Professor kämpft gegen Massenimpfung

Giuseppe Gracias neuer Roman «Der Tod ist ein Kommunist» ist eine Wohltat nach der Corona-Tristesse.

Professor kämpft gegen Massenimpfung

Viele von uns könnten mittlerweile das Gefühl von Leichtigkeit vermissen. Seit 2020 werden wir mit diversen bedrohlichen Szenarien konfrontiert, manche bewahrheiteten sich, manche nicht. Die Medienberichte wirken allmählich ermüdend. Deshalb sind viele nicht abgeneigt, in eine andere Welt abzutauchen. Giuseppe Gracias Roman «Der Tod ist ein Kommunist» nimmt zwar die aktuellen Begebenheiten auf, ist aber trotzdem eine willkommene Ablenkung in dieser Zeit.

Die Geschichte beginnt mit der Internierung eines emeritierten Philosophieprofessors in eine Zürcher Psychiatrieklinik. Grund für die Zwangseinweisung waren die aggressiven Versuche des Denkers, Patienten in der Notaufnahme des Uni-Spitals davon abzuhalten, sich mit der «MultiPan-Impfung» gegen gefährliche Viren zu schützen. Der Rentner vermutet eine geheime Gesellschaft namens «Kinder der Schlange», welche die Welt durch eine Massenimpfung zu beherrschen versucht. Über eine Zeitmaschine treten Spione aus der Zukunft in die Gegenwart ein und spielen sich als Retter auf. Kurz darauf wird der beste Freund des Professors, der Journalist Hofstetter, entführt. Indem man Hofstetter in Gewahrsam nimmt, um an den Professor ranzukommen, versuchen die Menschen aus der Zukunft ein Massensterben der Menschheit zu verhindern. Eine prickelnde Romanze entsteht zwischen einer Entführerin und der Hauptfigur Hofstetter.

In diesem apokalyptischen Klima lockern die humorvoll gestalteten Dialoge die düstere Stimmung auf und sorgen für eine Achterbahn der Gefühle. Auch für Tiefgang ist gesorgt, wenn Hofstetter über den Sinn des Lebens nachdenkt. Wer Gracias katholischen Hintergrund kennt, könnte ab der im Detail beschriebenen Bettszene zwischen Hofstetter und der Entführerin überrascht sein. Gracia war für mehrere Jahre Mediensprecher des Bistums Chur, bevor er jüngst aus der Kirche austrat.

Das 150seitige Buch ist ein toller Zeitvertreib für alle, die über die Raison d’être der letzten eineinhalb Jahre sinnieren – Grund fürs Nachgrübeln gab es in der Pandemie genug. (jk)

«Unverzichtbare Lektüre:
eine intellektuelle Zündkerze, die das
Weiterdenken in Gang bringt.»
Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
über den «Schweizer Monat»