Wir machen das!

Neue Schweizer Firmen, die an einer besseren Zukunft arbeiten.

Stromversorgung: Power Blox AG, Laufenburg (AG), seit 2011

Um Menschen weltweit den Zugang zu Strom zu erleichtern und eine, laut Firmengründer Alessandro Medici, «Demokratisierung der Energieversorgung» anzupeilen, hat das Aargauer Unternehmen den Power-Blox-Würfel entwickelt. Der Würfel nimmt Licht über ein Solarpanel auf, speichert die Energie in der Batterie und generiert Strom. So kann ein Stromnetz mit 230 Volt Wechselstrom automatisch generiert werden. Durch die Möglichkeit des Aufeinanderstapelns von einzelnen Power-Blox-Würfeln vergrössert sich zudem die Stromleistung und das Netz wird stabiler. Die Geräte sind einfach zu benutzen und sollen unter anderem in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen – zum Beispiel in Schulen, Spitälern, in der Landwirtschaft oder in Katastrophenfällen.

 

Krebsforschung: Piqur Therapeutics AG, Basel, seit 2011

2012 starben weltweit rund acht Millionen Menschen an Krebs. Obwohl Krebstherapien und Medikamente für die verschiedenen Krebsarten vorliegen, sind die therapeutischen Massnahmen bisher limitiert. Die Piqur Therapeutics AG in Basel setzt ihren Schwerpunkt auf die Entdeckung und Entwicklung von innovativen Anti-Krebs-Medikamenten und -Therapien. Das Ziel ist es, höhere Überlebenschancen von Krebspatienten zu erreichen sowie ihre Lebensqualität zu verbessern. In menschlichen Zellen wurden Bahnen für Enzyme, die für die Zellteilung bedeutsam sind, als häufigste Auslöser für Krebs identifiziert. Chemische Moleküle von Piqur sollen hier intervenieren, also diese Bahnen aufbrechen.

 

Gewächshaustechnologie: CombaGroup SA, Molondin (VD), seit 2013

Weniger Wasserverbrauch, weniger Umweltverschmutzung durch Düngemittel und keine langen Transportwege – das versprechen die Gewächshäuser des Waadtländer Salatproduzenten CombaGroup. Ermöglicht wird das durch ein innovatives Prinzip: Die Wurzeln des Salats befinden sich an der frischen Luft und absorbieren eigenständig Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe aus ihrer Umwelt. Anhand eines IT-Systems erfassen Roboter die zusätzlich benötigte Menge an Wasser und Mineralsalzen und besprühen die Salatwurzeln damit in regelmässigen Intervallen. Was die Pflanzen nicht verbrauchen, wird wiedergewonnen und rezykliert. Durch dieses Verfahren benötigt der Salatanbau weniger Platz, die Salate können näher beim Konsumenten produziert werden und kommen frischer auf den Tisch.

 

Wärmedämmung: Designergy AG, San Vittore (GR), seit 2011

Das Dach von einem Kostenfaktor in eine Energie-Einnahmequelle verwandeln – das ist die Vision des Tessiner Unternehmens Designergy. Das dafür konzipierte TCR-Indachsystem kombiniert Photovoltaik, Wärmedämmung und Wetterschutz. Die Wärmedämmung aus Steinwolle senkt die Heizkosten, hinterlüftete Photovoltaik-Module sollen für eine hohe Stromrendite sorgen. Das Raumklima bleibt dabei immer gleich. Die «graue» Energie, welche beim gesamten Herstellungs- und Verarbeitungsprozess eines Daches verbraucht wird, kann innerhalb eines Jahres durch das TCR-System um ein Vielfaches wieder produziert werden. Die Energieeffizienz ist damit gewährleistet.

