In dieser Ausgabe

Editorial

Editorial

Adolf Muschg gehört – das darf man so sagen – zu den treuen Lesern und Autoren dieser Zeitschrift. Er beehrt uns immer wieder mit sporadischer Blattkritik in E-mail-Form – und er schreibt seit langer Zeit, als die Korrespondenz noch auf dem Postweg erfolgte, für den «Monat». Dass er vieles anders sieht als die heutige Redaktion, […]

Zur Identität der Identität
Adolf Muschg, photographiert von Sébastien Agnetti.
Zur Identität der Identität

Wer nicht weiss, was ihn im Innersten zusammenhält, kann von mannigfachen Angeboten Gebrauch machen, die ihm die Selbstdefinition scheinbar abnehmen. Was aber, wenn sich kein einzelner, sondern ein ganzer Staat nach mehr Identität sehnt? Der letzte Grossschriftsteller der Schweiz über die Schlüsselfragen hinter den drängendsten zeitgenössischen Diskussionen und Problemen: Wer bin ich? Wer sind wir?

Kolumne

Griechische Wirtschaftsgrössen

Nicht erst seit der Eurokrise will die griechische Ökonomie einfach nicht recht zur glorreichen antiken Tradition der Dichter und Denker passen. Zwar gibt die oikonomika (4. Jh. v. Chr.), eine Abhandlung zu Hauswirtschaft, Staatswirtschaft und Ehe, den Auftakt zum theoriegeschichtlichen Kanon der Wirtschaftswissenschaften. Ihr Inhalt dient dabei eher der Erheiterung denn der Erhellung. Der Verfasser […]

Hausgemachte Flüchtlingskrisen

Niklas Luhmann nannte die Bürokratie ein System mit «geringer Störempfindlichkeit». Was der eloquente Soziologe damit meint: Bürokratien sind träge und unflexibel. Dass das durchaus tragische Auswirkungen haben kann, zeigt die aktuelle Flüchtlingskrise – etwa in Deutschland, das dank der spontanen Offenherzigkeit seiner Kanzlerin hunderttausende Migranten aufnimmt. Das Ergebnis: Chaos durch eine Überlastung der Aufnahmesysteme – […]

Dossier

Für eine egalitäre Gesellschaft

Was ist eine egalitäre Gesellschaft? Es ist eine Gesellschaft, die stolz darauf ist, ohne Vorrechte auszukommen. Aber es ist keine Gesellschaft, in der materielle Gleichheit angestrebt wird. Ein solcher Gedanke wirkt auf viele Zeitgenossen fast schon skandalös. Und in der Tat leisten sich Politiker und Publizisten auch hierzulande seit Jahren parteiübergreifend rhetorische und statistische Auseinandersetzungen […]

Zum Apfelschuss braucht es Mut
Markus Spillmann, photographiert von Christine Bärlocher.
Zum Apfelschuss braucht es Mut

Der Wahlherbst 2015 hat in der Schweiz das bürgerliche Lager gestärkt. Ein liberaler Frühling ist damit keineswegs garantiert. Zwar hätten wir Bürger mehr Freiheit bitter nötig. Doch gleichzeitig hadern wir als Gesellschaft mit mehr Selbstverantwortung. Warum? Ein Erklärungsversuch.

Freiheit durch Recht

Die Magna Carta feiert heuer ihren 800. Geburtstag. Die Patin der Bill of Rights und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung legte den Grundstein für die Herrschaft des Rechts. Seit ihr gilt: niemand steht über dem Gesetz. Eine Würdigung mit Blick auf unser postmodernes Rechtssystem.

Mythos Ungleichheit
Marco Salvi, Bild: Avenir Suisse.
Mythos Ungleichheit

Die Armut nimmt ab. Sowohl in der Schweiz als auch weltweit. Das kümmert Haushalte mit bescheidenen Einkommen wenig: für die Verbesserung ihrer Lage bleibt viel zu tun. Neue Steuern und zusätzliche -Umverteilung sind aber keine Lösung.

Die Mär vom Sparen
Rudolf Wehrli, photographiert von Giorgio von Arb.
Die Mär vom Sparen

Der Staat, so heisst es auch hierzulande, sei daran, sich kaputtzusparen. Ein populärer Irrtum: Die Staatsausgaben wachsen seit Jahren zuverlässig. Höchste Zeit, genauer hinzublicken.

Hauswart M.A.?
Mathias Binswanger, photographiert von Thomas Burla.
Hauswart M.A.?

Ein hoher Akademikeranteil ist nicht Ausdruck eines hohen Bildungsniveaus. Im Gegenteil: die Bachelorisierung aller Berufe entwertet die Lehre. Gedanken zur Zukunft des dualen Bildungssystems.