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Das wahnhafte Vergleichen schwächt die Menschenwürde

Das Leben im digitalen Schaufenster der sozialen Medien verführt Millionen dazu, sich mit anderen Leuten zu vergleichen. Das führt zu Unzufriedenheit, Neid und Depression.

Das wahnhafte Vergleichen schwächt die Menschenwürde
Im Schaufenster der Social Media grassiert die Vergleichitis. Bild: Unsplash.

In unserem Alltag vergleichen wir uns ständig mit Nachbarn oder Arbeitskollegen. Wir betrachten unser Leben im Vergleich zum Leben anderer, vor allem dann, wenn wir das Gefühl haben, die anderen seien glücklicher als wir oder hätten, ohne es zu verdienen, viel mehr Geld und bessere, schönere Partner.

Solche Vergleiche sind eine Sünde. Sie führen zu Neid und Eifersucht, zu Habsucht und manchmal zu Bösartigkeit und Totschlag. Deswegen stellte bereits der dänische Philosoph Søren Kierkegaard (1813–1855) fest: «Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.»

Kierkegaard lebte in einer Zeit ohne Instagram, YouTube und TikTok. Es war für ihn schwerer, sich permanent zu vergleichen. Aber heute ist jeder Vergleich nur einen Klick entfernt, rund um die Uhr. Schaffe ich mehr Likes und Follower? Poste ich das schönere Leben mit dem längeren digitalen Applaus? Das Leben  im Schaufenster der sozialen Medien schraubt die Erwartungen in ungekannte Höhen. Und oft ist das, womit man sich vergleicht, mehr Schein als Sein.

Noch schlimmer ist, dass die grassierende Vergleichitis die Menschenwürde schwächt. Sie lässt vergessen, dass jeder Mensch ein Original ist, einmalig und unvergleichlich. Natürlich verbessern soziale Medien das Leben. Noch nie in der Geschichte konnten wir unabhängig von Zeit und Ort miteinander in Verbindung treten. Das darf aber nicht zum Jahrmarkt der Entwürdigung führen.

Eine humane Gesellschaft muss darauf achten, dass jeder Mensch sich selbst sein und seinen eigenen Weg suchen kann, um seine Freiheit in Eigenverantwortung zu leben. Was sollen wir also tun? Ganz einfach: Weniger Zeit auf den Social Media verbringen, um sich zu vergleichen und daran unglücklich zu werden! Den Nachbarn, der anscheinend im Geld schwimmt, vergessen! Mehr Vertrauen in den eigenen, unverwechselbaren Weg haben! Dankbar sein für alles, was man bereits hat – es ist nämlich mehr, als man denkt.

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