Politische und gesellschaftliche Eliten haben das Vertrauen ihrer Bevölkerung verspielt. Wollen sie es zurückgewinnen, müssen sie ihr bisheriges Betriebsmodell grundlegend überdenken.
Wenn sich immer weniger Menschen zuständig fühlen, gerät das Verhältnis zwischen Bürger, Gesellschaft und Staat in Bewegung – mit spürbaren Folgen für Vertrauen, Gemeinsinn und die staatliche Ordnung.
Die direkte Demokratie ist ein Instrument des Misstrauens, das Vertrauen fördert. Doch das ist nicht in Stein gemeisselt. Das Verhältnis zwischen Bürgern und dem politischen Establishment ist auch in der Schweiz getrübt.
US-Präsident Donald Trump hat ein spezielles Verhältnis zu den Medien. Bild: Keystone/AP Photo/Andrew Harnik.
Leitmedien manipulieren ihr Publikum durch gezieltes Weglassen, sagt YouTuber Daniel Stricker. Sozialwissenschafter Marko Kovic hält dagegen: Misstrauen wird auch bewusst geschürt. Im Gespräch ringen sie um die Frage, worauf wir überhaupt noch vertrauen können.
Erkenntnis und Fortschritt basieren auf institutionalisiertem Misstrauen. Die Wissenschaft ist keine Wahrheitsinstanz, sondern eine Institution, in welcher der Konkurrenzgeist lebt.
Wertlos gewordene Banknoten werden von Venezolanern zu kunstvollen Portemonnaies verarbeitet. Bild: Mirosław Nowaczyk/Alamy.
Viele Chefs sprechen von Vertrauen, wollen aber alles kontrollieren. Sie vergessen, dass Angestellte mehr sind als Rädchen in einer Maschine: Sie brauchen Freiräume – dann übernehmen sie auch Verantwortung.