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Das Land der Löwen: Amerika ist erfolgreich, weil es Leistungsträger belohnt – doch die Meritokratie ist von innen bedroht.

Wer Löwen wertschätzt, erhält Zivilisation. Wer sie verachtet, nährt die Hyänen.

Das Land der Löwen: Amerika ist erfolgreich, weil es Leistungsträger belohnt – doch die Meritokratie ist von innen bedroht.
Der Löwe ist am stärksten, am besten, strebt nach dem höchsten Gut. Eine Gesellschaft, die diese Eigenschaften belohnt, floriert. Bild: Unsplash.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem soeben erschienenen Buch «Löwen und Hyänen. Die westliche Welt und ihre Feinde» (München: Langen Müller, 2026).

Amerika ist weder ein Land der Könige noch ist es ein Land der Bauern. Es ist ein Land der Löwen, weil unser System gebaut wurde, um Löwen zu schützen und zu belohnen. Unser System ist so konzipiert, dass es verhindert, dass die Löwen eingesperrt oder verwundet werden; es ist so konzipiert, dass Löwen sich nicht gegenseitig tyrannisieren können. Und es ist so konzipiert, dass diese Löwen aggressiv und unternehmungslustig bleiben.

Kurz gesagt, das amerikanische System fördert den amerikanischen Geist. Tocqueville beschrieb diesen Geist folgendermassen:

Für einen Amerikaner ist das ganze Leben ein Glücksspiel, eine Zeit der Revolution, ein Kampftag. Dieselben Ursachen, die gleichzeitig auf alle Individuen wirken, prägen und treiben den Nationalcharakter. Der zufällig ausgewählte Amerikaner wird daher ein Mann sein, der in seinen Wünschen glühend ist, unternehmungslustig, abenteuerlustig – vor allem ein Innovator.

Amerika bietet uns die Freiheit, Erfolg zu haben. Dadurch kann Amerika – und die Welt – die Früchte ernten. Das zeigt, dass Amerika grundsätzlich eine echte Meritokratie ist. Amerika erkennt an, dass Gott uns zwar alle gleich in unserem geistlichen Wert geschaffen hat, aber Er hat uns dabei sicherlich nicht alle gleich gemacht. Eine solche Behauptung wäre ein Verbrechen gegen den gesunden Menschenverstand. Wie John Adams schrieb: «Es wird bereitwillig zugegeben werden, dass es grosse Ungleichheiten des Verdienstes oder der Talente, Tugenden, Dienste gibt, und was von grösserer Bedeutung ist, sehr oft auch des Rufs.» Selbst Thomas Jefferson, der Autor des Satzes «alle Menschen sind gleich geschaffen», erkannte die Realität eines «natürlichen Besten» an. Adams und Jefferson waren Erzrivalen in einer Vielzahl von philosophischen und politischen Themen, aber beide verstanden: Es wäre töricht zu behaupten, jeder habe die gleichen angeborenen Eigenschaften wie jeder andere.

Das fairste verfügbare System

Jeder Einzelne ist anders. Einige von uns sind grösser, einige kleiner; einige von uns sind intelligenter, einige weniger; einige entschlossener, einige fauler. Keine zwei Individuen sind in praktisch irgendeiner Weise gleich.

Dasselbe gilt für Gruppen. Im Durchschnitt mögen Gruppen in dem einen oder anderen individuellen Mass gleichwertig sein oder nicht, aber praktisch keine zwei Gruppen sind identisch. Das ist keine Frage der Genetik. Das ist eine Frage der Statistik. Ziehen Sie eine Linie durch die Mitte irgendeines Raumes, überall auf der Welt, und die beiden resultierenden Gruppen werden sich in einer Vielzahl von Aspekten unterscheiden.

Aber gleich sind wir in unserer Fähigkeit – ja, unserer Verpflichtung – zu streben.

Einige werden gewinnen. Einige werden verlieren.

Die meisten von uns werden viel von beidem erleben.

Das ist eine Realität.

Und sie ist gut.

Das ist nicht unfair. Es ist tatsächlich das fairste verfügbare System.

«Jeder profitiert von einem System, das die Löwen belohnt.»

In einem fairen und guten System gibt es Anreize und Belohnungen für die Verdienten. Dieses System belohnt die Löwen. Der Löwe ist am stärksten, am besten, strebt nach dem höchsten Gut. Die funktionale Gesellschaft belohnt den Löwen, weil der Löwe die Gesellschaft erschafft, aufbaut und erhält. Der Löwe erzeugt positive Externalitäten. Jeder profitiert von einem System, das die Löwen belohnt. Die Gesellschaft muss den Löwen belohnen, sonst werden die Löwen sterben. Und dann auch alle anderen und alles andere. Eine Gesellschaft, die Löwen belohnt, nennt man eine Meritokratie.

Gefährliche Pseudo-Gerechtigkeit

Um eine Meritokratie zu rechtfertigen, muss man nur Verdienst definieren. Und um Verdienst zu definieren, muss man das Gute definieren. Die Philosophie der Löwen hat kein Problem damit, Verdienst zu definieren, weil die Philosophie der Löwen kein Problem damit hat, das Gute zu definieren: Das Gute liegt darin, die Pflichten des moralischen Systems zu erfüllen, das wir alle geerbt haben. Gute Jäger innovieren und produzieren. Gute Krieger verteidigen und beschützen. Gute Wirker bauen und erhalten. Verdienst erfordert Innovieren, Beschützen und Bauen in Übereinstimmung mit unseren gottgegebenen Fähigkeiten. Jedes System, das solchen Verdienst fördert, sollte unterstützt werden; jedes System, das Verdienst hemmt, sollte getilgt werden.

«Um eine Meritokratie zu rechtfertigen, muss man nur Verdienst definieren. Und um Verdienst zu definieren, muss man das Gute definieren.»

Die Meritokratie funktioniert.

Kein anderes System tut es.

Jede Alternative zur Meritokratie degradiert definitionsgemäss Verdienst als Standard für menschliche Leistung. Jeden anderen Faktor über Verdienst zu stellen bedeutet einfach, einen künstlichen Standard von Pseudo-Gerechtigkeit aufzustellen, der positive gesellschaftliche Vorteile senkt, um einige wenige Auserwählte zu belohnen. Ob es sich um Vetternwirtschaft, Tribalismus oder Oligarchie handelt, jeder Versuch, die Meritokratie zu vereiteln, bedeutet, Hyänen zu belohnen – diejenigen, die von der wahren Produktivität der Löwen schmarotzen.

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