In dieser Ausgabe

Editorial

Editorial

Budapest im Herbst 1956 – friedliche Demonstrationen, blutige Strassenkämpfe, Proklamationen, Euphorie, am Ende rollen sowjetische Panzer. Der Aufstand der Ungarn wird nach 12 Tagen niedergeschlagen. Der Freiheitskampf endet mit mehr als 2’000 Toten; weit über 200 Personen werden später hingerichtet. Die Schweizer Bevölkerung nahm in jenen Herbsttagen grossen Anteil am Geschehen. Zwischen Hoffen und Bangen […]

(0) Ungarn 1956/2006

Zum Schwerpunkt dieses Hefts gehören nicht nur die hier versammelten Beiträge, sondern auch die Kommentare zur Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik weiter vorne. Dort wie in den Artikeln am Ende dieses Dossiers geht es um «Ungarn 2006» – um objektive Verhältnisse und subjektive Befindlichkeiten eines Landes, das seit 1989 viele Facetten europäischer Normalität zurückgewonnen hat, gleichzeitig […]

Dossier «Ungarn 1956/2006»

(0) Ungarn 1956/2006

Zum Schwerpunkt dieses Hefts gehören nicht nur die hier versammelten Beiträge, sondern auch die Kommentare zur Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik weiter vorne. Dort wie in den Artikeln am Ende dieses Dossiers geht es um «Ungarn 2006» – um objektive Verhältnisse und subjektive Befindlichkeiten eines Landes, das seit 1989 viele Facetten europäischer Normalität zurückgewonnen hat, gleichzeitig […]

(6) Solidarität und Ausgrenzung – die Ungarnhilfe

Die Solidarität der Schweizer Bevölkerung mit den ungarischen «Freiheitskämpfern» war gross: es gab eine Spendenwelle bisher unerreichten Ausmasses, unzählige Sympathiekundgebungen und politische Appelle. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes durch die sowjetische Armee entlud sich die Wut der Menschen vereinzelt gegen die Kommunisten, die «Russen» im eigenen Land.

(5) Um elf Uhr forderten wir die Einführung der Demokratie

12 Tage Aufstand, erst Hoffnung und Euphorie, dann der Einmarsch der Sowjets, schliesslich die Flucht nach Österreich, Aufnahme als politische Flüchtlinge in der Schweiz. Ausbildung, Heirat, Einbürgerung, Berufs- und Familienleben. Eszter Berger-Bone und Mátyás Gödrös, beide1956 in die Schweiz geflohen, sowie Béla Batthyány, ein Sohn der Flüchtlingsgeneration, erzählen von der Zeit zwischen 1956 und 2006.

Doktor Gräfin Hugonnai – erste Aerztin Ungarns

Auf der Suche nach Persönlichkeiten ungarischer Provenienz stösst man mit Leichtigkeit auf eine ganze Reihe von Namen, die auch ausserhalb des Landes bekannt geworden sind, vom Staatsgründer König István über Politiker wie István Széchenyi oder Ferenc Deák, Komponisten wie Béla Bartók oder Ferenc Liszt bis hin zum Maler Mihály Munkácsy. Grosse Persönlichkeiten in der Tat […]

Aktuelle Debatten

23. Oktober 1956: einmalige Welle der Solidarität
23. Oktober 1956: einmalige Welle der Solidarität

23. Oktober 1956: das Radio bringt erste Meldungen über einen Aufstand. Ausgelöst worden war er von Studenten, die zunächst Versammlungen abhielten, Rechte forderten, die für uns selbstverständlich sind, wie Meinungsäusserungsfreiheit, Versammlungs- und Redefreiheit. Zu den friedlich demonstrierenden Studenten gesellten sich rasch Arbeiter und weitere Kreise der Bevölkerung. Der Aufstand war weder geplant noch organisiert. Doch […]

Ungarn vor den Wahlen

Auf den aussenpolitischen tour d’horizon folgen nunmehr Einblicke in die innenpolitische Landschaft Ungarns. Welches sind die wichtigsten Parteien und Protagonisten – und welche Strategien verfolgen sie im Rahmen des
laufenden Wahlkampfs?

Kultur

Glück lähmt das Genie des Herzens

Fast vierzig Jahre nach der französischen Erstausgabe ist nun der Schlussband von Albert Cohens Tetralogie endlich in deutscher Sprache erschienen; im Jahre 1930 hatte Cohen (geboren 1895 in Korfu, gestorben 1981 in Genf) diese Romanreihe mit «Solal» eröffnet und mit «Eisenbeisser» 1938 fortgesetzt. «Die Tapferen» waren vom Autor ursprünglich als Teil seines umfangreichen und auch […]

Wo die Seele tanzt

Aus Sorge, die Quelle könnte bald versiegen, durchwanderte Béla Bartók zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ganz Ungarn und sammelte mehr als 10’000 Volkslieder. Die archaischen Melodien waren für ihn Ausdruck derselben künstlerischen Vollkommenheit wie die Werke grosser Komponisten.