Making of 1034

Making of 1034
Alex Perry, Bild: Burlison Photography / www.burlisonphotography.co.uk.

Am Meer

 Der alte Hafen von London, nah an den Weltmeeren und nah an den Börsen, ist ein grossartiger Ort für ein Gespräch über Afrika. «Wenn wir an Afrika denken, sehen wir noch immer arme Kinderlein oder böse Mächte», sagt der langjährige «Time»-Reporter Alex Perry, während draussen der Wind pfeift. In der Schweiz lässt es sich leicht vergessen, wie nah der riesige Kontinent eigentlich liegt – niemals aber in London, dieser kosmopolitischsten und rauhsten aller Städte. Auch Perry ist ein Outsider. Aber einer, der vieles gesehen hat, und darum ist seine Stimme wertvoll. Denn eines kann Europa ganz sicher nicht brauchen beim Umbruch, der ihm bevorsteht: Heuchelei. Ab S. 12.


 

Alles andere als mundtot

Sergej Lebedew fand sich oft in Situationen wieder, in denen die Meinungsfreiheit eingeschränkt war. Bereits vor 1989 belauschte er heimlich seine Eltern, die «verbotene» Meinungen am Esstisch austauschten, später wurde er als Journalist auf politischen Druck hin entlassen, und bis heute weigern sich russische Verlage, die Werke des 1981 geborenen Schriftstellers zu drucken, bevor sein Erfolg im Ausland ihn gegen das Regime «immunisiert». Lebedews exklusiver Essay ab S. 70 erklärt, wie Staaten sich gegen Angriffe auf die Meinungsfreiheit immunisieren können. Und was droht, wenn sie eben das versäumen.


 

«Lügenpresse»

Unser Kolumnist und Autor Christian P. Hoffmann ist letztes Jahr auf eine Professur nach Leipzig berufen worden. Dort sah er Anhänger der Pegida-Bewegung durch die Innenstadt ziehen und eine Vertreterin der «Lügenpresse» angreifen. Das wachsende Misstrauen gegenüber Massenmedien ist nicht auf ein paar tausend Pegida-Anhänger beschränkt. Was steckt dahinter? Mehr dazu ab S. 30.


 

Tausendsassa

Michael Graziano ist Princeton-Professor für Neurowissenschaften und Psychologie. Er komponiert aber auch Streichquartette und Symphonien, schreibt ausgezeichnete Kinderbücher und Romane. Als Michael Wiederstein ihn um Mitarbeit bat, stellte er ihm einen Essay zu den gemeinsamen Wurzeln von Lachen, Weinen und Lächeln (S. 40) zu, schlug aber auch vor, dem MONAT einen Fortsetzungsroman beizusteuern. Er gehe davon aus, so Graziano, dass unser «nachdenkliches, mitteleuropäisches Publikum» eher im Stande sei, seine Prosa zu verstehen, als die eigenen Landsleute. Wir halten fest: Europas Ruf ist intakt. Wir wissen allerdings noch immer nicht, ob wir darüber nun lachen oder weinen sollen.


 

Im Kongo

Nach einer Reise in die Demokratische Republik Kongo fragte Florian Rittmeyer die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», ob diese an einem Reisebericht interessiert sei. Sie war. Der Text wurde trotzdem nie publiziert. Die Begründung: man könne den Lesern keine Reiseempfehlungen für Hochrisikogebiete zumuten. Wir drucken den Reisebericht ab S. 22 im Rahmen unseres Afrika-Schwerpunktes. -Nachahmung auf eigene Gefahr.

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»