Schweizer Monat
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Ungleichheit wird nur durch katastrophale Ereignisse eingeebnet: grosse Kriege, revolutionäre Umwälzungen, Kollaps von Staaten und tödliche Pandemien.
Von Walter Scheidel

Walter Scheidel, photographiert von Daniel Hinterramskogler.

2016 vereinten die reichsten acht Menschen der Welt so viel privates Nettovermögen wie die ärmere Hälfte der Menschheit und damit über 3,5 Milliarden Menschen. Wollten sie einen Ausflug machen, würden diese acht Glücklichen in einen Minivan passen. Drei Jahre zuvor hätte es noch 85 Milliardäre gebraucht, um jene Schwelle zu erreichen; da wäre ein Doppeldeckerbus vonnöten gewesen. Und vor nicht allzu langer Zeit, im Jahr 2010, hätten ganze...
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Ungleichheit ist gar nicht das, was die Menschen verärgert. Wenn es denn fair zugeht.
Von Mark Sheskin

Zvg.

Was ist wohl die grösste globale Bedrohung: Atomkrieg, Aids oder wirtschaftliche Ungleichheit?In einer Befragung des Pew Research Council unter Amerikanern und Europäern tippte die Mehrheit auf «Ungleichheit». Diese Antwort wurde häufiger gewählt, da die Ungleichheit angestiegen und in den Mittelpunkt politischer und gesellschaftlicher Debatten gerückt ist. Das Weltwirtschaftsforum nannte 2012, 2013 und 2014 «gravierende Einkommensungleichheit»...
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Wer stiftet, exponiert sich und erntet nicht nur Ansehen und Dankbarkeit. Warum es sich trotzdem auszahlt.
Von Monique Bär

Monique Bär, photographiert von Giorgio von Arb.

Ist es nicht ganz einfach normal, wenn jemand, der etwas hat, auch etwas gibt? Darf man über ein Thema wie Grosszügigkeit sprechen, wenn man – als Stifterin – quasi selbst davon betroffen ist? Sollte man dies nicht besser der Wissenschaft oder den anderen überlassen? Ich gebe zu, mir gefällt die Vorsilbe «Gross» nicht. Sie passt nicht zur Bedeutung dieses Wortes, wie ich sie verstehe. Im Lexikon heisst es, zur «Grosszügigkeit»...
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Viele Zeitgenossen betrachten wachsende Vielfalt und Komplexität als gesellschaftliches Problem. Für den Liberalismus ist beides Teil der Lösung. Das kann ihm im Wettbewerb der politischen Ideen gerade jetzt Rückenwind geben. Ein Plädoyer.
Von Armin Nassehi

Armin Nassehi, photographiert von Hans-Günther Kaufmann.

Was derzeit in fast allen europäischen Ländern als «Krise der Parteiendemokratie» erscheint, ist die Ununterscheidbarkeit der Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Akteure. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges waren sie die klassischen politischen Antipoden, aktuell wirken sie wenigstens insofern ununterscheidbar, als sie ausserstande scheinen oder nicht willens sind, ein zentrales Problem moderner Demokratien zu bearbeiten: Heterogenität. Kulturelle, gesellschaftliche,...
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Was ein falscher Begriff von Gerechtigkeit mit dem Erfolg von Protestparteien zu tun hat.
Von Dagmar Schulze Heuling
«Es reicht!» Auf diese leicht verkürzte Formel könnte man ein in jüngerer Zeit in vielen westlichen Ländern sehr beliebt gewordenes Politikrezept bringen. Nennenswerte Teile der jeweiligen Bevölkerungen protestieren gegen das, was man in den letzten Jahren als Zumutung von oben empfunden hat, ausgeheckt – so sehen es die Beteiligten – von abgehobenen, wenn nicht gar korrupten Eliten. Rechts- wie linkspopulistische Bewegungen und Parteien (also... » Mehr
Kurzgeschichte von Lesley Nneka Arimah
Aus dem Englischen übersetzt von Richard Barth
Mit Illustrationen von Arianna Vairo
Von Lesley Nneka Arimah
Es bedeutet Berichterstattung rund um die Uhr. Um Schadensbegrenzung bemühte Politiker, Protestaufrufe von Aktivisten. Und dass die Enkelin von Francisco Furcal zur Verteidigung des Familienerbes eine Pressekonferenz gibt.
«Die Formel meines Grossvaters ist einwandfrei. Mathematik ist eine konstante, absolute Wissenschaft. Wenn irgendwelche Probleme auftreten, hat sich der jeweilige Anwender verrechnet.»
Schlechter Zug, meine Gute. Das drängte doch nur alle in die...
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Um die Philanthropie findet eine Art ewiger Kulturkampf statt. Was kann Wohltätigkeit angesichts eines zunehmend umfassenden Rechts- und Sozialstaats noch leisten? Zeit für eine nüchterne Analyse.
Von Katja Gentinetta, Heike Scholten

