In dieser Ausgabe

Editorial

Wo die Seele tanzt

Aus Sorge, die Quelle könnte bald versiegen, durchwanderte Béla Bartók zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ganz Ungarn und sammelte mehr als 10’000 Volkslieder. Die archaischen Melodien waren für ihn Ausdruck derselben künstlerischen Vollkommenheit wie die Werke grosser Komponisten.

Dossier

Ungarn vor den Wahlen

Auf den aussenpolitischen tour d’horizon folgen nunmehr Einblicke in die innenpolitische Landschaft Ungarns. Welches sind die wichtigsten Parteien und Protagonisten – und welche Strategien verfolgen sie im Rahmen des
laufenden Wahlkampfs?

(6) Solidarität und Ausgrenzung – die Ungarnhilfe

Die Solidarität der Schweizer Bevölkerung mit den ungarischen «Freiheitskämpfern» war gross: es gab eine Spendenwelle bisher unerreichten Ausmasses, unzählige Sympathiekundgebungen und politische Appelle. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes durch die sowjetische Armee entlud sich die Wut der Menschen vereinzelt gegen die Kommunisten, die «Russen» im eigenen Land.

(5) Um elf Uhr forderten wir die Einführung der Demokratie

12 Tage Aufstand, erst Hoffnung und Euphorie, dann der Einmarsch der Sowjets, schliesslich die Flucht nach Österreich, Aufnahme als politische Flüchtlinge in der Schweiz. Ausbildung, Heirat, Einbürgerung, Berufs- und Familienleben. Eszter Berger-Bone und Mátyás Gödrös, beide1956 in die Schweiz geflohen, sowie Béla Batthyány, ein Sohn der Flüchtlingsgeneration, erzählen von der Zeit zwischen 1956 und 2006.