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Die Pionierin: Mina Hofstetter – radikal der Natur zugewandt

Ausgezehrt von den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs, entdeckte Mina Hofstetter den biologischen Landbau. Sie wurde eine seiner wichtigsten Vorreiterinnen.

Die Pionierin: Mina Hofstetter – radikal der Natur zugewandt
Mina Hofstetter, zvg.

Ende 1918 war Mina Hofstetter am Boden. Der Krieg war zwar vorüber, hatte aber übermässig an ihren Kräften gezehrt. Während ihr Mann, Ernst Hofstetter, im Aktivdienst war, musste sie allein die rund sieben Hektaren Land bewirtschaften und zehn Kühe versorgen. Dazu kamen fünf kleine Kinder, mit dem sechsten war sie schwanger. Auf schwere Grippeanfälle folgten ein Nervenzusammenbruch und zwei Operationen, die wiederum schmerzhafte Komplikationen nach sich zogen. So ging es nicht mehr weiter. Zufällig stiess sie auf Schriften der Lebensreform-Bewegung, die ihren Blick weiteten. Sie verzichtete zunächst auf Schweinefleisch, bevor sie ihre gesamte Ernährung auf Rohkost umstellte.

«Besonders in den 1930er- und 1940er-Jahren etablierte sie ein Kurswesen, baute ein Sonnenbad «Lichtwärts» und knüpfte ein enges und internationales Netzwerk mit Gleichgesinnten wie dem bekannten Arzt Maximilian Bircher-Benner (bekannt als Erfinder des Birchermüesli).»

Den radikalen Wandel zur veganen Ernährung wollte Mina Hofstetter auch auf dem Bauernhof vollziehen. Da sich ihr Mann nicht von der Idee einer viehlosen Landwirtschaft überzeugen liess, richtete er, der ursprünglich Schreiner gelernt hatte, im Ökonomieteil eine Schreinerei ein. Seine Frau dagegen war nun frei in ihren Anbaumethoden und machte den Hof Stuhlen bei Ebmatingen im Kanton Zürich zu einem Versuchsfeld für biologischen Landbau. Besonders in den 1930er- und 1940er-Jahren etablierte sie ein Kurswesen, baute ein Sonnenbad «Lichtwärts» und knüpfte ein enges und internationales Netzwerk mit Gleichgesinnten wie dem bekannten Arzt Maximilian Bircher-Benner (bekannt als Erfinder des Birchermüesli).

Das Lebenswerk von Mina Hofstetter war beeindruckend und radikal anders. Als verheiratete Frau und siebenfache Mutter – nicht ledig oder verwitwet wie die meisten Pionierinnen ihrer Zeit – schuf sie auf ihrem Hof einen internationalen Treffpunkt für biologischen Landbau. Dabei war sie die Essenz jenes agrikulturellen Laboratoriums, in welchem beispielsweise 1947 die «Genossenschaft biologischer Landbau» (heute: Bioterra) gegründet wurde.

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