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Zehn frohe Botschaften von Javier Milei: Der radikale Kurs funktioniert

Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt weist Präsident Milei eine beeindruckende Bilanz vor: sinkende Inflation, sanierte Staatsfinanzen und eine wieder wachsende Wirtschaft.

Zehn frohe Botschaften von Javier Milei: Der radikale Kurs funktioniert
Javier Milei erhält die Präsidentenschärpe von der scheidenden Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner während der Amtseinführung im Nationalkongress in Buenos Aires am 10. Dezember 2023. Bild: Wikimedia Commons

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Vor zwei Jahren, am 10. Dezember 2023, hat Javier Milei sein Amt als argentinischer Präsident angetreten. Um die Dimension des seither eingetretenen Wandels zu erfassen, lohnt der Blick auf den Ausgangspunkt: ein Land mit einer jährlichen Inflationsrate von 160 Prozent, einer diskreditierten Währung, einem durch zahlreiche Kapitalverkehrskontrollen zersplitterten Devisensystem und einem Staat am Rand der Insolvenz. Argentinien steuerte auf eine Hyperinflation zu.

Milei war angetreten mit dem Versprechen, zuerst die makroökonomische Stabilisierung herzustellen und anschliessend die Wirtschaft zu liberalisieren. Heute lässt sich präzise beurteilen, in welchem Ausmass er dieses Versprechen eingelöst hat.

Der erste und sichtbarste Erfolg ist der dramatische Rückgang der Inflation. Im November 2023 lag die Jahresrate bei mehr als 160 Prozent und stieg weiter. Heute beträgt sie rund 30 Prozent und fällt kontinuierlich. Es handelt sich keineswegs um einen reinen Basiseffekt, sondern um die Wiederherstellung der Währungsstabilität, eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Realwirtschaft wieder anspringt und Haushalte wie Unternehmen zuverlässig planen können.

Der zweite Erfolg ist die deutliche Verringerung der Risikoprämie, also der Aufschlag, den Argentinien gegenüber vergleichbaren US-Staatsanleihen zahlen muss. Ende 2023 lagen die argentinischen Zinssätze rund 25 Prozentpunkte über jenen der USA. Das war ein klares Signal dafür, dass die Märkte den Staat faktisch als insolvent einstuften. Heute liegt die Risikoprämie bei etwa 6 Prozentpunkten. Ein Rückgang dieser Grössenordnung ist einzig durch die Verbesserung der öffentlichen Finanzen zu erklären.

Der dritte Erfolg ist das Verschwinden der Wechselkurslücke.
Bis 2023 existierten zwei parallele Devisenmärkte: ein streng rationierter offizieller Markt und ein informeller, auf dem der Dollar beinahe dreimal so teuer war. Diese Verzerrung war das Ergebnis von Kapitalverkehrskontrollen und des völligen Vertrauensverlusts in den Peso. Heute ist diese Differenz praktisch auf null geschrumpft. Die Liberalisierung des Devisenmarktes und die geldpolitische Stabilisierung ermöglichten die Zusammenführung des Marktes, ohne dass es eine massive Kapitalflucht in den Dollar gab.

Der vierte Erfolg ist grundlegend: die fiskalische Sanierung. 2023 verzeichnete Argentinien ein Haushaltsdefizit von mehr als vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sowie ein quasifiskalisches Defizit (Verluste der Zentralbank ausserhalb des Haushalts) von rund zehn Prozent des BIP, verursacht durch ständige Geldschöpfung zur Bedienung der Zinsverpflichtungen der Zentralbank. Heute existiert keines von beiden mehr. Ohne Defizite und ohne endogene Geldemission verliert die Inflation ihren Treibstoff und der Peso gewinnt an Glaubwürdigkeit.

Mehr Jobs in der produktiven Wirtschaft

Der fünfte Erfolg ist der erneute wirtschaftliche Aufschwung. Mit der Stabilisierung ist die Wirtschaft in eine Erholungsphase eingetreten. Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2025 liegt vier Prozent über der des letzten Quartals 2023. Dass eine Wirtschaft während einer so tiefgreifenden fiskalischen Anpassung wächst, ist selten und zeigt, dass die institutionelle Stabilisierung den konjunkturellen Gegenwind mehr als aufgewogen hat.

