh sein, wenn er überhaupt bedient wird – und das dann auch noch bezahlen kann. Was im Gastgewerbe gilt, gilt längst auch im hiesigen Banking: ein mangelndes Serviceverständnis ist seit Jahren offensichtlich. Schon Winston Churchill erinnerte seine Zuhörer mehr als einmal daran, dass...
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Erfolgreich, angesehen, ganz oben: bis vor wenigen Jahren 
mussten sich Mitarbeiter der Schweizer Finanzindustrie wenig Sorgen 
um ihre Zukunft machen. Das hat sich radikal geändert.
Von Michael Wiederstein

Martin ist 51 Jahre alt, promovierter Volkswirt, arbeitete sein halbes Leben lang für ein Zürcher Bankhaus im oberen und obersten Kader. Er hat Frau und drei Kinder – zwei in Zuoz, eins in Ftan –, ein Haus am oberen Ortsausgang einer Seegemeinde. Und er fährt einen Tesla. Gekauft hat Martin das Auto vor drei Jahren, um damit täglich in die Stadt zu fahren. Seit fast sieben Monaten steht es nun in der Garage, denn Martin ist arbeitslos. So lang am Stück wie... » Mehr
Die traditionelle Bankenregulierung funktioniert nicht mehr. 
Für das Finanzwesen im 21. Jahrhundert ist ein neuer und radikal marktbasierter Ansatz gefragt.
Von Jonathan McMillan

Ein Paradeplatz ohne Banken und Banker? Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Comet Photo AG (Zürich) / Com_M01-0762-0006 / CC BY-SA 4.0.


Wir bezahlen unsere Rechnungen nicht mehr am Postschalter, sondern via Smartphone. Den Antrag für eine Hypothek reichen wir online ein, und unser Vermögen wird längst automatisch verwaltet. Ob Zahlungen, Kreditanträge oder Vermögensverwaltung, alles ist viel bequemer geworden. Einen Liberalen mag das nicht überraschen, denn wo der Wettbewerb spielt, da wird Wohlstand geschaffen. Und wo der Wettbewerb eine solche Dynamik entfaltet wie im Finanzwesen, da muss der...
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Kurzgeschichte von Nickolas Butler

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Dorothee Merkel

Mit Illustrationen von Stefan Vecsey
Von Nickolas Butler

Wie das Baby schreit und schreit und schreit. Wie furcht­bar langsam der kleine Mazda durch die Gegend zu kriechen scheint und in was für einen stickigen, feuchten Dunst aus Tränen, Rotz und sabbernder Spucke das Geschrei ihn einhüllt. Megan knirscht mit den Zähnen und schaut zu Steve hinüber. Er hält mit weiss gekrönten Fingerknöcheln das Lenkrad umklammert und starrt nach vorn, auf die sich endlos ineinander verschlingende Naht aus gelben...
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Der Schweizer Reformstau wird durch das Abstimmungsverhalten 
der Bürger verursacht. Damit die liberale Grundordnung nicht 
gefährdet wird, müssen wir die direkte Demokratie reformieren.
Von Hans Rentsch

In den 1990er Jahren haben prominente in der Schweiz tätige Ökonomen wie Bruno S. Frey, Gebhard Kirchgässner und Lars Feld mit Hilfe statistischer Vergleiche zwischen Gliedstaaten die Vorteile von mehr direkter Demokratie nachgewiesen. Ohne an der Kompetenz dieser Forscher zweifeln zu wollen, muss ich gestehen, dass mich diese Ergebnisse nie überzeugt haben. Die politischen Streitfragen auf der Ebene der Gliedstaaten sind weitgehend andere als beim Bundesstaat. Während... » Mehr
Von Stefanie Stadler Elmer

