In dieser Ausgabe

Editorial

Vom Zählen der Tassen im Schrank

Intelligenz zeigt sich nur im Vollzug Der Blick in den Werkzeugkasten eines Handwerkers sagt wenig über seine tatsächlichen Leistungen. Ebenso wenig, so argumentiert der Autor im folgenden Beitrag, prognostizieren die Ergebnisse der Intelligenz-Tests, ob jemand sich im Leben und Beruf auch tatsächlich intelligent verhält.

30 Nationen, zum Klangkörper verschmolzen

Ein Interview mit Martin Engström Das Musikfestival von Verbier, das in diesem Sommer vom 18. Juli bis zum 3. August zum
zehnten Mal im 1500 Meter hoch gelegenen Walliser Val de Bagnes zwischen dem Montblanc und
St. Bernhard Pass stattfindet, erfreut sich seit seiner Gründung Jahr für Jahr ungebrochener Beliebtheit.
Felizitas von Schönborn sprach mit Martin Engström, Gründer und Direktor des Festivals.

Dossier

Trauer und Chance

Brasilien und Mexiko – zwei Spielarten der Mischkultur Jede Mischkultur trägt die Trauer über verlorene Identität in sich. Neue Identitäten entstehen aus Erinnerung, Sehnsucht und Hoffnung im Spannungsfeld von unver-wirklichten Träumen und harter Realität. Aufgrund verschiedener historischerVoraussetzungen entwickeln sich unterschiedliche Chancen.

Von einem Überlebenden des Estadio Nacional de Chile

Um das Trauma der psychischen und physischen Folter zu überwinden, ist ein Menschenleben zu kurz. Im Traum bleibt oft präsent, was am Tag verdrängt werden kann. Vor dreissig Jahren, im September 1973, wurden im Nationalstadion von Chile 5000 Frauen und Männer über Wochen von den Militärs festgehalten. 1991 besuchte der Autor dieses Beitrags zusammen mit einem der Überlebenden ein Fussballspiel, das an eben diesem Ort ausgetragen wurde.

Ex occidente luxus

Im Materialismus des Okzidents geht der Lebenssinn verloren Der Okzident hat seine Seele verkauft, da ihm seine Metaphysik und Kultur verlorengegangen ist.
Ihm fehlt, so argumentiert der Autor, das Nebeneinander von materiellem Streben und spiritueller Identität, wie es etwa in den asiatischen Kulturen und Religionen zum Ausdruck kommt.

Gegen die Personaliserung ökonomischer Vorgänge

Wie ein Knick die Beleuchtung ändern kann Die Anzeichen mehren sich, dass sich die atlantisch-japanische Wirtschaft einer eher ungewohnten
Art von Rezession nähert, die komplexe makroökonomische Ursachen hat. Die um sich greifende
Personalisierung, Moralisierung und Psychologisierung der Probleme verstellt den Blick auf die viel
wichtigeren und an sich bereits hinreichend kritischen Fundamentalfaktoren.

Freund un Feind am Golf

Zu Carl Schmitts Begriff des Politischen Der Krieg im Irak wird in diesem Beitrag nicht primär als Ressourcenkrieg gedeutet, sondern als moralisch motivierter Kampf, bei dem sich «gut und böse» als «Freund und Feind» gegenüberstanden, als Konflikt, in dem sich idealistische Politik mit realistischer Strategie in komplexer Weise überlagern.

Ein Mehrzweckinstrument auf der Suche nach Sinn

Rückbesinnung auf die Gesamtverteidigungskonzeption Karl Schmids Es war vorauszusehen, dass das organisatorisch ausgerichtete Projekt der Armee XXI bei der Volks-abstimmung vom 18. Mai eine breite Zustimmung finden würde. Die Konzeption, in deren Rahmen dieses Instrument in Zukunft sinnvoll und in Übereinstimmung mit der Verfassung einzusetzen ist,muss in den nächsten Jahren erst noch erarbeitet werden.

Zwischen Konflikt und Konvergenz

Transkulturelle Ähnlichkeiten als Basis des Dialogs Die Unterschiede innerhalb komplexer Kulturen werden gegenüber den Unterschieden
zwischen den Kulturen tendenziell unterschätzt. Zwischen Gruppen mit vergleichbaren
Lebensbedingungen gibt es über die Kulturgrenzen hinweg überraschend viele Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen.

Der Beitrag des Islam zur Kultur Europas

Abwehr und Kulturaustausch Islam und Christentum sind sich im Lauf der Geschichte nicht nur im Geist der Aggression, der Eroberung und Bekehrung begegnet. Neben der Bedrohung gab es wichtige Phasen des Dialogs und der gegenseitigen Faszination, an die heute wieder anzuknüpfen wäre. Dazu braucht es auf beiden Seiten Selbstbewusstsein und den Verzicht auf Schuldzuweisungen und Selbstbezichtigungen.

Der Beitrag der Juden zur Kultur Europas

Europa ist jüdisch – wo und so es christlich ist Was zunächst als provokative These des Autors klingt, ist bei näherer Betrachtungsweise realistisch. Das Judentum hat als historisch-realitätsbezogene Ge–schwisterreligion mit dem engen Bezug zu Recht, Politik und Wirtschaft viel intensiver auf die Entwicklung Europas eingewirkt als das jenseitig und heilsgeschichtlich ausgerichtete Christentum.

Einmarschiert, eingesickert, eingeschmolzen?

Die paradoxe Geschihte der Alamannen Die Geschichte der Einwanderung der Alamannen in die Schweiz hat selbst ihre bewegte Geschichte, die von der wechselnden Nachfrage nach mythischen Abgrenzungen und Identitäten abhängt. Nach heutigem Kenntnisstand sind die Alamannen eine ethnisch heterogene Gruppe, die sukzessive und relativ friedlich eingewandert ist.

Die Schweiz – Sinnbild der Diversität

Hoch der Anspruch, bescheidener die Wirklichkeit Die Schweiz gilt weltweit als ein Meisterwerk der Vielfalt in der Einheit, als ein erfolgreiches Modell, das ethnische, linguistische, konfessionelle und andere Unterschiede achtet. Der Autor des folgenden Beitrags fragt, wie es sich verhält, wenn man vom offiziellen Credo zur harten Realität absteigt.