Schweizer Monat
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Sie liegt nicht im Auge des Betrachters, ist aber auch nicht universell. Was ist sie dann?
Von Markus Gabriel

Markus Gabriel, photographiert von Gerald von Foris / Ullstein Verlag.

Es ist wahr, dass ich, Markus Gabriel, Autor dieses Satzes bin; es ist wahr, dass 7+5 gleich 12 ist; es ist wahr, dass Markus Söder falsche Meinungen über das Verhältnis von Staat und Kirche hat; es ist wahr, dass Picasso ein erfolgreicherer Künstler als George Braque ist; und es ist wahr, dass man Kinder nicht foltern soll. Ausserdem war vieles schon wahr, ehe es Menschen gab, die sich überhaupt die Frage stellen konnten, was alles wahr ist. Es wird vieles wahr sein,...
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Wie verbreiten sich Fake News? Und wie werden sie wahrgenommen? Zwei neue amerikanische Studien geben Antworten. Fazit: gezielte Falschmeldungen sind ein Problem, aber kein allzu grosses.
Von Lukas Rühli
Soroush Vosoughi, Deb Roy und Sinan Aral vom MIT sind ganz offensichtlich Meister im Umgang mit grossen Datenmengen. Sie untersuchten1, welche Unterschiede es zwischen der Verbreitung von wahren und falschen Nachrichten auf Twitter gibt2. Dazu untersuchten sie nicht einige Dutzend oder einige hundert Tweets, sondern 4,5 Millionen, verbreitet durch 3 Millionen Personen, in 126 000 Kaskaden3, im Zeitraum von 2006 bis 2017. Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht (wahr, falsch, gemischt) wurde auf... » Mehr
Er war der erfolgreichste Kunstfälscher der Welt. Dann flog er auf, landete im Gefängnis und musste zig Millionen zurückzahlen. Obwohl in der Kunstwelt Persona non grata, verdient Wolfgang Beltracchi mit seinen Bildern wieder gutes Geld – ganz legal. Wie hält er’s heute mit der Wahrheit?
Von Johannes M. Hedinger, Helene und Wolfgang Beltracchi

Auf dem Photo ist das Gemälde «Der Philosoph» noch im unfertigen Zustand. Das Bild ist Teil der 23 Kairoi aus dem Ausstellungsprojekt «Kairos, Der richtige Moment». Das Gemälde hätte zu den Werken «Der Geograph» und «Der Astronom» von Johannes Vermeer gehören können. Es zeigt Baruch de Spinoza in Vermeers Handschrift. Einige Wissenschafter gehen davon aus, dass es eine Verbindung von Vermeer zu Spinoza durch Antoni van Leeuvenhoek gab. Photographiert von Lukas Rühli.

Der Name Beltracchi steht für einen der weltweit grössten ­Kunstfälscherskandale der Geschichte. Bis 2010 malte Wolfgang Beltracchi rund 300 Gemälde unter dem Namen berühmter Künstler. Er übernahm deren künstlerische Handschrift und täuschte damit zig anerkannte Experten, die die Fälschungen als authentische, bisher unbekannte Werke verifizierten. In knapp 40 Jahren ahmte Beltracchi so rund 100 Maler nach: Expressionisten, Impressionisten,...
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Über vermeintliche Verschwörungen, ihre Theoretiker und deren Zielgruppen.
Von Sarah Pines
Es ist Frühling und riecht nach Sauerampfer und Kastanienbaumpollen. Das Lichtzentrum «Earth-Fire» in Luzern leiten Trir und Larissa, die ihren Patienten, so erklärt es die Website, mittels neuer medizinischer Ansätze eine Art positive universelle Lebensenergie zurückgeben. Über Aktivitäten wie Trommeln in der Natur, schamanische Feuerzeremonien und Bhajan-Gesang können Interessierte zu einem neuen, inneren Sein im Licht eines «goldenen... » Mehr
Eine innovative Verwaltung ist kein Ding der Unmöglichkeit. Sofern man gewillt ist, sich von politischem Klischeedenken zu verabschieden. Erfahrungen aus Genf.
Von Anja Wyden Guelpa

Anja Wyden Guelpa, photographiert von Michael Wiederstein.

«Die Bürokratie ist das Wasser im Bad, in dem wir alle schwimmen», schrieb David Graeber in seinem Klassiker «Bürokratie: Die Utopie der Regeln1». Und auch wenn sie nicht im gleichen Wasser baden, so betrachteten Tim Guldimann und Tito Tettamanti in ihren Beiträgen2 zum Thema Effizienz in der Verwaltung in dieser Zeitschrift doch das gleiche Becken – allerdings von verschiedenen Seiten. Plädiert Guldimann vor allem für mehr Vertrauen...
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Kurzgeschichte von Bret Anthony Johnston
Aus dem Englischen übersetzt von Christa Schuenke
Mit Illustrationen von Arianna Vairo
Von Bret Anthony Johnston
Das erste Pferd, das seine Tochter hatte, kam von einem Wanderrummel; da waren Kinder auf ihm geritten, schrecklich, immer im Kreis, im Uhrzeigersinn. Ein Schecke mit Senkrücken und Spalthufen, aber Tammy hatte sich auf der Stelle in ihn verliebt, und Atlee hatte dem Schausteller einen Schein in die Hand gedrückt. Das war eine halbe Ewigkeit her, damals, in der Nähe von Robstown, Texas. Atlee war Pferdewirt mit eigener Ranch im westlichen Umland; Laurel, seine Frau, gab bei ihm...
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Kryptowährungen und Blockchain-Technologie sind gekommen, um zu bleiben. Für den Finanzplatz, aber auch für den Rest der Schweizer Wirtschaft ist es an der Zeit, sich neu zu erfinden.
Von Ronnie Grob

Die Sonne scheint über dem Crypto Valley in Zug. Bild: mauritius images / Erik Tham / Alamy.

