Die wichtigsten Rechtsformen – einfach erklärt
Ob unkomplizierter Start oder skalierbares Wachstum – die Wahl der richtigen Rechtsform legt den Kurs deiner Selbstständigkeit fest.
Die Wahl deiner Rechtsform gehört zu den ersten und wirkungsvollsten Entscheidungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sie bestimmt deine Haftung, den Kapitalbedarf, die Steuerbelastung, den Auftritt und die Wachstumsmöglichkeiten. Wer bewusst entscheidet, schafft Klarheit und vermeidet spätere Anpassungen. In der Schweiz sind die GmbH, die Einzelfirma, die AG und die Kollektivgesellschaft die vier verbreitetsten Rechtsformen. Jede Form bietet andere Vorteile – je nachdem, wie du starten möchtest, welches Risiko du tragen willst, wie gross dein Team ist und wie du wachsen möchtest.
GmbH – Schutz mit geringem Kapitalbedarf
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die meistgegründete Rechtsform. Diese Rechtsform schützt grundsätzlich dein Privatvermögen, wirkt seriös und ermöglicht Beteiligungen. Mit CHF 20 000 Grundkapital, dem sogenannten Stammkapital, ist sie der ideale Schritt, um deinem Start-up von Beginn an eine starke Basis zu geben.
Einzelfirma – unkompliziert starten
Wenn du allein schnell loslegen willst, ist die Einzelfirma eine einfache Lösung. Kein vorgeschriebenes Startkapital, wenig administrativer Aufwand und volle Kontrolle. Gleichzeitig musst du wissen: Du haftest persönlich und kannst keine Beteiligungen abgeben.
Aktiengesellschaft (AG) – für Wachstum und Professionalisierung
Wenn du früh wachsen, Investoren einbinden oder einen starken Auftritt haben willst, kann die AG für dich richtig sein. Sie macht Beteiligungen attraktiv und stärkt das Image. Das erforderliche Aktienkapital beträgt 100 000 Franken, wovon du bei der Gründung mindestens 50 000 Franken liberieren, sprich einzahlen, musst. Dafür bietet dir die AG klare Strukturen, Reputation und gute Voraussetzungen für grössere Finanzierungen.
Kollektivgesellschaft – gemeinsam starten, persönlich haften
Wenn ihr zu zweit oder im kleinen Team ohne Kapital starten wollt, ist die Kollektivgesellschaft eine Option. Sie ist einfach geführt, aber du haftest solidarisch mit – deshalb eignet sie sich oft als erste Etappe, bevor später eine GmbH oder AG folgt.
Wichtige Unterschiede im Überblick
Startkapital:
Einzelfirma und Kollektivgesellschaft ohne Vorgaben, GmbH ab 20 000 Franken, AG ab 100 000 Franken (davon mind. 50 000 Franken liberiert).
Haftung:
Einzelfirma und Kollektivgesellschaft persönlich, GmbH und AG beschränkt auf Gesellschaftsvermögen. Für Schulden gegenüber dem Staat, z.B. Sozialversicherungen und Steuern, haftet man stets persönlich.
Steuern:
Einzelfirma privat, GmbH und AG über die Firma, Kollektivgesellschaft kombiniert.
Buchführung:
Einzelfirma ermöglicht die einfache Buchhaltung – ab 500 000 Franken Jahresumsatz doppelt geführte Buchhaltung. GmbH und AG bedingen grundsätzlich die doppelte Buchführung.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
GmbH
+ Gesellschaftshaftung, Beteiligung möglich, tiefes Mindestkapital
– Gesellschafter im Handelsregister publiziert, Doppelbesteuerung
Einzelfirma
+ Kein Kapitalbedarf, einfache Führung, PK-Vorbezug möglich
– Persönliche Haftung, keine Beteiligung, keine Arbeitslosenversicherung
AG
+ Gesellschaftshaftung, Aktien einfach übertragbar, stärkeres Image
– Hoher Kapitalbedarf, strenge Vorschriften, Doppelbesteuerung
Kollektivgesellschaft
+ Kein Kapitalbedarf, einfache Führung, mehrere Gesellschafter/-innen
– Solidarische Haftung, keine Arbeitslosenversicherung
Entscheidend bei der Wahl der richtigen Form sind u.a. die Fragen: Wie bin ich bereit zu haften? Gründe ich allein oder im Team? Wie weit plane ich zu wachsen? Und welche Ressourcen bringe ich ein? In unseren kostenlosen Gründerkursen, Startimpulsen, Webinaren und Beratungen klärt unser erfahrendes Team deine persönlichen Fragen. Wir begleiten dich durch den kompletten Gründungsprozess – online oder persönlich – und unterstützen deinen Firmenstart.