 

Infektionsbehandlung: Inositec AG, Zürich, seit 2015

Clostridium difficile ist der häufigste Erreger von Darminfektionen, die durch Antibiotikabehandlungen in Krankenhäusern verursacht werden. Das von Inositec entwickelte Produkt therapiert solche Infektionen: ein nicht antibiotisches Molekül neutralisiert die Gifte des Clostridium difficile. Die Neu-tralisierung dient dazu, den durch Antibiotika verursachten Schaden an der Darmwand zu verhindern sowie die Rekultivierung des Bakterienstamms ins Visier zu nehmen. Ziel der Technologie ist es, Antibiotikaresistenzen zu eliminieren und die klinischen Eingriffe, die heute mit dem Einsatz von Antibiotika angegangen werden, zu verbessern.

 

CO2-Verwertung:Climeworks AG, Zürich, seit 2009

Christoph Gebald und Jan Wurzbacher vom ETH-Spin-off Climeworks haben einen Apparat entwickelt, der Kohlenstoffdioxid, also CO2, aus der Umgebungsluft entzieht und in einem chemischen Prozess bindet. Langfristig hat sich die Cleantech-Firma zum Ziel gesetzt, das CO2 der Luft mittels Solarenergie zu entnehmen und in einen synthetischen Treibstoff umzuwandeln. Eine Anlage, die jährlich 900 Tonnen Kohlendioxid aus der Umgebung filtern soll, befindet sich derzeit im Bau.

 

Biokunststoff: Fluid Solids AG, Zürich, seit 2011

Der biologisch abbaubare Biokunststoff «Fluid Solids» soll ersetzen, was heute aus Metall, Holz, Kunststoffen produziert wird – im Besonderen soll er der Entsorgungsproblematik von Plastik ein Ende setzen. Hergestellt wird «Fluid Solids» aus Faserstoffen, Füllmaterial und Bindemitteln, die aus der Industrie und aus der Landwirtschaft bezogen werden. Die Zürcher Firma fertigt, also giesst, presst und färbt Möbel, Kleiderbügel, Uhren oder Ausstellungspuppen.

 

Biogas: Swiss Farmers Power AG, Inwil (LU), seit 2006

Aus Gülle und Mist von regionalen Betrieben, aus Grüngut vom Gartenbau, aus Bioabfällen und aus Speiseresten produziert die Swiss Farmer Power AG aus dem luzernischen Inwil Biogas als Energie für Erdgasfahrzeuge oder Heizungen – auch Dünger kann hergestellt werden. Das Roh-Biogas, entstanden in der Flüssig- und Trockenvergärung, besteht zu 55 bis 60 Prozent aus Methan (CH4), zu einem hohen Anteil aus Kohlendioxid (CO2) und zu einem geringen Anteil aus anderen Gasen. Um es vom Gasspeicher in das Erdgasnetz einspeisen zu können, wird der Methangehalt durch die Abtrennung von Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff erhöht. Nach entsprechender Druckerhöhung und Odorierung (Geruchsanpassung) gelangt das aufbereitete Gas in die bestehende Transportleitung. Die Verwertungskette ist ein natürlicher Kreislauf: Abfälle werden entsorgt und rezykliert, die gewonnenen Produkte können wiederverwendet werden, der CO2-Ausstoss wird reduziert. Die Aktionäre der Firma, die ein Aktienkapital von 8,25 Millionen Franken ausweist, sind übrigens 73 Landwirte aus der Region.

 

Wasser sparen: Swiss Ecoline AG, Chur (GR), seit 2015

Nur 2,5 Prozent des weltweiten Wassers sind Trinkwasser. Um der Wasserknappheit entgegenzuwirken, hat die Swiss Ecoline AG aus Chur eine Armatur entwickelt, die beim Händewaschen viel weniger Wasser verbraucht und dennoch einen hohen Reinigungseffekt erzielt. Der Wasserstrahl wird durch mehrere Turbulatoren und ein spezielles Mundstück in Tröpfchen aufgelöst. Der so entstehende feine Tröpfchenstrahl wäscht mit geringem Wasservolumen und verhindert das Kälteempfinden auf der Haut. Die Armatur kann an reines Kaltwasser angeschlossen werden, womit keine Kosten für die Warmwasseraufbereitung entstehen und 90 Prozent weniger Wasser verbraucht wird.

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Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»