Wie werden wir in 50 Jahren leben und wirtschaften?

Ich glaube, die Mehrheit der globalen Probleme, mit denen wir heute kämpfen, wird in der Zukunft absolut irrelevant sein. Davon dürfen wir ungeniert ausgehen, denn das ist eine zentrale Lehre aus der bisherigen Menschheitsgeschichte. Entwickelte Länder werden künftig ihre Ökonomien auf nachfrageorientierte Modelle umstellen, Crowdfunding und Co. sind heute erste Vorboten dieser Entwicklung. Private Firmen […]

Wie werden wir in 50 Jahren leben und wirtschaften?

Ich glaube, die Mehrheit der globalen Probleme, mit denen wir heute kämpfen, wird in der Zukunft absolut irrelevant sein. Davon dürfen wir ungeniert ausgehen, denn das ist eine zentrale Lehre aus der bisherigen Menschheitsgeschichte.

Entwickelte Länder werden künftig ihre Ökonomien auf nachfrageorientierte Modelle umstellen, Crowdfunding und Co. sind heute erste Vorboten dieser Entwicklung. Private Firmen werden dann die allermeisten Aufgaben übernehmen, die heute noch im sogenannten öffentlichen Sektor angeboten, aber vielleicht nicht nachgefragt werden. Diese nachfrageorientierten Firmen werden die Rolle der alten Nationalstaaten übernehmen, wobei sie sich deren Organisationsmodellen annähern. Der grösste Teil der Wirtschaft und unseres Lebens wird sich auch von der materiellen Welt in die virtuelle verschieben, denn in der Zukunft sind die allermeisten materiellen Grundbedürfnisse gedeckt – sie werden also zunehmend irrelevant. Das, was wir heute noch «Unterhaltungsindustrie» nennen (obwohl das Wort wie ein Oxymoron klingt), wird zum Vorläufer dieser neuen Wirtschaften werden, und viele Menschen werden sich nicht mehr mit materiellen Dingen beschäftigen, sondern mit Abstraktionen, die viel detaillierter sein dürften als alles, was wir uns heute vorstellen können.

Klar, wir wissen heute wenig über zukünftige Bedürfnisse. Und wenn wir mehr wüssten, dürften sie uns absurd erscheinen. Denken Sie nur einmal darüber nach, wie unsere heutige Welt auf Leute wirken mag, die vor hundert oder fünfhundert Jahren gelebt haben! Sogar unser engster und vertrautester Gefährte, den wir immer dabei haben, beim Essen, Arbeiten oder Spielen, Tag und Nacht, und mit dem wir nicht nur sprechen, sondern von dem wir auch Befehle entgegennehmen, käme ihnen völlig absurd vor, ja wäre unvorstellbar. Ich spreche nicht von Ihrem Ehepartner. Ich spreche vom Smartphone, das längst zu unserer wichtigsten Verbindung zu den abstrakten Neuronen des Internets geworden ist – und diese Position rasant ausbauen wird.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»