In Afrika

Die Titelgeschichte unserer Märzausgabe, nun online lesbar: Der Kontinent wird täglich reicher und selbstbewusster. Höchste Zeit, dass wir ihn besser verstehen lernen.

In Afrika
Südsudan 2015: Ein Helikopter der Uno mit Essenslieferungen an Bord. Der ölreiche Südsudan erklärte sich 2011 mit internationaler Unterstützung für unabhängig von Sudan. Seit 2013 herrscht Bürgerkrieg, insbesondere zwischen Angehörigen der Ethnien der Nuer und der Dinka. Photographiert von Dominic Nahr.

Zwischen Oktober 2010 und April 2012 starben in Somalia mehr als eine Viertelmillion Menschen an Hunger. Auf dem Tiefpunkt der Katastrophe durchquerten hunderttausende Menschen zu Fuss die Wüste, um sich vom Süden des Landes nach Mogadischu zu retten. Sie gingen in einem kilometerlangen Menschentross und begruben am Wegrand ihre Toten.

Zwischen den Ruinen der Hauptstadt errichteten sie Lager aus Zweigen und Plastiktüten. Jeden Tag starben ein paar hundert Menschen mehr. Cholera und Masern breiteten sich aus. Es fehlte an Platz, um die täglich wachsende Zahl der Toten zu begraben. Also richteten die Menschen ihre Lager auf den Friedhöfen ein. Am Ende der Katastrophe war jedes zehnte Kind unter fünf Jahren tot.

Vielleicht erinnern Sie sich? Möglicherweise haben Sie Geld an die Hilfsorganisationen gespendet, die ganze Plakatsäulen mit den Bildern hungernder Kinder bepflasterten? Die Somalia-Kampagne war eine der erfolgreichsten der letzten Jahre. Umgerechnet 1,7 Milliarden Franken kamen in wenigen Monaten zusammen, 400 Pfund für jeden betroffenen Somalier. Genau das aber sollte uns stutzen lassen. Wie kann es sein, dass bei so viel Geld trotzdem 258 000 Menschen verhungern?

Die ganze Geschichte zeigt, welch verzerrtes Bild wir bis heute von Afrika haben. Die Wahrheit über Hungersnöte in Afrika ist, dass sie fast nie vorkommen. Jene in Somalia ist die einzige im 21. Jahrhundert, und sie hat ganz konkrete Gründe.

 

Afrikaner hungern nicht einfach so

Jeder, der damals in Mogadischu war, stellte fest, dass kaum Hilfe die Menschen im Süden Somalias erreichte. Nicht einmal zur schlimmsten Zeit der Wüstenmärsche. Kaum eine der westlichen Hilfsorganisationen war überhaupt vor Ort. Falls sie überhaupt in Südsomalia waren, beschränkten sie sich auf das sichere Gelände des Flughafens. Warum?

Die Entwicklungshelfer sprachen über Geldmangel, die Hartherzigkeit der reichen Welt und ihre eigenen frustrierenden Sicherheitsvorgaben. Das sind viel zitierte Gründe. Man muss annehmen, dass die meisten dieser Helfer, die übrigens meist engagierte und wohlwollende Leute sind, sich eher etwas zusammenreimten als einfach logen.

Denn hinter den Stacheldrahtzäunen der Hilfsorganisationen, tief im Innern der Stadt, wussten der somalische Premierminister, der Verteidigungsminister, der Minister für Präsidialangelegenheiten, ein Militärberater und der Chef einer lokalen Hilfsorganisation ganz genau, wieso keine Hilfe ankam. Sie sprachen auch offen darüber. Sie sagten, dass die Regierungen von Somalia und den USA die Hilfsorganisationen zwangen, den Süden von den gewohnten Essenslieferungen abzuschneiden. Mit dem Ziel, Druck auf die dort aktive Terrormiliz al-Shabaab auszuüben. Laut den amerikanischen Experten finanzierten sich die Al-Shabaab-Kämpfer unter anderem, indem sie Hilfsgüter stahlen. Nahrungslieferungen konnten entsprechend als Unterstützung von Terrorismus klassiert werden – ein Tatbestand mit drastischen Strafen im amerikanischen Recht. Die Organisationen hatten protestiert, waren aber daran erinnert worden, dass der amerikanische Staat ihr grösster Geldgeber sei. Also gehorchten sie.

