Wie ein Profi über Kunst reden – der Schnellkurs zur Art Basel

Die Art Basel steht an. Und vor dem Besuch der weltweit wichtigsten Kunstmesse fragen sich stets Tausende: Wie rede ich da lässig und zugleich geistreich über Kunst? Erster Versuch: «Das sagt mir was!» – Etwas schwierig, wenn Sie das «Was?» dann konkret benennen müssen, nicht? Todsicher gelingt die Nummer mit dem Zusatz: «Ah, da gibt’s […]

Wie ein Profi über Kunst  reden – der Schnellkurs zur Art Basel

Die Art Basel steht an. Und vor dem Besuch der weltweit wichtigsten Kunstmesse fragen sich stets Tausende: Wie rede ich da lässig und zugleich geistreich über Kunst? Erster Versuch: «Das sagt mir was!» – Etwas schwierig, wenn Sie das «Was?» dann konkret benennen müssen, nicht? Todsicher gelingt die Nummer mit dem Zusatz: «Ah, da gibt’s die Häppchen!» Zweiter Versuch: «Das Werk gibt nicht die Wirklichkeit wieder!»

Ja, klingt schon raffiniert und geistreich. Aber nur, weil Sie keine Menschen, Tiere, Landschaften erkennen, muss das ja noch lang nichts heissen. Und überhaupt: Sie wollen die photographische «Wirklichkeit» in Kunstwerken nachgeahmt finden? Da ist die Tür! Dann besser den Klassiker «Das ist doch keine Kunst!» bemühen. Denn an der Frage haben sich schon Generationen von Fachleuten und Philosophen erfolglos abgearbeitet. Heute ist deshalb alles und nichts Kunst. Weiss auch eigentlich jeder. Die echten Kunstmarktprofis arbeiten deshalb mit echten Schlaumeier-Phrasen: «Kritischer Diskurs» (= theoretisches und vor allem moralisches Aufplustern dünner Werke); «Sehgewohnheiten hinterfragen» (= Sie sind selbst schuld, weil Sie entweder blind oder blöde sind); «Prozessuales Werk» (= immerhin der Weg zum dürftigen Kunstwerk war spannend). Nun probieren Sie aber mal selbst:

Das Werk ist: bemüht / platt / prätentiös / überschätzt / ideenlos! Bravo! Die etwas feinere Art, Ablehnung auszudrücken. Und loben geht so: Das Werk ist: emotional / subtil / bewegend / intensiv / innovativ / unprätentiös / ambitioniert / visionär / ergreifend / präzise / komplex / zu Ende gedacht / mutig / subversiv! Substantiviert man einige Adjektive, sind auch schöne Kombinationen möglich: Ergreifend emotionale Komplexität! Oder subtile Intensität des Werks! Oder gar ein Werk im Spannungsfeld von visionärer Ambition und komplexer Subtilität!

Hört sich doch schon gut an! Und zur Belohnung dürfen Sie jetzt ans Buffet!

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»