Ohne das Wirken Heinrich Zschokkes wäre der Aargau nicht der liberale Kanton, der er heute ist. Der Volkspädagoge reformierte das Bildungswesen, förderte die Aufklärung mit einer populären Zeitung und gründete die erste Ersparniskasse des Kantons, die heutige Neue Aargauer Bank.
In einem föderalistischen Gebilde wie der Schweiz gilt: Jedem seine Kunst. Das Aargauer Kunsthaus hat dem kantonalen Kunstverständnis getrotzt. Es verfügt über eine umfassende Sammlung von Schweizer Kunst vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Günter Grass lernte im Kanton Aargau nicht nur seine spätere Frau Anna kennen. In Lenzburg begegnete ihm auch ein kleiner, selbstvergessen trommelnder Junge, der ihn zur Figur des Oskar in seinem Roman «Die Blechtrommel» inspirieren sollte.
Wird ein Kanton als glaubwürdige Marke wahrgenommen, hat er im nationalen Wettbewerb um Neuzuzüger und gute Steuerzahler einen entscheidenden Vorteil. Der Aargau hat im Kantonsbranding aufgeholt.
Schön, gesund, sexuell attraktiv, körperlich und geistig maximal leistungsfähig. Und dies bis in alle Ewigkeit. Eine Vision, die von der Medizin fordert, nicht mehr nur zu heilen, sondern die menschliche Natur zu verbessern.
Cyborgs – Hybride aus Maschinen und Organismen – sind in der Literatur schon lange ein Topos. Noch mögen sie als abstruse Phantasieprodukte beiseite geschoben werden, doch Herzschrittmacher, Hörgerät und künstliche Hüfte zeigen uns: die ersten Schritte in die Cyborgisierung haben wir schon längst gemacht.
Häufig unterstellt, doch selten definiert. Eine Frage des Gefühls, der Gewohnheit, der Mode oder der Ideologie. Manche leben es, von den meisten wird es hingegen nur empfunden. Was ist das Natürliche?
Das Tier im Menschen zu zähmen, ja den Menschen ganz Geist werden zu lassen, war das Projekt des Humanismus. Es musste scheitern, da schon seine Voraussetzung falsch war: die Annahme eines Gegensatzes zwischen Mensch und Natur.