Als Journalist störte mich an der Geschichte vor allem eines: dass so wenige Leute überhaupt wussten, wie hier genau die Zusammenhänge waren. Noch schlimmer: dass so wenige sich überhaupt etwas in dieser Richtung vorstellen konnten. Und zwar darum, weil wir an falschen Vorstellungen über Afrika festhalten. Dass westliche Hilfsorganisationen nicht nur tatenlos sein können, sondern eine Hungersnot sogar auslösen, passt nicht in unser Weltbild. Also übersahen die meisten ausländischen Beobachter die Realität.

Der Kern der ganzen Geschichte waren diese Sanktionen. Darum ging es eigentlich. Nicht um die alte Legende, dass in Afrika halt ab und zu gehungert werde.

 

Diese unendlichen Weiten

Afrika ist ein Kontinent von spektakulärem Ausmass. Mit einer Fläche von 30 Millionen Quadratkilometern ist er viermal so gross wie Australien, dreimal so gross wie Europa und mehr als doppelt so gross wie Lateinamerika oder China und Indien zusammen. Ein einziger afrikanischer Dschungel, jener im Kongo, erstreckt sich über ein Gebiet doppelt so gross wie Westeuropa. Eine einzige Wüste, die Sahara, ist so gross wie die USA. Zwischen der Sahara und dem Kap der Guten Hoffnung befinden sich 49 Staaten, ein Viertel aller Länder der Welt.

Die Schönheit Afrikas liegt in seinen offenen Weiten inmitten einer vollgepackten Welt. Wenn Sie an Afrika denken, sehen Sie ziemlich sicher eine Landschaft vor sich oder Tiere, nicht Städte und Menschen. Seine unglaubliche Grösse erklärt auch die Anziehungskraft des Kontinents auf Fremde. Sie waren stets fasziniert von all diesem Land, dem Gold, dem Kautschuk, den Sklaven, Diamanten und Elefanten. (Das meinen Ökonomen jeweils mit der Aussage, Afrika sei mit zu vielen Ressourcen gestraft.) Diese Dimensionen waren auch der beste Schutz gegen eroberungswillige Fremde. Europäer und Amerikaner haben einen Grossteil des 19. Jahrhunderts damit verbracht, ihre eigenen Heimatnationen mit Gittern aus Stahl und Kupfer zu zähmen – die Grösse Afrikas erstickte ähnliche Ambitionen. Selbst der unersättliche Cecil Rhodes scheiterte an seinem Traum, eine Eisenbahn von Kapstadt bis Kairo zu legen. Er schaffte bis zu seinem Tod 1902 gerade mal ein Fünftel der Strecke.

Die endlosen Weiten brachten dem Kontinent allerdings nicht nur Schönheit und Freiheit. Sie verhinderten auch Fortschritt. Es waren einst afrikanische Jäger und Sammler, die von Ostafrika her die Welt eroberten, auf der Suche nach frischer Beute. Etwa 9000 vor Christus begannen Menschen, sesshaft zu leben und sich von Tierzucht und Getreideanbau zu ernähren. Sie gewannen ein Zehnfaches der Nahrung, die sie auf derselben Fläche hätten erjagen können. Mit der Zeit wurden aus den Häusern Dörfer und aus den Dörfern Städte. Nicht in Afrika. Dieser Kontinent war schlicht zu gross und seine Bevölkerung zu klein, als dass Platz und Beutetiere knapp geworden wären. Vor zweitausend Jahren lebten in Afrika geschätzte 40 bis 50 Millionen Menschen. Vor zweihundert Jahren waren es nur wenige mehr. Warum?

Krankheiten, mächtige Raubtiere und schliesslich der Kolonialismus, der neue Krankheiten brachte und 25 Millionen Menschen als Sklaven entführte, hielten die Bevölkerungsdichte klein. Die grossen Triebfedern des Fortschritts – Städte, Kommunikationstechnologie und Privateigentum – entwickelten sich in Afrika deutlich später als im Rest der Welt. Afrikaner lebten weit auseinander, in endlos weiten Jagdgründen. Sie änderten ihre Lebensweise nicht, weil sie nicht mussten. Irgendwann, mit dem Lauf der Zeit, war die menschliche Lebenswirklichkeit in Europa und Asien eine fundamental andere als jene in Afrika.

