Wort und Bild und Welt

Über Inge Feltrinelli

Wort und Bild und Welt

Inge Feltrinelli gehört die Welt. So zumindest liest sich ihr Leben im letzten Jahr erschienenen Bildband der 1930 geborenen Verlegerin. Bevor Inge Feltrinelli zur Grande Dame der italienischen Verlagslandschaft avanciert, die zugleich im Stiftungsrat der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung des Suhrkamp-Verlages sitzt, ist sie Inge Schönthal aus Essen. Sie ist Photoreporterin, und sie ist ständig unterwegs.

Sie fährt nach Paris, New York und Kuba, schiesst Bilder von Simone de Beauvoir, Henry Miller oder Ernest Hemingway. Sie besucht die einschlägigen Parties, wird eingeführt in die Kreise der High Society und versteckt ihre Photoausrüstung unter billigen, aber geräumigen Kleidern. 1952 erblickt sie an einer Ampel Greta Garbo und drückt ab.

Aus einem «dumpfen Deutschland» ins bewegte Italien sei sie in den 1950ern gezogen, heisst es in der Reportage im Magazin «Du», das 2002 über ihren verstorbenen Exmann erscheint. Lanciert hat die Ausgabe der damalige Chefredaktor und Kollege Marco Meier; er ist der Feltrinelli nach eigenen Angaben seit 18 Jahren erlegen und bringt die Schönthal-Bilder jetzt auch in die Schweiz. Und er trifft sie bald in Luzern.

 


Die Ausstellung «Inge Feltrinelli. Fotoreporterin» der Fotokammer, Bundesstrasse 28, Luzern, zeigt bis Ende Mai exklusiv 40 Bilder Inge Feltrinellis aus den 1950er Jahren. Marco Meier spricht mit ihr am 15. Mai in der Gesprächsreihe KKL Impuls – der «Monat» ist Medienpartner – über das Verhältnis von Wort und Bild und Welt. Details unter www.kkl-luzern.ch

 

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