Wünschen mit Nebenwirkungen

Wünschen mit Nebenwirkungen

Ein berührendes Filmmärchen erzählt altbekannte Geschichten neu.

In einer düsteren Kammer irgendwo im Basar von Istanbul findet Alithea Binnie eine Glasflasche und kauft diese als Souvenir. Die Literaturwissenschafterin ist für eine Konferenz in der Türkei, um in ihrem Fachgebiet Märchen und Mythen einen Vortrag zu halten. Sie erklärt dort, dass diese in Urzeiten dazu dienten, die Welt zu erklären, bevor die Wissenschaft diese Aufgabe übernahm. Aber sie lernt bald selbst, dass die alten Geschichten nicht ganz überholt sind, als die Glasflasche aufbricht und ein Dschinn in ihrem Hotelzimmer erscheint. Damit dieser frei wird und wieder zurück in die Welt der Dschinn kann, muss er ihr drei Wünsche erfüllen. Als Märchenexpertin weiss sie natürlich, dass solche Geschichten für die Beschenkten oft böse enden, und sie ist anfangs sehr misstrauisch. Erst als der Dschinn ihr seine Geschichte erzählt, beginnt sie ihm langsam zu vertrauen.

«Three Thousand Years of Longing» ist ein berührendes modernes Märchen darüber, was man im tiefsten Herzen begehrt, über Liebe und über das Geschichtenerzählen selbst. Die einsame und eigenbrötlerische Akademikerin Alithea Binnie wird von Tilda Swinton gespielt. Idris Elba ergänzt sie in der Rolle als Dschinn, und die beiden haben eine Chemie, die man ihnen nicht zugetraut hätte. In Rückblenden spielen grosse Teile des Films in der Vergangenheit. Beispielsweise als der Dschinn davon erzählt, wie er die Liebe der legendären Königin von Saba an König Salomon verlor und dieser ihn mit seiner Magie verfluchte. Die historischen Sequenzen faszinieren mit ihrer Farbenvielfalt und tragen dazu bei, dass die Bildgewalt die grösste Stärke des Films ist. (mg)

«Three Thousand Years of Longing» ist jetzt im Kino zu sehen.

«Ein Leuchtturm der
Freiheit in einem immer
staatsgläubigeren Europa.»
Frank Schäffler, Bundestagsabgeordneter,
über den «Schweizer Monat»