Als die Europäer im 15. Jahrhundert nach Afrika kamen, glaubten sie, primitive Menschen entdeckt zu haben. Wer sich allerdings in der afrikanischen Geschichte auskennt, weiss: Es gab sehr wohl Zivilisationen auf diesem Kontinent. Es war nur so, dass die Europäer sie nicht als das erkannten. Im 2. Jahrtausend nach Christus verteilten sich rund zweihundert Königtümer und Grossreiche über Afrika. Manche von ihnen waren extrem langlebig, etwa das Reich der Wolof, das sich sechs Jahrhunderte lang über das Gebiet des heutigen Senegal und Gambia erstreckte. Oder das Königreich Kongo, das fünfhundert Jahre lang im heutigen Südkongo und Angola florierte. Andere Dynastien waren Abenteurer. Münzen des Kilwa-Sultanats, einer Händlernation im heutigen Tansania, wurden an der Küste Australiens gefunden. Spuren von Tabak und Kokain, beides amerikanischen Ursprungs, in ägyptischen Mumien deuten auf eine Form transatlantischen Handels bereits vor 3000 Jahren hin. Das Ashanti-Reich, das sich vom heutigen Ghana bis an die Elfenbeinküste erstreckte, glich dem imperialen Rom: es verfügte über befestigte Strassen, feste Verwaltungshierarchien und Polizeieinheiten sowie eine 200 000köpfige Armee, die im 19. Jahrhundert viermal Kolonialisierungsversuche der Briten abwehrte. Ein Kern davon lebt bis heute als Königsreich innerhalb des Staates Ghana weiter.

Dennoch waren die Unterschiede zwischen Europa und Afrika fundamental. Europa war ein dicht besiedelter Raum voller kleiner Staaten mit festen Grenzen und Bevölkerungen. Die Königreiche Afrikas kamen kaum je in Kontakt miteinander. Ihre Ränder waren nicht Grenzen, sondern Sphären kontinuierlich abnehmenden Einflusses. Privater Landbesitz war nicht notwendig; darum existierte er nicht. Staatsangehörigkeit definierte sich nicht als Vertrag zwischen einem Staat und einem Individuum, sondern bestand aus sich überlappenden Loyalitäten gegenüber Familie, Dorf, Clan, Region und Königreich. Kultur, Religion und Sprache geboten weitere Zugehörigkeiten.

In einem Reich, in dem nicht einmal die genaue Einwohnerschaft bekannt ist, kann ein politisches System auf der Basis individueller Rechte nicht funktionieren. Afrikanische Gesellschaften organisierten sich stattdessen als Gebilde kollektiver Rechte, zentral verwaltet im Interesse des grossen Ganzen.

Heute kennen wir dieses System unter seinem südafrikanischen Namen: «Ubuntu». Der europäische Individualismus spiegelt sich in René Descartesʼ «Ich denke, also bin ich». Die afrikanische Antwort darauf ist: «Ich bin, weil du bist.» Der einzelne definiert sich als Teil einer Gemeinschaft. Die Stabilität von Ubuntu kann attraktiv wirken. Sie birgt aber auch Gefahren.

Eine ganze Reihe apokalyptischer Stammeskriege in der afrikanischen Geschichte illustriert, was passieren kann, wenn eine engverbundene Gemeinschaft auf eine andere trifft. Ausserdem ist es angesichts von Ubuntu einfach, sich von einer wohlwollenden Diktatur hin zu einer Tyrannei zu bewegen. Europäer neigen dazu, afrikanische Diktaturen als Verlust der Demokratie zu sehen. Im afrikanischen Kontext liest sich das anders: als eine Überzeichnung von Ubuntu. Diktaturen entstehen, wenn der Herrscher Konsens nicht mehr zu vermitteln vermag und ihn stattdessen autoritär durchsetzen muss. Ähnlich verhält es sich mit Korruption, einer anderen ständigen Sorge von Europäern in Afrika. Für jeden anständigen Europäer ist Korruption des Teufels. Durch die Linse von Ubuntu gesehen, sind Korruption und Vetternwirtschaft nichts weniger als eine soziale Pflicht – ein verantwortungsbewusstes Teilen mit dem Clan.

