Making of 1022

Making of 1022

Alle gewinnen im Sozialstaat

Die soziale Wohlfahrt beansprucht einen immer grösseren Teil der zuverlässig wachsenden Bundesausgaben – 33 Prozent von knapp 64 Milliarden Franken. Zielführender als bewährte Rhetorik gegen den Anstieg (oder für die Verteidigung des Status quo) ist ein nüchterner Blick auf die Anreize, die das Sozialwesen aufblähen. Was wird gemessen? Nicht der Erfolg einer Massnahme, sondern deren Aufwand – und dafür bezahlt der Sozialstaat dann Pauschalen. Nun hält in der Schweiz eine neue Idee Einzug: der «Social Impact Bond». Er will Anreize setzen, indem er strikte den Erfolg einer Massnahme belohnt. Gelingt es, mehr anerkannte Flüchtlinge als früher in die Arbeitswelt zu integrieren, sollen alle von den eingesparten Kosten profitieren: private Investoren, soziale Institutionen und auch der betreffende Kanton. Denn im bestehenden System verlieren auf lange Sicht alle. Mehr von Marc Baumann und Lukas Stücklin lesen Sie weiter unten.

 

Mehr Geld für Kultur…

…aber ohne Subventionen. Das Telephonat liegt mindestens ein halbes Jahr zurück. Rudolf Wehrli, Theologe, Multi-VR und «Monat»-Autor, meinte damals zum Herausgeber, er wolle zum Thema Philanthropie etwas beitragen. Gerne! Und noch so gerne mit einer zündenden These!

 

Mit 91 über Sex reden

Sie lesen diesen Text wegen den drei Buchstaben? Gut so. Und nun lesen Sie am besten auch gleich noch Sarah Pines’ Portrait von Carl Djerassi – dem Erfinder der Anti-Baby-Pille. Klingt nach Historie und Nostalgie? Falsch. Hier erfahren Sie vor allem etwas über den unbeschwerten Sex der Zukunft – und zwar von einem sterilisierten 91jährigen Ausnahmeforscher und Multitalent.

Helvetische Dauerdepression?

Vor knapp 500 Jahren predigte Huldrych Zwingli im Grossmünster das Evangelium.  Heute finden im nebenstehenden Gebäude allerlei anregende Debattenveranstaltungen statt. So auch Mitte September, als Philipp Gut, Georg Kohler, Michael Stauffer und Thomas Zaugg im «Karl der Grosse» darüber diskutierten, was den Zusammenhalt in der heutigen Confoederatio Helvetica ausmacht. Schnell kam die These auf, dass die Eidgenossenschaft unter einer Depression leide. Das anwesende Publikum machte den gegenteiligen Eindruck. Das Transkript der Debatte finden Sie weiter unten.

 

Ist das Kunst, oder…?

Über ein Jahr lang hat Christian Saehrendt für uns die lustigste Kunstkolumne der Schweiz geschrieben. 2015 wird er sich
zwei neuen Buchprojekten widmen, die seine ganze Aufmerksamkeit erfordern – er bat daher um seine Demission.
Danke, lieber Christian, für so viel Spass an und mit der Kunst!

 

Martin, welches Datum ist heute?

Die globale Elite verkehrt untereinander per du. Wir befinden uns mitten im Gespräch mit Martin Wolf, als diesem ein grossgewachsener Schnauzträger auf die Schultern klopft. Robert Zoellik, ehemaliger Chef der Weltbank, meint zu uns: «Er weiss viel über Ökonomie, aber wenn er über den Zweiten Weltkrieg spricht, muss man genau nachfragen. Martin, welches Datum ist heute?» Wolf ist ein bisschen verdutzt, worauf Zoellik sofort einwirft: «Der 8. Mai – VE-Day. Heute vor 69 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg.» Zoellik lacht und geht weiter. Was Wolf davor und danach erzählte, lesen Sie weiter unten.

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»