Geist ist geil
Heinz Stahlhut, zvg.

Geist ist geil

Fünf Fragen an Heinz Stahlhut.

Welches Kulturerlebnis hat Sie zuletzt begeistert und warum?

Der Film «Lieber Thomas» von Andreas Kleinert, der in rauhem Schwarzweiss und durchsetzt mit traumhaft-­surrealen Sequenzen zeigt, wie sich der Schriftsteller Thomas Brasch (1945 – 2001) gegen Widerstände in Ost und West seine künstlerische Unabhängigkeit bewahrt. Albert Schuch als TB vermittelt mit jedem Blick den ­unbedingten Hunger nach Leben auch unter schwierigen Bedingungen.

Welches Werk hat eine Weichenstellung in Ihrem Leben oder in Ihrem Denken bewirkt?

Alphonse Daudets Erzählung «La légende de l’homme à la cervelle d’or» machte mir die auch destruktiven ­Tendenzen der Liebe bewusst und half mir, mich aus ­einer untragbaren Situation zu befreien.

Welches ältere Werk lohnt sich noch heute bzw. immer wieder?

Thomas Manns Tetralogie «Joseph und seine Brüder» ist zwar vom Umfang her ein rechter Brocken, aber es ist ­faszinierend zu sehen, wie Mann mit reichem Wissen und einer gehörigen Portion feiner Ironie gegen die ­totalitären Systeme seiner Zeit anschreibt.

Woran fehlt es Ihrer Meinung nach aktuell im ­Kulturbetrieb?

Nicht immer, aber häufig fehlen mir Ernsthaftigkeit und Genauigkeit, wo Spektakel und plumper Witz vorherrschen.

Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachtkästchen?

Herfried Münkler: «Marx, Wagner, Nietzsche. Welt im Umbruch».

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»