Bundesratsarithmetik

Gleich zwei Bundesratsmitglieder treten zurück! Die deshalb heiss diskutierte Frage: wie müssen die beiden Neubundesräte aussehen, um eine angemessene Vertretung der Bevölkerung in der Regierung zu gewährleisten? Der durchschnittliche Restbundesrat ist ja wenig repräsentativ: weiss, männlich, 58 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder.

Damit ist klar: der Bundesrat muss weiblicher werden! Selbst bei zwei Neubundesrätinnen blieben die Frauen in der Regierung aber unterrepräsentiert. Der neue Bundesrat müsste sich auch verjüngen, denn Herr und Frau Schweizer sind im Schnitt «nur» 42. Problematisch: beide Neubundesräte dürften nicht älter als 2 Jahre sein, um den richtigen Durchschnitt zu erzielen. Gut, dieses junge Alter würde helfen, die Singlequote im Bundesrat zu erhöhen. Sie lag nämlich bisher bei 0 Prozent, trotz gut 25 Prozent in der Bevölkerung! Sicher ist auch: die minderjährigen Neubundes­rätinnen wären kinderlos. Ein grosser Fortschritt im Hinblick auf die Repräsentanz, bringen die Schweizerinnen doch durchschnittlich nur 1,4 Kinder zur Welt. Klar ist auch: Katholikinnen kommen als Neubundesrätinnen nicht in Frage, sie sind bereits überrepräsentiert, genau wie Protestanten. Gefragt wäre eine Konfessionslose, die zu finden ist aber auch unter Zweijährigen schwierig: Schweizer Kinder werden meist getauft, bevor sie sich verbal dagegen wehren können. Dennoch ist Sprachlosigkeit statistisch Trumpf: immerhin 60 Prozent der Schweizer beherrschen nur eine Sprache. Der grosse Überhang polyglotter Eliten im Bundesrat könnte durch die kleinen Racker endlich ausgeglichen werden.

Weiterhin völlig unterrepräsentiert ist aber die schweigende 27-Prozent-Minderheit der hier ansässigen Steuerzahler mit ausländischem Pass. Anständig wäre es, wenn die zwei konfessions-, kinder- und sprachlosen zweijährigen Singlemädchen, die den Bundesrat ab 2019 repräsentativ machen, über EU-Pässe verfügten. So klappt’s nicht nur mit der Repräsentanz, sondern vielleicht auch mit dem Rahmenabkommen!