Zahl des Monats

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Jahre leben litauische Frauen länger als litauische Männer. Damit steht Litauen gemäss UNO-Daten bezüglich des Unterschieds der Lebenserwartung bei Geburt zwischen Frauen und Männern im Jahre 2020 international an der Spitze. Es folgen Russland mit einer Differenz von 10,6 Jahren, ­Belarus (9,8), Ukraine (9,7), Lettland (9,7) und – das erste Land aus einer anderen Region – El Salvador (9,4).

Anders als noch im 18. Jahrhundert ist heute die Lebenserwartung von Frauen in allen Ländern höher als die von Männern. Doch die Lücke variiert international stark. In ­Bhutan, Guinea, Mali, Burkina Faso, Sierra Leone und Togo liegt sie unter zwei Jahren. In der Schweiz können Frauen ­erwarten, 3,7 Jahre länger zu leben, in Deutschland 4,7 und in Österreich 4,6.

Es gibt überzeugende Hinweise darauf, dass biologische Faktoren zum Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern beitragen. So sind männliche Neugeborene und Babys weniger widerstandsfähig und versterben ­häufiger. In späteren Lebensjahren reduzieren weibliche ­Sexualhormone das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ­während männliche Sexualhormone das gleiche Risiko ­steigen lassen.

Wären allein biologische Faktoren für die unterschiedlichen Lebenserwartungen von Frauen und Männern verantwortlich, wäre zu erwarten, dass sie im Zeitverlauf und über die Länder hinweg relativ konstant sind. Dass dem nicht so ist, ist auf Verhaltensunterschiede zwischen Frauen und Männern zurückzuführen. Beispielsweise sind Männer ­tendenziell mehr arbeitsbedingtem Stress ausgesetzt und schaden ihrer Gesundheit durch ungesundes Konsum­verhalten wie Alkohol- und Zigarettenkonsum stärker als Frauen. Zudem gehen sie häufiger relativ riskanten ­Tätigkeiten nach und sterben häufiger am Arbeitsplatz, bei Autounfällen, beim Sport oder im Krieg.

Das gesetzliche Renteneintrittsalter ist für Frauen und Männer in den meisten europäischen Ländern identisch. In ­einigen Ausnahmefällen jedoch liegt das Renteneintrittsalter der Männer gar über dem der Frauen. Das gilt auch für die Schweiz, die diesen Gender-Gap als progressives Land bei nächster Gelegenheit mindestens kassieren sollte.

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Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
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