Der sechste Erfolg betrifft den Arbeitsmarkt. Auch der Arbeitsmarkt hat unter dem Anpassungsprozess nicht gelitten. Im Gegenteil, heute sind 330 000 Menschen mehr beschäftigt als vor zwei Jahren. Im Privatsektor entstanden 667 000 neue Stellen, während der öffentliche Sektor 367 000 Stellen abgebaut hat. Erstmals seit Langem schafft Argentinien netto Arbeitsplätze im produktiven Bereich und baut den überdimensionierten, ineffizienten Staatsapparat ab.

Der siebte Erfolg ist der deutliche Rückgang der Armut. Die makroökonomische Stabilisierung zeigt sich auch im sozialen Bereich. Vor Mileis Amtsantritt lag die Armutsquote bei mehr als 41 Prozent der Bevölkerung, und sie wäre ohne die Eindämmung der sich abzeichnenden Hyperinflation noch deutlich höher ausgefallen. Seither ist sie auf rund 30 Prozent gefallen. Ein Rückgang um elf Prozentpunkte in nur zwei Jahren ist nicht nur mit dem fiskalischen Anpassungskurs vereinbar. Er ist vielmehr dessen direkte Folge. Verschwindet die Inflation, hören die realen Einkommen auf zu schrumpfen und beginnen wieder zu steigen.

Der achte Erfolg ist die leichte Verringerung der Ungleichheit. Entgegen vielen Prognosen ist die Ungleichheit nicht gestiegen. Im Gegenteil, die vorliegenden Daten deuten auf einen leichten Rückgang hin. Sinkende Armut verringert automatisch den Abstand zwischen unteren Einkommensgruppen und dem Rest der Bevölkerung; Ungleichheit wird von unten korrigiert – nicht durch eine Umverteilung von oben.

«Ungleichheit wird von unten korrigiert – nicht durch eine Umverteilung von oben.»

Der neunte Erfolg ist die umfassende makroökonomische Normalisierung. Der zehnte und entscheidende Erfolg ist derjenige, der all die vorherigen erklärt: die entschlossene Verkleinerung des Staates.

Die Ausgaben der Zentralverwaltung sind von 21,3 Prozent des BIP im Jahr 2023 auf 16,5 Prozent im Jahr 2025 gesunken – der niedrigste Wert seit 2008. Eine fiskalische Konsolidierung um fünf Prozentpunkte des BIP in nur zwei Jahren ist historisch aussergewöhnlich und umso bemerkenswerter, als sie ohne wirtschaftlichen Einbruch erreicht wurde. Doch sie war notwendig, um das chronische Defizit und die strukturelle Inflation zu überwinden.

Ein Staat, der weniger ausgibt, verschuldet sich nicht weiter. Ohne neue Schulden sinkt die Risikoprämie. Eine niedrigere Risikoprämie stabilisiert den Wechselkurs – und ein stabiler Wechselkurs ermöglicht eine Inflationsbekämpfung ohne Kapitalverkehrskontrollen. Diese Kausalkette bildet das Rückgrat von Mileis Strategie, und die Daten zeigen, dass sie funktioniert hat.

Der Weg dorthin ist klar: weitere Ausgabensenkungen, niedrigere Steuern, die Privatisierung staatlicher Unternehmen und der entschlossene Abbau des regulatorischen Dickichts, das die wirtschaftliche Aktivität weiterhin bremst. Weniger Staat, mehr Markt, mehr Freiheit.

Bleibt Argentinien auf diesem Kurs, wird man in zwei Jahren sagen können, dass das Land seine lange Phase des Niedergangs hinter sich gelassen hat. Die wirtschaftliche Freiheit hat die Kraft, Länder aus der Armutsfalle zu holen – auch Argentinien.

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