«Google hat Angst vor uns», behauptete Hanspeter Lebrument, der Präsident der Schweizer Zeitungsverleger, 2007 an ihrem jährlichen Kongress. Gegenüber einem eingeladenen Vertreter der US-amerikanischen Firma verkündigte er, Google komme jetzt langsam auf die Welt und brauche noch ein wenig Nachhilfeunterricht1. 2010 dann erklärte er die Krise der Zeitungen kurzerhand für beendet. In der Realität jedoch haben sich die Nettowerbeumsätze der...
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Wie viel Anarchismus steckt im Bitcoin? Wer entlohnt die Programmierer? Was könnten Privatbanken mit Kryptowährungen anstellen? Und sollte man damit sein Bier bezahlen? Einer der vier Bitcoin-Maintainer weltweit gibt Antworten.
Von Ronnie Grob, Jonas Schnelli
Jonas, mit welchem Argument überzeugst du einen Laien, dass er Bitcoin nutzen sollte?Bitcoin ist eine Revolution des Informationsaustauschs, bei dem die Macht wieder zurück zum Einzelnen geht. Blickt man zurück, so sind die Finanzsysteme nur in den letzten paar hundert Jahren durch den Staat kontrolliert worden – vorher nicht. Lange pflegte man den Tauschhandel, handelte mit Muscheln. Irgendwann einigte man sich auf goldgebundene Tokens, auch der Schweizer Franken war ja... » Mehr
Besuch bei der Schweizerischen Nationalbank. Ökonom Thomas Moser kennt sich gut aus mit Kryptowährungen und sagt: Die meisten ihrer Vorteile gegenüber Fiatwährungen halten einer genaueren Überprüfung nicht stand. Einen 100jährigen Vertrauensvorsprung mache man nicht so leicht wett.
Von Lukas Rühli, Thomas Moser

Thomas Moser, zvg.

Herr Moser, was bedeutet Ihnen Geld?Geld gibt uns Wahlmöglichkeit, Unabhängigkeit und insofern Freiheit. Es ist ein Mittel, mit dem wir uns beschaffen können, was wir brauchen oder haben möchten.
Was ist Geld?Geld ist – genauso wie zum Beispiel Kunst – eine soziale Konvention: Geld ist, was allgemein als Geld akzeptiert wird. Heute sind das die Münzen und Banknoten in Ihrer Brieftasche und die Sichtguthaben auf Ihrem Bank- oder Postkonto. Mit diesen drei...
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Das Mining von Bitcoin verbraucht viel Strom. Die Kryptowährung könnte aber genauso gut mit einem Zehntel des aktuellen Verbrauchs funktionieren.
Von Benjamin Walter

Symbol-Bild.

Das Mining der Kryptowährung Bitcoin verbraucht derzeit eine riesige Menge Strom. Schätzungen gemäss sollen es pro Jahr rund 50 000 GWh sein, also fast so viel wie der Stromverbrauch in der Schweiz[1]. Darauf angesprochen, antworten einige der Bitcoin-Enthusiasten, dass das gesamte Bankensystem noch viel mehr konsumiere. Tatsächlich aber ist der grösste Teil des vom Bitcoin-Netzwerk verbrauchten Stroms unnötig und kann um etwa Faktor 10 reduziert werden, und...
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Von Lidia Bolla, Fabian Schär
Emilia Müller ist 32 Jahre alt. Geboren wurde sie an jenem Tag, an dem der Skandal rund um die auf unzulässige Weise mit der Firma Cambridge Analytica geteilten Facebook-Daten öffentlich bekannt wurde. In den Jahren von Emilias Kindheit haben sich die Probleme mit zentralen Datenbanken gehäuft: Immer wieder kam es zu Lücken, die den Abfluss und den Missbrauch von Daten ermöglicht haben. Zentralisierte, den Markt dominierende Plattformen wie Facebook wurden zu... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Ich hoffe, ihr habt noch nicht zu denken begonnen!...
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner, David Fehr, Elisabeth Schoch, Rico Bandle, Claudia Wirz, Peter Blunschi, Anna Jikhareva
Schweizer Monat / Ausgabe 1056Mai 2018
Von Beni Frenkel
Mein Wunsch: Kurz und richtig
Warum schafften es die Alliierten zuerst, die Bombe zu bauen? Weil sie sich kurzfassten. Die Wissenschaftler Otto Frisch und Rudolf Peierls berechneten im März 1940, dass man für eine Kettenreaktion etwa ein bis zwei Pfund Uranium (U-235) benötigt. Die beiden setzten sich zusammen und beschrieben auf drei Seiten ihr Projekt. Das hat bei den Militärs eingeschlagen. Die deutschen...
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