Autsch!

Das Schweizer Spitalwesen am Scheideweg

Autsch!

Es ist der linke Knöchel! Eben haben Sie noch mit einer Freundin zu Mittag gegessen, und schon liegen Sie erschrocken auf der Strasse, sammeln dann Ihren Schuh wieder ein und humpeln zurück auf den Gehsteig. Verstaucht, wenn nicht gebrochen, jedes Aufsetzen schmerzt. «Du solltest ins Spital», sagt die Freundin. Bloss: in welches?

Zentrumskliniken spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Schweizer Gesundheitswesen. Sie sind nicht nur Dienstleister für ihre Patienten, sondern auch Innovatoren in Ausbildung und Personalentwicklung, Forschung, Verwaltung und Kommunikation. Sie beschäftigen Experten selbst oder sichern sich ihre Dienste, bewegen sich in einem Spannungsfeld aus medizinischer Ethik, ökonomischer Logik und politischen Vorgaben – und müssen sich innerhalb dieses Dreiecks als Pioniere immer wieder neu positionieren.

Diese Sonderpublikation – entstanden in Zusammenarbeit mit der Klinik St. Anna in Luzern – soll einige der wichtigsten Themen erkunden, mit denen sich ein Spital heute und morgen auseinandersetzt, und welchen Fragen, Problemen und Lösungs-ansätzen die Beteiligten dabei begegnen. Die folgenden Seiten sollen einerseits den Alltag in einem Schweizer Spital nachvollziehbar machen, zeigen, wie dieser Mikrokosmos funktioniert, aber auch erörtern, was schon bald nicht mehr funktionieren könnte. Dem Schweizer Gesundheitssystem droht eine falsche Weichenstellung – und egal ob gebrochen oder nur verstaucht: es wird schmerzhaft, wenn die Qualität sinkt.

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die Redaktion

«Die Zeitschrift für unabhängige
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Werner Kieser, Unternehmer,
über den «Schweizer Monat»