 

Entwicklungshilfe als Geschäft

Von ihrer ersten Begegnung an also konnten Afrikaner und Europäer dasselbe betrachten und etwas völlig anderes sehen. Das hat sich bis heute nicht verändert. Aussenstehende stellen sich Afrikaner als hungernde Kinder vor. In Wirklichkeit ist der durchschnittliche Afrikaner ein anständig gekleideter, zunehmend wohlhabender junger Erwachsener. Das Durchschnittseinkommen eines Afrikaners betrug letztes Jahr 1720 Dollar, 200 Dollar mehr als das eines durchschnittlichen Inders. Vor einem knappen Jahrzehnt haben erstmals private Direktinvestitionen das Ausmass der Entwicklungshilfe überholt; sie betragen inzwischen jährlich rund 87 Milliarden Dollar.

Das Wirtschaftswachstum in Teilen Afrikas gehört heute zu den beeindruckendsten der Welt. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten zehn Jahren noch beschleunigen: Hunderte Millionen Menschen werden der Armut entfliehen. Nach Prognosen der Weltbank halbiert sich bis 2030 der Anteil der afrikanischen Bevölkerung, der unter der Armutsgrenze lebt – von der Hälfte auf ein Viertel der Menschen. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, kann ein mittlerer afrikanischer Staat wie etwa Sambia bis 2050 mit einem Einkommen rechnen, wie es heute Polen erwirtschaftet, möglicherweise sogar das von Südkorea.

Westliche Hilfsorganisationen ignorieren solche guten Nachrichten hartnäckig. Obwohl Afrikas Volkswirtschaften boomen, vermitteln sie der Welt den Eindruck, der Zustand des Kontinents sei nie schlimmer gewesen als jetzt – und haben ihr Spendenvolumen seit der Jahrtausendwende vervierfacht. Sie können das aufgrund ihrer schieren Grösse und Macht. Entwicklungshilfe ist heute eine globale Industrie mit rund 600 000 Angestellten und einem Umsatz von jährlich 135 Milliarden Dollar. Das ist nicht Wohltätigkeit; das ist Business.

Das Geschäftsmodell der Hilfsorganisationen ist die Krise. Also prägen sie den Blick auf Afrika entsprechend ihren Bedürfnissen – mit Hilfe ihrer Ressourcen und der institutionellen Schlagkraft von UNO, Weltbank, IMF, Teilen der US-Verwaltung, hunderten Entwicklungsministerien, tausenden Botschaften und zehntausenden Nichtregierungsorganisationen. An Konferenzen in Genf oder New York diskutieren die Experten die wachsende Aufbruchstimmung in Afrika, vergleichen sie mit ihren Pressemitteilungen und kommen zum Schluss, dass allzu viele gute Neuigkeiten ihnen nicht dienen. Die Branche scheint erpicht darauf, dass die Erzählung dieselbe bleibt: die von Auswärtigen, die Kinder retten. Zeugnis davon ist der Lobbying-Aufwand der Organisationen in der UNO-Vollversammlung. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, absolute Armut in den nächsten fünfzehn Jahren zu besiegen. Die Entwicklungshilfeindustrie sieht das als ihren Job an. Niemand spricht das Offensichtliche aus: dass das Besiegen von Armut gleichbedeutend sein müsste mit einem Ende der Entwicklungshilfe.

 

Afrika, eine Business-Story

Dieselbe egozentrische Perspektive spiegelt sich auch in den lautstarken Vorwürfen westlicher Unternehmen und Regierungen, dass sich China in Afrika wie ein Imperialreich aufführe. Die Behauptung, China überrenne Afrika, ist falsch. Der grösste Investor auf dem Kontinent ist und bleibt Frankreich, gefolgt von den USA, Grossbritannien, Malaysia und Südafrika. Erst dann folgt China. Die Sorge, irgendjemand könnte Afrika wegschnappen, folgt einer typisch kolonialistischen Sichtweise. Ja, der Kontinent verfügt über Rohstoffe, die jeder will. Aber heutzutage, in einem erstarkenden und selbstbewussten Afrika, zieht das Bewerber an – nicht Eroberer.

