Schweizer Monat
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Unbequeme Wahrheiten zu unserer Staats- und Regierungsform
Von Jason Brennan

Jason Brennan, photographiert von Stefanie Manns / Hohe Luft Magazin.

Das Vereinigte Königreich stimmte für den Austritt aus der EU, obwohl unter Ökonomen Konsens herrscht, dass dies das Einkommen der meisten Briten mindern wird. Die bizarr-populistische Fünf-Sterne-Bewegung gewann bei der letzten Wahl in Italien eine relative Stimmenmehrheit. Nationalistische, interventionistische Parteien kontrollieren Ungarn und Polen. In Deutschland holten die Karikatur einer Links- und die Karikatur einer Rechtspartei zusammen mehr Wählerstimmen als...
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An Kritikern der liberalen Demokratie mangelt es nicht – sinnvolle oder gar gangbare Alternativen bleiben sie aber meist schuldig. Die Daten der grossen Freiheitsindizes erklären, warum.
Von Karen Horn
Die liberale Demokratie: im lockeren Sprachgebrauch scheint dieser Begriff mittlerweile für alles erdenklich Gute im politischen Leben zu stehen, um dessen Fortbestand freilich zu fürchten ist. Um zu ermessen, wie es tatsächlich um die liberale Demokratie steht, gilt es den Begriff zu schärfen. Hilfreich ist hier das Konzept der «Open Access Order» von Douglass North und Koautoren.1 Unter einer «Open Access Order» ist eine Rahmen­ordnung für... » Mehr
Die Demokratie wird im allgemeinen als die einzige auf Dauer zuverlässige politische Sicherung individueller Freiheit angesehen. In der Geschichte des politischen Denkens begriff man das Verhältnis meist aber erheblich kritischer. Eine Einführung.
Von Herfried Münkler

Herfried Münkler, photographiert von Gerhard Leber / imago.

Die individuelle Freiheit, die von der Freiheit eines politischen Verbands gegenüber anderen politischen Gemeinschaften zu unterscheiden ist, hat man im 18. und 19. Jahrhundert in einer konstitutionellen Monarchie besser geschützt gesehen als in einer Demokratie, wo viele politische Theoretiker die Freiheit des Einzelnen der Willkür des Volkswillens ausgeliefert glaubten. Einen Monarchen auf Vernünftigkeit festzulegen, hielt man für sehr viel leichter möglich, zumal...
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Die direktdemokratische Mitbestimmung in Form von Initiativen und Referenden ist bei den politischen Vertretern nicht beliebt. Sie verkompliziert die Lage und erinnert an das eigene Versagen als Repräsentant des Volkes.
Von Andreas Kley

Im September 1999 reichen Initianten die Volksinitiative «Strom ohne Atom» beim Bundeshaus West ein. Bild: Schweizerisches Sozialarchiv / F 5087-Fb-029.

Die niederländische Regierung möchte das Referendum, das erst im Sommer 2015 eingeführt wurde, wieder abschaffen. Es entspricht ihren Erwartungen nicht, denn die politischen Auswirkungen des Referendums waren weitaus grösser als gedacht: Es hatte das politische System der Niederlande geöffnet, die Macht der Regierungs- und der Parlamentsmehrheit in der Folge begrenzt und einen präventiven Effekt auf die niederländische Gesetzgebung ausgeübt. Deshalb sieht...
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Die föderale Schweiz eignet sich hervorragend, um experimentelle Pionierarbeit bei der Digitalisierung der Demokratie zu leisten. Warum sich das lohnt.
Von Abraham Bernstein, Fabrizio Gilardi

Abraham Bernstein und Fabrizio Gilardi, photographiert von Philipp Baer.

