Wilhelm Tells Weltreise

Brasilien, Sommer 2014. Die Schweiz spielt nicht nur im Stadion, sondern vor allem auch ausserhalb: Präsenz Schweiz plant, bis zur nächsten Olympiade mit einem «House of Switzerland» durch Brasilien zu touren, Swissnex hat soeben einen Schweizer Innovations- und Technologiehub in Rio eröffnet und Pro Helvetia möchte künftig Schweizer Künstlern eine attraktive brasilianische Bühne bieten. Da […]

Wilhelm Tells Weltreise

Brasilien, Sommer 2014. Die Schweiz spielt nicht nur im Stadion, sondern vor allem auch ausserhalb: Präsenz Schweiz plant, bis zur nächsten Olympiade mit einem «House of Switzerland» durch Brasilien zu touren, Swissnex hat soeben einen Schweizer Innovations- und Technologiehub in Rio eröffnet und Pro Helvetia möchte künftig Schweizer Künstlern eine attraktive brasilianische Bühne bieten. Da gerät der Fussball schon mal zur Nebensache. Doch wir vergessen, das wohl attraktivste Schweizer Produkt im Ausland anzupreisen: unser politisches System, unser Schweizer Demokratielabor mit fein ausgeklügelten politischen Mechanismen; wenn uns etwas eint und zu unserer gemeinsamen Identität beiträgt, dann wohl die Unterstützung von (direkter) Demokratie und Föderalismus. Unser Wissen über Stärken und Schwächen unseres partizipativen Systems ist in der EU, bei unseren europäischen Nachbarn oder auch in diversen Ländern im Demokratisierungsprozess stark gefragt. Die Schweiz sollte der Welt deshalb ein attraktives Angebot machen: ein «Institut Guillaume Tell»! Keine neue Schiesssportanlage mit archaischen Waffen, sondern umherziehendes Demokratielabor, das in wichtigen Partnerländern kreativen Köpfen aus Demokratieforschung und -praxis eine Bühne zur kritischen Debatte und gutschweizerischen Kompromisssuche bietet (Branding: «The SwitzerLab for Democracy»). Das «Institut Guillaume Tell» ist Track-II-Diplomatie im besten Sinne, indem es nichtstaatliche Akteure einbindet und unab­hängig von der direkten Interessenvertretung der Schweizer Botschaften agiert. Nach dem Vorbild von Swissnex oder der Swiss Foundation for World Affairs würde das SwitzerLab als Private Public Partnership organisiert. Denn auch die Wirtschaft hat ein grosses Interesse an einer positiveren internationalen Präsenz des Landes. Gestartet wird in einer für die Schweiz – trotz allem – wichtigen Hauptstadt wie Brüssel oder Berlin, nach ein paar Monaten zieht die Karawane weiter und baut das Institut in einer neuen Stadt auf, mit dem Fernziel einer festen Etablierung. Wilhelm Tell hat es verdient, ein bisschen mehr von der Welt zu sehen – bieten wir ihm mit dem SwitzerLab die Chance, über den eigenen Apfelrand hinauszuschauen!

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»