Heike Scholten und Katja Gentinetta, photographiert von Benjamin Hofer.

Menschenfreundlichkeit, Menschenliebe, Wohltätigkeit – auf diese Bedeutungen geht der Begriff der Philanthropie in seinem Ursprung zurück. Philanthropie verströmt eine gewisse Noblesse, eine edle Güte. Diese kommt aber nicht überall gleich gut an, da sie – je nach Perspektive – auch mit Herablassung oder zumindest unverdienter Privilegierung assoziiert wird. Entsprechend dünn fällt das Wortprofil in der deutschen Sprache aus: Zusammen mit dem...
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Im Gravitationsfeld von Banken tummeln sich viele gemeinnützige Stiftungen. Dabei haben gewinnorientierte, kompetitive Finanzdienstleister keine genuin philanthropische Haltung, auch keine Programmatik des gemeinnützigen Handelns. Eine Streitschrift.
Von Philipp Egger

Banquiers zählten zu den Pionieren der Philanthropie in der Schweiz, der «Alte Rotbergerhof» an der Basler Rittergasse zeugt davon: Die Liegenschaft wurde 1849 von der dritten Teilhabergeneration der 1787 gegründeten La Roche Privatbank übernommen und als Bankhaus eingerichtet. Photo: Christoph Läser.

In der Schweiz treten seit etwa zwei Jahrzehnten von Banken und anderen Finanzdienstleistern gegründete Dachstiftungen mit grossen PR-Budgets an, um ihre Dienste als Philanthropie-Hubs vermögenden Kunden anzubieten. Statt eine eigene Stiftung zu gründen, so ihre Argumentation, sei das zu widmende Vermögen viel besser im Rahmen der jeweiligen Bankenstiftung aufgehoben. Dabei geniessen sie, wie andere gemeinnützige Stiftungen auch, steuerliche Privilegien. Wenn allerdings...
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Gregor Szyndler trifft René Frauchiger
Von Gregor Szyndler

René Frauchiger, photographiert von Gregor Szyndler.

«What brings you to Liverpool?», fragt der polnische Rezeptionist Pawel, der sich meinen etwas unwegsamen Nachnamen problemlos diktieren lässt, bei René Frauchiger aber die ID zum Abschreiben braucht. – «The Beatles», antworte ich. – «The Who?», witzelt Pawel, in Personalien vertieft. Apropos: René Frauchiger ist ein Studienkollege, Mitgründer und -herausgeber des Literaturmagazins «Das Narr» und Autor. Nach...
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Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Leg das i-Dings jetzt weg, Jeremy. Um diese Zeit kommt bestimmt nichts mehr für dich....
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner, David Fehr
Schweizer Monat / Ausgabe 1049September 2017
Von David Fehr
Vorbemerkung
Ich habe während der Lektüre wieder einmal gemerkt, dass ich mit dem Begriff «liberal», der beim «Schweizer Monat» nun mal im Zentrum steht, etwas Mühe bekunde. Fast zwangsläufig habe ich mich – sozusagen als vom Unternehmen engagierter White Hacker – darauf konzentriert, inhaltliche und konzeptuelle Ungereimtheiten zu finden. Der daraus resultierende leicht...
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