Zieh es durch!

Ich moderiere regelmässig «L’Italia che funziona», eine Wirtschaftssendung im italienischen TV. Die Sendung portraitiert Unternehmer, junge und ältere, die den Mut hatten, eine gute Idee im Markt durchzusetzen – und dabei Erfolg hatten. Die Sendung soll eine Art Antidot sein gegen das wirtschaftlich düstere Klima im Belpaese, das mit seiner sich selbst perpetuierenden Stagnationsangst das […]

Ich moderiere regelmässig «L’Italia che funziona», eine Wirtschaftssendung im italienischen TV. Die Sendung portraitiert Unternehmer, junge und ältere, die den Mut hatten, eine gute Idee im Markt durchzusetzen – und dabei Erfolg hatten. Die Sendung soll eine Art Antidot sein gegen das wirtschaftlich düstere Klima im Belpaese, das mit seiner sich selbst perpetuierenden Stagnationsangst das Wirtschaftswachstum geradezu ersticken lässt.

Wenn mir die Interviewten vor laufenden Kameras ihre Geschichten erzählen, komme ich jeweils aus dem Staunen kaum mehr heraus. Viele dieser «Erfolgreichen» berichten von harten Zeiten für sie und ihre Idee – und trotzdem haben sie es irgendwie geschafft durchzuhalten. Ja mehr noch: die schwierigen Zeiten trugen für einige von ihnen gar dazu bei, dass etwas Fruchtbares entstand. In solchen Situationen wird mir jeweils bewusst, wie wenig selbstverständlich die ängstliche Lebenssituation sein müsste, in die sich viele Europäer gerade fügen.

Was die Spreu vom Weizen trennt, ist der Glaube an die eigene Idee, das Herzblut, das auch in harten Zeiten fliessen muss. Erzähle ich dann solche Erfolgsgeschichten in meinem Umfeld, so begutachten einige Bekannte von mir den Unternehmer, zucken mit den Schultern und sagen: «Das musste so kommen, seine Umstände waren glücklich und letztlich hat er seinen Reichtum vielleicht gar nicht verdient.» Aber: ist Missgunst grundsätzlich angebracht?

Erstens: auf jeden erfolgreichen kommen zehn erfolglose Unternehmer. Und ja, es stimmt, Glück spielt zweifellos in jedem Lebenslauf eine Rolle. Aber es gilt ebenso: das Glück muss erkannt und umgemünzt werden. Hierfür braucht es vor allem eines: den klaren Fokus und Durchhaltewillen. Das Gegenteil europäischer Lethargie also.

Und: wer als Taktgeber nur an Geld und Ruhm denkt – «incentives», wie man so schön sagt –, der bleibt zumeist auf der Strecke. Für mich ist das ein Aufruf: Wer aber an seine, an die gute Idee glaubt, der steht immer wieder auf.

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»