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Wenn es den Konservativen zu bunt wird

In Grossbritannien sollen vom woken Mob drangsalierte Akademiker nicht mehr allein gelassen werden.

Während im deutschsprachigen Raum überwiegend zu leugnen versucht wird, dass es eine akademische Cancel Culture gibt, ist die Debatte darüber in Grossbritannien – wo in den vergangenen Jahren zahlreiche Professoren und insbesondere Professorinnen von woken Halbstarken drangsaliert worden sind – weit vorangeschritten. Titania McGrath, der Satire-Avatar des britischen Komikers Andrew Doyle, berichtet regelmässig aus den stetig tiefer sinkenden ideologischen Niederungen der vermeintlich Progressiven und Vielfältigen, nur um stets aufs Neue von der Realität unterboten zu werden. Auf der Insel wird das Problem nun staatlicherseits angegangen: Jüngst verkündete Premierminister Boris Johnson, dass Universitäten die «historischen Zentren des freien Denkens und der Ideen» seien, weswegen die britische Regierung so genannte «Free Speech Champions» auf dem Campus einsetzen werde, um angefeindeten und zu Unrecht in Misskredit gebrachtem Lehrpersonal beizustehen. Konservative, die für die Meinungsfreiheit in die Bresche springen: ein trostloseres Armutszeugnis lässt sich der Linken nur schwerlich ausstellen. Im einstigen Land der Dichter und Denker hingegen, wo man sich in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gut und gerne fühlt, hüllt man sich derweil in Schweigen. (vsv)

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Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
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