Grosse Veränderungen im Leben – Wahl des Berufs, der Freundschaften, Lebenspartner und -partnerinnen, des Wohnorts – entscheiden wir aufgrund der Kenntnis unseres Selbst, unserer Identität. Die klassischen Fragen rund um Identität sind: Wer bin ich, woher komme ich und wohin will ich in und mit dieser Gesellschaft? Auch alltägliche Belange wie die Wahl von Kleidern, Freizeitbeschäftigung, Wohnungseinrichtung und politische Abstimmungsparolen verlangen... » Mehr
Die Chefin von Microsoft Schweiz weiss: gute Arbeitsbedingungen sorgen für Identifikation mit der Firma. Dafür engagieren sich noch längst nicht alle hiesigen Unternehmen. Können sie von einem Dinosaurier der IT-Branche etwas lernen?
Von Ronnie Grob, Marianne Janik

Marianne Janik, photographiert von Philipp Baer.


Frau Janik, als Deutsche in der Schweiz und als CEO eines international tätigen Unternehmens: Welche Besonderheiten weist die Schweiz im Unterschied zu anderen Ländern hinsichtlich der Digitalisierung auf?Der Erfolg bei der Digitalisierung kommt ja oft aus der Fähigkeit, zu kooperieren und sich zu vernetzen. Die Schweiz ist hierbei gut aufgestellt: Sie funktioniert stark in Netzwerken. Die Innovation liegt in der DNA dieses Landes und vor allem auch in den KMU. Und das Thema...
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Individualität, Freiheit, Pluralismus, Marktwirtschaft und Demokratie: Europa könnte aus seinen 
spezifischen Errungenschaften weiterhin politisches, wirtschaftliches und soziales Kapital schlagen. 
Die Europäische Union steht sich dabei nun selbst im Weg.
Von Andreas Rödder

Andreas Rödder, photographiert von Bert Bostelmann.


Ein «Zeitalter der Demokratie des Friedens und der Einheit» erwarteten die 32 europäischen und nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs, als sie am 21. November 1990 die «Charta von Paris für ein neues Europa» unterzeichneten. Als der Kalte Krieg zu Ende war, schien das «Ende der Geschichte» (Francis Fukuyama) im besten Sinne gekommen, jedenfalls im Sinne des westlichen Modells von Freiheit und Menschenrechten, Demokratie und...
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China setzt an, den sich selbst aufreibenden Westen 
zu überholen. Was wird (von) Europa und der 
transatlantischen Allianz übrig bleiben?
Von Michael Wiederstein, Bruno Maçães

Umgekipptes Abendland. Bild: Politische Karte Asiens. Quelle: D. H. Lange: Volksschul-Atlas, Dreihundertste Auflage, George Westermann in Braunschweig, 1899, Public Domain.


Herr Maçães, was hiess es, wenn man bis anhin vom Westen sprach, und was, wenn man vom Osten sprach?Es gibt viele verschiedene Arten, den «Westen» zu denken, es gab aber sehr lang nur eine, den «Osten» zu denken. Bis anhin war der Osten vor allem dadurch charakterisiert, nicht der Westen zu sein. 
Was also war der Westen?Den Begriff des Westens gibt es schon lange, man verstand ihn bisher als Idee einer bestimmten Zivilisation und Kultur,...
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Von Christina Baeriswyl

Jüngster Tag eines Steuerhinterziehers....
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner, David Fehr, Elisabeth Schoch, Rico Bandle, Claudia Wirz, Peter Blunschi, Anna Jikhareva, Beni Frenkel, Francesco Benini, Philippe Wampfler
Schweizer Monat / Ausgabe 1057Juni 2018von Philippe Wampfler
Ich bedanke mich für die Einladung, die Ausgabe 1057 des «Schweizer Monats» mit einer Blattkritik zu begleiten.
Die Blattkritik orientiert sich an drei Leitfragen. Die dort geäusserte Kritik muss mit meinem generellen Eindruck verbunden werden, mit dem Heft eine intensive, lange Auseinandersetzung geführt zu haben. Ich habe im Moment noch «Avenue» abonniert, ein Heft, das äusserlich...
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