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Auch keine Currywurst

Es muss nicht immer Kaviar sein, wusste schon Johannes Mario Simmel. Manchmal tut’s auch eine Currywurst. Die ist in der Welt der Feinschmecker das, was der Kriminalroman in der Literatur ist: im besten Fall eine deftige Gaumenfreude für den ansonsten äusserst verfeinerten Geschmack, ein Kitzel der Nerven, den viele literarische Gourmets ab und an durchaus […]

Gänsefüsschentage

«Rückblickend stören mich nur zwei Dinge. Zuviel geredet zu haben und zu schnell gegangen zu sein. Stumm stehenzubleiben wie ein Baum! Dies nicht als Ziel; nur als ein Zielen.» Was Rudolf Bussmann im 25-Stundenbuch dem Alltag, dem Verweilen abgewinnt, ist unerschöpflich. Seine Aphorismen und Bagatellen sind um Aussagen nicht verlegen, nie aber sind sie hochfahrend […]

Zürich literarisch

Zürichs literarische Topographie ist in den letzten Jahren gleich zweimal in Form von Literaturführern vermessen worden. Damit wurde nachgeholt, was Kurt Guggenheim einst behauptet hat: Wenn man auf einem Stadtplan von Zürich alle literarischen Orte mit einem Punkt bezeichnet, dann entsteht dabei eine dicht gepunktete Fläche, die sich vom Zürichhorn bis zum Platzspitz und von […]

Wenn Filme (un-)sicher machen

Man könnte sagen, Bilder durch Worte zu vermitteln, in Sprache zu übersetzen, sei müssig. Sie würden ja gerade durch ihre bildnerischen Qualitäten wie Farbe, Komposition oder Oberfläche unmittelbar, als Bilder eben, wirken. Man könnte auch sagen, Filme, also bewegte und meist vertonte Bilder, in Schrift zu übersetzen sei rundweg unmöglich. Man könnte sich dabei auf […]

Das Glück des Gehens

Der Basler Volksmund – es ist im Grimmschen Wörterbuch vermerkt – hat das Verb «spazifizozle» hervorgebracht, eine Mischung aus «spazieren» und «zotteln». Allein die Existenz dieser sanftmütig-sarkastischen Lokalform macht deutlich: unauslotbar ist die Thematik des Gehens (und suchte man sich zu retten, in die Metaphernwelt der Seefahrt zum Beispiel, es drohte immer noch der «Untergang»). […]

Verlockung des Falters

Ein Schriftsteller, der Ich-Erzähler, hat sich in einen kleinen ländlichen Ort, Feldbach, zurückgezogen, in ein Haus am Waldrand, um dort über einen Mann zu schreiben, der versucht, «einen im Mittelmeergebiet beheimateten Kleopatrafalter in die Feldbacher Gegend zu locken». Der Plan wird allerdings durchkreuzt von dem plötzlichen Erscheinen Ungerers, einer seltsamen Clochard-Figur, die den verwilderten Garten […]

Vom Meteoriten getroffen

Lee taugt als Vorname für Männer wie für Frauen. Daher entzieht sich Lee Gustavo, die Ich-Erzählerfigur in Sandra Hughes’ Debütroman, den geschlechtlichen Zuschreibungen. Lee arbeitet als patente Haushaltshilfe und liebt Frauen. Aber was heisst das schon. Halsbrecherisch schwankt Lee zwischen keckem Mädchen und dummem Jungen – was nicht das einzige ist, das an diesem verworrenen, […]

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