Die Macht der Sprache

Und die Sprache der Macht.

 

Sprache hält die Welt zusammen. Das Medium, in dem wir sprechen, lesen und schreiben, denken und dichten, e-mailen und twittern, ist ein spezifisch menschliches Natur- und Kulturprodukt. Sprache ist der Baustoff unserer Selbst- und Weltbilder und hält Gemeinschaften verschiedenster Grössen zusammen. Doch ob in Kunst, Krieg oder Kultur: Sprache ist auch Macht. Besteht Macht demnach immer auch aus Sprache, ist Herrschaft in der Sprache angelegt, verankert, eingegossen? Gemessen an der Intensität der Debatten der letzten Jahre über Gendersternchen und «korrekte» Begriffswahl muss es so sein. Es ist ein Politikum.

Erst wenn Wörter nach einem festgelegten Regelwerk aneinandergefügt werden, ergeben sie Bedeutung. Wer aber legt dieses Regelwerk fest oder übt Druck darauf aus? Wer beeinflusst ganz offen oder im Verborgenen, was wir sagen, schreiben und lesen, und wie haben sich diese Einflüsse durch politische Machtverschiebungen und neue Medien verändert? Ein tieferes Verständnis von Sprache wird erst möglich, wenn nicht nur wissenschaftliche, sondern auch politische Aspekte miteinbezogen werden.

Die einzelnen Sprachen selbst stehen miteinander im Wettbewerb und sind ein Machtfaktor: Trotz Brexit wird sich in Europa die Macht der englischen Sprache und Denkweise kaum ­zugunsten des Französischen zurückdrängen lassen. Die deutsche Sprachgemeinschaft hat sich aus diesem Konkurrenzkampf längst zurück­gezogen.

Dennoch lesen Sie dieses Dossier natürlich, wie jeden «Monat» in den letzten 99 Jahren, auf Deutsch.

Viel Vergnügen dabei wünscht

Die Redaktion


Für die Unterstützung dieses Dossiers danken wir der UBS Kulturstiftung und dem Sprachkreis Deutsch.

«Unverzichtbare Lektüre:
eine intellektuelle Zündkerze, die das
Weiterdenken in Gang bringt.»
Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
über den «Schweizer Monat»