Wer regiert die Welt?

Wer regiert die Welt? Es gibt keine simplen, aber immerhin: es gibt Antworten.

Wer regiert die Welt?

Mit «Sid Meier’s Civilization» erschien 1991 ein Computerspiel, das die Entstehung unserer mehr als 150 000 Jahre alten Zivilisation simuliert. Mit Maus und Tastatur formt der Spieler hier seine ganz eigene Menschheitsgeschichte – von der Entdeckung des Feuers bis hin zu aufstrebenden und fallenden Weltreichen. Er kann, sofern er sich geschickt anstellt, sogar die Besiedlung eines anderen Planeten herbeiklicken und befindet sich dabei in einer konkurrenzlosen Machtposition, die seine Faszination an der Bestimmung des Schicksalslaufs ebenso befriedigt wie seinen «Willen zur Macht».

Computerspiele haben – wie alle Simulationen – ein strukturelles Problem: sie sind nicht in der Lage, die durch Rückkoppelungen geprägten Systeme der Realität abzubilden. Der moderne Mensch neigt, wie seine Simulationen, dazu, das Bild der Realität zu vereinfachen. Die Vorstellung einer zentralen Institution gleich jener eines Spielers, der im Verborgenen die Schalthebel der Macht bedient, ist Teil dieses Prozesses. Die daraus ableitbare Idee, dass eine aufgeklärte Globalregierung den Zustand der Welt verbessern könnte, ist allgegenwärtig.

Weltweit sind aber Politik, Wirtschaft und Kultur untereinander mannigfaltig verstrickt und verwoben, bedingen einander, stossen einander ab. Auf dem globalen Marktplatz herrscht ein ständiges Kommen und Gehen: Unternehmen, die gestern als exzellent galten, können heute insolvent sein. Ein Nationalstaat, der gestern ohne Einfluss war, kann heute die Führerschaft des Westens untergraben – und auch das Modell der Nationalstaaten kann schon morgen abgelöst werden, von bisher noch unbekannten Organisationsformen. Keine Konzentration von Wissen und Macht könnte all diese Prozesse durchleuchten, bedenken oder lenken.

Und dennoch bleibt die Frage – wer regiert die Welt? Es gibt keine simplen Antworten, aber es gibt Antworten. Unser Dossier spürt den Weltmächten jenseits der virtuellen Realität nach. Denn während im Computerspiel mit einem Neustart bequem ein neuer Versuch unternommen werden kann, kollabieren Imperien in der realen Welt zumeist blutig und gehen einher mit Massenmigration, epidemischen Krankheiten und Nahrungsmittelknappheit. Unsere Autoren zeigen auf, wo sich Machtblöcke bilden, wie sich ihre Gewichte verschieben und wie sich die globalen Verschiebungen auf die Schweiz auswirken. Sie erläutern, wie wir den anstehenden globalen Transformationen erfolgreich begegnen können.

«Ein Sprudelbad fürs Hirn!»
Monique Bär, Philanthropin und Gründerin der Arcas Foundation,
 über den «Schweizer Monat»