ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv CC BY-SA 4.0 Fotograf Sonderegger, Christof

Züri von 70 bis 79

Im Plattenladen an der Löwenstrasse. Die Lebenswirklichkeit von Zürich in den Jahren 1970 bis 1979 in einem Bildband.

Grossformatige, 320seitige Print-Fotobildbände, die so schwer sind, dass man damit jemanden erschlagen könnte, scheinen etwas aus der Mode gekommen. Aber wenn man sich dann doch hinsetzt und darin zu blättern beginnt, versinkt man bald in den Welten, die sich öffnen. Dem Thema Zürich in den 1970er-Jahren hat sich der 1981 in die Stadt gezogene Raphael Zehnder angenommen und mit 300 historischen Fotos von Fotografen wie Hans Krebs, Heinz Baumann, Jules Vogt, Josef Schmid, Ruedi Steiner oder Christof Sonderegger einen Bildband zusammengestellt, der Lebenswirklichkeit der Zürcher in den Jahren 70 bis 79 aufzeigt. «Mein Zürich», schreibt Zehnder im Vorwort, «das ist nicht die Stadt der Masslosigkeit und des Gigantismus, nicht die der Villen auf dem Zürichberg und der Finanzinstitute, über die viel geschrieben wird.» Abgedruckt sind also weniger Banker und Zünfter, sondern mehr italienische Gastarbeiter, kambodschanische Flüchtlinge und Figuren der Langstrasse. Dazu gibt es Fotos von Rockkonzerten, 1.-Mai-Umzügen und von autofreien Sonntagen. Zehnders «fast zügellos subjektive» Sicht trübt das Umblättervergnügen jedoch keineswegs. Das Werk hält Realitäten fest, wie sie so rasch vorüberziehen. Man wünschte sich weitere Bände mit anderen Städten und anderen Jahrzehnten. (rg)

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
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