Bevor Reporter nach Afrika reisen, erwarten sie meist, künftig Geschichten über Krieg, Diktatoren, Korruption und Hungersnöte zu erzählen. Stattdessen treffen sie auch auf radikalen Wirtschaftsaufschwung. Meine Geschichten drehten sich nicht nur um Hunger in Äthiopien, sondern auch um Yuppie-Nahrungsmittelhändler, die an der ersten Rohstoffbörse des Kontinents ein Vermögen machen. Sie drehten sich nicht um Savannen und Sonnenuntergänge, sondern um Silicon Savannah, Nairobis geradezu explodierende Tech-Szene. Inzwischen sind sich ausländische Korrespondenten vor Ort alle einig: heute ist die grosse Afrika-Story, wie zuvor jene in Asien, eine Business-Story.

Wachstum ist kein geradliniger Prozess. Er bringt immer Ungleichheit mit sich, die bei unkluger Politik Hass und Konflikte nähren kann. Wer aber das aktuelle Ringen im neuen Afrika verwechselt mit der alten Erzählung von endlosen Kriegen, muss sich auf ein abruptes Aufwachen gefasst machen. Denn so atemberaubend der wirtschaftliche Aufschwung in Afrika ist, so drastisch werden die politischen Verschiebungen sein, die er mit sich bringt. Ihr neuer Wohlstand verschafft Afrikanern die Macht, sich vehement gegen Leute zur Wehr zu setzen, die noch immer zu wissen glauben, was sie zu tun oder zu denken haben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sich durchsetzen wird: die Geschichte, wie sich eine Milliarde Menschen ihre Freiheit erkämpft.

Sudan 2012: Einwohner der Region Nuba verstecken sich vor dem Bürgerkrieg. Auf dem Gebiet des Nordsudan leben geschätzte 600 verschiedene Ethnien afrikanischer und arabischer Herkunft. Einige von ihnen werden von der islamistischen Regierung in Khartoum verfolgt. Photographiert von Dominic Nahr.

Somalia 2012: Ein Soldat der Afrikanischen Union vor einem Einsatzplan. In Somalia kämpfen seit 2009 Truppen der somalischen Regierung und der Afrikanischen Union gegen Milizen der al-Shabaab. Strategische Unterstützung – auch über Entwicklungshilfe – kommt unter anderem von der Uno und den USA. Photographiert von Dominic Nahr.


Alex Perry (Text)
arbeitet seit über fünfzehn Jahren als Auslandskorrespondent für britische und amerikanische Publikationen, dabei mehrere Jahre als Leiter des Afrikabüros des renommierten «Time Magazine». Perry ist für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet worden. Seine Recherchen zur Terrororganisation Boko Haram wurden vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag als Beweismittel angefordert. Er ist Autor von «Falling Off the Edge» (2008) und von «Lifeblood» (2011), einer Dokumentation der erfolgreichsten Anti-Malaria-Kampagne aller Zeiten. Am 25. Februar erschien sein neustes Buch unter dem Titel «In Afrika – Reise in die Zukunft» beim Verlag S. Fischer. Perry ist in Philadelphia geboren. Er hat an der Universität Oxford studiert und lebt heute mit seiner Frau und drei Töchtern in Hampshire, England.


Dominic Nahr (Photographien)
ist Fotograf und arbeitet regelmässig mit Alex Perry zusammen, unter anderem für «Time Magazine». Seine Arbeiten sind in verschiedenen Publikationen erschienen, darunter im «National Geographic Magazine», «Stern», «New York Times» und «Wall Street Journal». Nahr hat Förderstipendien der Pulitzer-Stiftung, von World Press Photo und Magnum erhalten und ist in verschiedenen internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden, darunter von World Press Photo und Swiss Press Photo. 2015 ernannte ihn die Swiss Photo Academy zum Schweizer Fotografen des Jahres. Nahr ist im Kanton Appenzell geboren, in Hongkong aufgewachsen und lebt zurzeit in Nairobi, Kenia.


Dieser Text wurde im britischen Magazin «Prospect» publiziert (2015). Er erscheint erstmals im deutschen Sprachraum im «Schweizer Monat». Aus dem Englischen von Olivia Kühni.