Wer zögert, verliert
Wer darauf wartet, dass sich die Märkte «beruhigen», verpasst Chancen. In unsicheren Zeiten zählt nicht der perfekte Einstieg, sondern eine robuste, disziplinierte Anlagestrategie.
Die Weltpolitik kann ich nicht beeinflussen, aber meine Anlagestrategie und wie ich darauf reagiere. In einem fragilen Umfeld ist deshalb dreierlei entscheidend: Robustheit, ein langfristiger Anlagehorizont und Regelmässigkeit beim Anlegen.
Vorbei sind die Zeiten, in denen Anlageportfolios vom besten Szenario gelebt haben. Heute müssen sie krisensicher sein. Eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen hinweg sowie ein solides Risikomanagement schaffen Abhilfe. Ins Portfolio gehören kostengünstige Indexfonds oder ETF-Sparpläne auf Qualitätstitel, die auch in Krisenzeiten ihre Dividenden zahlen. Ebenfalls würde ich den ungebremsten Wachstumsmarkt Technologie und die sich erholenden Märkte China und Japan mittels Investitionen in ETFs miteinbeziehen.
Wer sich vom Lärm der Schlagzeilen treiben lässt, investiert nicht, sondern spekuliert. Die Finanzmarktpsychologie kennt das Phänomen des Aktionismus: Wir fühlen uns besser, wenn wir auf Nachrichten reagieren. Dagegen sprechen die Börsenweisheit «Hin und her macht Taschen leer» sowie statistische Auswertungen, die den «Buy & Hold»-Investoren beipflichten. Entscheidend ist es darum, an einer klaren, langfristigen Strategie festzuhalten. Dazu gehört auch der Blick auf Anlageklassen, die sich antizyklisch verhalten, wie beispielsweise Kryptowährungen oder Edelmetalle.
«Wer sich vom Lärm der Schlagzeilen treiben lässt, investiert nicht, sondern spekuliert»
Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist selten offensichtlich – sonst könnte das ja jede(r) machen. Wer konsequent und über längere Zeiträume regelmässig investiert, nutzt den Durchschnittskosteneffekt (auf Englisch Dollar Cost Averagingoder DCA): Schwankungen werden geglättet, Emotionen verlieren an Macht, die Disziplin wächst. Je höher die Volatilität, desto häufiger die Einzahlungen. So laufen meine ETF-Sparpläne monatlich, meine Bitcoin-Investitionen per wöchentliches DCA.
Eine erfolgreiche Anlagestrategie kombiniert die Faktoren Stabilität, Perspektive, Kosten- und Risikomanagement sowie Demut. Gerade wenn die Welt im Umbruch ist, trägt eine Strategie mit breit gestreuten Fonds zu einem ruhigen Schlaf bei und verhindert Selbstüberschätzung.