Superman, Batman und Wonder Woman jetzt noch düsterer
Warner Bros.

Superman, Batman und Wonder Woman jetzt noch düsterer

Nach jahrelangen Konflikten rund um den Comic-Blockbuster «Justice League» liegt nun die Version von Original-Regisseur Zack Snyder vor. Sie dauert grimmige vier Stunden.

Die Hintergrundgeschichte ist fast so dramatisch wie die Filmhandlung: Als der Superhelden-Film «Justice League» im November 2017 in die Kinos kam, enttäuschte er kommerziell. Weltweit spielte der Film mit Superman, Batman und Wonder Woman zwar rund 650 Millionen US-Dollar ein, die Firma Warner Bros. hatte sich jedoch mehr erhofft.

Bereits vor der Veröffentlichung war es zu Unstimmigkeiten gekommen: Regisseur Zack Snyder («300») war aus dem Projekt ausgeschieden und von Joss Whedon («The Avengers») ersetzt worden. Dies hing einerseits mit dem Suizid von Snyders Tochter zusammen, andererseits aber auch mit Konflikten zwischen Warner Bros. und Snyder über den Inhalt des Films.

Mit der von Whedon fertiggestellten Kinofassung waren viele Superhelden-Fans unzufrieden. Sie starteten eine Online-Bewegung, welche die Veröffentlichung des sogenannten «Snyder-Cuts», also der von Snyder autorisierten Fassung, verlangte. Nach aufwendigen Arbeiten, die rund 70 Millionen Dollar kosteten, liegt diese Version jetzt vor. In der Schweiz ist sie im Streaming-Dienst Sky verfügbar.

«Zack Snyder’s ‹Justice League›» ist über vier Stunden lang. Die neue Version ist tatsächlich besser als die Variante von 2017 – vor allem, weil damals zu viel in einen Film hineingepackt wurde. Neben einer komplizierten Geschichte rund um drei magische «Mutterboxen», die Auferstehung von Superman und den Kampf gegen intergalaktische Bösewichte wurden auch noch verschiedene Helden neu eingeführt.

Um all diese Erzählstränge einigermassen sinnvoll zu verbinden, benötigt der Film tatsächlich fast die kompletten vier Stunden Laufzeit. Auch wird der prägnante Stil von Snyder als Regisseur nun durchgehalten: Die Bilder sind herrlich stilisiert und dramatisch beleuchtet. Snyder verzichtet auf Humor und spielt die Superhelden-Geschichte mit fast religiöser Ernsthaftigkeit und viel Zeitlupe durch.

Doch auch die neue Version der Geschichte hat ihre Schwächen. Sie enthält weiterhin Logik-Lücken, und Superman bleibt als Filmheld weiterhin öd, weil er einfach viel zu mächtig ist. Dennoch: Für Fans von Comic-Filmen bietet die neue Version einen Einblick in eine mögliche Variante des DC-Film-Universums, wie sie jetzt wohl nicht mehr weitergeführt wird. (dj.)

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Niko Stoifberg, Schriftsteller und Redaktor bei «getAbstract», über den «Schweizer Monat»