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Zahl des Monats

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Zahl des Monats

Prozent betrug das Verhältnis der Verteidigungsausgaben des Schweizer Staates zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2020. So wie in Österreich auch – beide sind keine Nato-Mitgliedsstaaten. Bei Nato-Mitglied Deutschland fiel das Verhältnis mit 1,4 Prozent deutlich höher aus. Dennoch blieb der Wert ein gutes Stück hinter dem Zielwert von 2 Prozent zurück: Die Nato-Mitgliedsstaaten hatten sich auf einem Gipfel 2014 geeinigt, sich bis 2024 auf diesen Zielwert zuzubewegen, solange sie noch nicht darüber liegen. Italien liegt mit 1,6 Prozent unter der Schwelle, Frankreich mit 2,1 Prozent knapp darüber.

Weltweit sind die höchsten Anteile im Oman (10,9 Prozent) und in Saudi-Arabien (8,4 Prozent) zu verzeichnen, Russland folgt einige Plätze dahinter (4,3 Prozent). Nach Schätzungen des Stockholm International Peace Research Institutes machten Verteidigungsausgaben in China 1,7 Prozent des BIPs aus, ­etwas mehr als gemäss den offiziellen Angaben. Unter den Nato-Staaten war das Verhältnis in den USA mit 3,7 Prozent am höchsten und in Luxemburg (0,8 Prozent), Belgien (1,1 Prozent) und Slowenien (1,1 Prozent) am niedrigsten.

2020 tätigten die USA etwa 70 Prozent der Verteidigungsausgaben des Bündnisses. Ihre Bedeutung für die Nato wiegt jedoch vermutlich deutlich schwerer, auch weil die Ausgabenstatistiken nicht offenlegen, dass die USA nicht nur mehr Masse in die Waagschale werfen, sondern Leistungen im Angebot haben, die ihre Partner schlicht nicht erbringen können; beispielsweise betrieb das US-Militär in der zweiten Augusthälfte dieses Jahres eigenständig den Flughafen in Kabul.

Wie abschreckend das Verteidigungsbündnis des Westens wirkt, hängt also vor allem davon ab, wie leistungsstark das US-Militär eingeschätzt und für wie wahrscheinlich die Ein­haltung der Beistandspflicht erachtet wird. Im Umkehrschluss folgt daraus die relative Bedeutungslosigkeit der Verteidigungsanstrengungen der übrigen Länder, die als Mitgliedsstaaten der Nato explizit oder als Freunde der Nato implizit unter dem Schutz der USA stehen. Dennoch sollten die Staaten Europas einschliesslich der Schweiz bei der staatlichen Kernaufgabe Landesverteidigung weniger Trittbrett fahren und mehr Ver­antwortung übernehmen.

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