Viele unserer demokratischen Prozesse sind in einer Zeit entstanden, als Informationen noch via Postkutsche übermittelt wurden. Heute ist die Digitalisierung, die zuallererst dadurch charakterisiert ist, dass Informationen nun überall, schnell und günstig vermittel- und teilbar sind, zwar in aller Munde, doch die wenigsten haben eine konkrete Vorstellung von diesem Phänomen, geschweige denn von ihren möglichen Auswirkungen auf Wahlen, Abstimmungen und die...
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Die Eitelkeit ist eine wichtige Triebfeder für den Eifer von Wissenschaftern und Künstlern. Das beweisen die Publikations­geschichten von Darwins Evolutionslehre und von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie.
Von Ian McEwan
1. Im Juni 1858 war Charles Darwin auf seinem Landsitz in Down (Kent), als ihn ein Paket von der Molukken-Insel Ternate in Niederländisch-Indien erreichte. Die Handschrift dürfte er als die von Alfred Wallace erkannt haben, mit dem er in schriftlichem Kontakt stand und von dem er sich einige Proben erhofft hatte. Stattdessen fand Darwin, begleitet von einem Brief, einen kurzen Essay. Es war ein Text, der sein Leben verändern sollte.
Wallaces zwanzig Seiten enthielten alle...
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In der Politik dienen moralische Argumente mitunter dazu, die Bedienung von Partikularinteressen zu kaschieren. Wie das geht, zeigt sich beim Geldspielgesetz.
Von Lukas Leuzinger
Baptisten und Alkoholschwarzhändler haben eigentlich wenig gemeinsam. Und doch können sie manchmal nützliche Partner sein, wie der Ökonom Bruce Yandle feststellte. Seite an Seite kämpften sie in vielen US-Bundesstaaten für ein Verkaufsverbot für Alkohol an Sonntagen. Für die Baptisten ging es um moralische Prinzipien: Am Tag des Herrn dürfe kein Alkohol verkauft werden. Die Schwarzhändler unterstützten das Verkaufsverbot aus einem anderen... » Mehr
Eine Erinnerung an CVP, SVP und andere: Werte können nicht per Gesetz verordnet werden. Der Rechtsstaat ist kein Moralstaat.
Von Lorenz Engi
Vor einigen Monaten drangen Teile eines CVP-Strategiepapiers an die Öffentlichkeit. Es verlangt gemäss der «Sonntagszeitung», dass sich Zuzüger nicht nur auf das Schweizer Recht, sondern bis zu einem gewissen Grad auch auf hiesige Lebensweisen verpflichten. Über Integrationsvereinbarungen soll die «Respektierung unserer Werte» sichergestellt werden. Auch über einen Religionsartikel denkt die CVP gemäss dem Pressebericht nach. Dabei soll es um... » Mehr
Mit und nach 1968 wurden neue Wertvorstellungen von der Gemeinschaft leichtfertig auf die Gesellschaft übertragen. Doch was im Kleinen funktionierte, hatte im Grossen nicht nur positive Folgen.
Von Baschi Dürr

Globus-Demonstration 1968. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Comet Photo AG (Zürich) / Com_L17-0338-0007-0010 / CC BY-SA 4.0.

Am Anfang stand der liberale Ruf nach Freiheit. Ob die Erstürmung der Tuilerien in Paris 1792 oder die Besetzung der Tramgeleise in Basel 1969 (ja, in Basel leicht verspätet…): jede Revolution beginnt mit einem Aufstand gegen einen Miss­stand. Auch wenn diese prominenten Ereignisse meist nur Kristallisations­punkte länger dauernder Entwicklungen darstellen, zeigen die Erinnerungen daran, dass sich die damit manifestierten Revolutionen durch eine gewisse...
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Eine Revolution innerhalb der Revolution: Die Rolle der weiblichen Achtundsechziger ist bemerkenswert, fand bisher aber kaum öffentliche Beachtung. Drei Zeitzeuginnen berichten.
Von Alicia Romero, Laura Clavadetscher

Ab 1968 bringen die Frauen den Ball ins Rollen. Hier im wahrsten Sinne des Wortes: Madeleine Boll (rechts) im Länderspiel Schweiz gegen England, 19.4.1975. Bild: INTERFOTO / Leimer.

«Ich konnte das Gejammer dieser linken ‹Herrgöttli› nicht mehr hören», meint Heidi Witzig, ehemaliges Mitglied der Frauenbefreiungsbewegung (FBB) bei einem Tee im «Commercio». «Darum bin ich zu den Vollversammlungen der Linken an der Universität gar nicht erst hingegangen, nur noch an die Frauen­sachen.» Die 1944 in Frauenfeld geborene, spätere Historikerin Witzig beschäftigte sich 1968 mit ihrer Dissertation in...
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Gemässigte Studenten haben Ende der 1960er Jahre den «revolutionären» die Stirn geboten. Was trieb sie an, was ist aus ihnen geworden? Eine Recherche zum «Studenten-Ring».
Von Ronnie Grob

In den Ring: gemässigte Studenten bieten den Revolutionären die Stirn. Bild: Freistilringen im Zürcher Hallenstadion 1968, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / photographiert von Hans Krebs / Com_L17-0690-0002-0001 / CC BY-SA 4.0.

Der Frühling von 1968: «Braucht die Schweiz einen Rudi Dutschke?», fragt Toni Lienhard in der «Tat» am 20. April. In der Mai-Ausgabe des «Zürcher Studenten», dessen verantwortlicher Redaktor für Politik im offiziellen Organ der Studentenschaften damals Georg Kohler war (heute: emeritierter Professor für poli­tische Philosophie), schreibt Jürgen Habermas den Text «Die politische Rolle der Studenten». In Paris besetzten...
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Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Doch, doch, man trägt sie etwas grösser diese Saison....
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner, David Fehr, Elisabeth Schoch, Rico Bandle, Claudia Wirz, Peter Blunschi, Anna Jikhareva
Schweizer Monat / Ausgabe 1055April 2018
Von Francesco Benini
5 Pluspunkte:
+ Ein gutes Editorial+ Der beste Text des Schwerpunkts «Politische Korrektheit» ist die «Blütenlese» von Claudia Wirz: das ist wirklich gut beobachtet.+ Der Text von Werner Kieser (Die Wiedergänger) hat mich positiv beeindruckt, er ist gelehrt, mir aber fast etwas zu verkopft, zu akademisch.+ Die Aufmachung des Magazins gefällt mir sehr gut: das Papier macht einen schönen,...
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