Altersvorsorge, Kinder und Gemeinnützigkeit

Wie geht das zusammen?

Meine Frau Ann und ich setzten uns mit dem Thema Philanthropie erstmals nach einem erfolgreichen Börsengang mit einer Firma auseinander. Es war niemals unsere Absicht, vermögend zu werden – und so besprachen wir, was wir mit dem Geld anfangen sollten. Wir beide waren schon über viele Jahre in verschiedensten Gruppen aktiv, um über wichtige Lebensfragen nachzudenken und einen entsprechenden Lebensstil zu führen. In Harmonie mit der Natur zu leben, Leben zu schützen, zu hegen und zu heilen sind unsere Kernanliegen. Somit beschlossen wir, ideell ähnlich gelagerte Projekte zu unterstützen.

In unserem Alter stellt sich dann die Frage, wie viel unseres Vermögens wir in eine eigene Stiftung einbringen wollen. Denn: wenn das Geld einmal in der Stiftung ist, kann es nicht mehr für private Zwecke herausgenommen werden, auch wird es für das Erbe der Kinder nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch die Vorsorge ist ein Thema: Falls für uns Erwachsene unerwartet hohe Krankheitskosten oder Betreuungskosten anfallen sollten, lohnte es sich, diese Unsicherheiten einzuplanen. Dann hörte ich von einer Lösung dieses Problems durch die Rütli-Stiftung. Sie bietet uns die Möglichkeit, Vermögen in der Stiftung anzulegen und die Erträge gemeinnützig auszugeben. Das eingebrachte Kapital kann später wieder ins Privatvermögen eingebracht und verwendet werden. Das Konzept entsprach unseren Bedürfnissen – und gab uns bei unserem Stiftungsanliegen Sicherheit, wo vorher keine war.

Natürlich stellten wir die Bedingung, dass die Anlagen unserem Stiftungszweck entsprechend, also nach unseren Nachhaltigkeitskriterien, getätigt werden müssen. Unsere bisherige Erfahrung ist, dass solche Anlagen mindestens gleichwertige Erträge erwirtschaften wie andere Wertpapiere – was zu einer lebensfreundlicheren Welt beiträgt. Und die Kinder? Sie stimmten vorbehaltlos zu. Schliesslich geht es auch um ihre künftige Lebenswelt.


Hansruedi Zulliger
führt gemeinsam mit seiner Frau Ann Zulliger die Stiftung Drittes Millennium. Web: www.stiftung3m.org. Sie leben in Luzern.

 

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
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