Von der Vergangenheit lernen für die Zukunft

Seit 150 Jahren wirkt Economiesuisse als Scharnier zwischen Wirtschaft und Politik. Damit erfüllt der Verband eine wichtige Aufgabe in der schweizerischen Konsensdemokratie.

 

Jubiläen sind verführerisch. Sie animieren zum Rückblick auf Menschen und Ereignisse, auf Erfolge und Misserfolge. Sie verleiten zu Mythen und Legenden, zum Ausschmücken und Übertreiben von längst Vergangenem – Erinnerungen und Memoiren hinterlassen oft Heldengeschichten, häufig um Macht und Ansehen. Und: Sie verlocken zum Ausruhen auf den Lorbeeren.

All das wollten wir nie, wenn wir in diesem Jahr 150 Jahre Economiesuisse feiern. Eine von Selbstbeweihräucherung durchströmte Nabelschau unseres Verbandes hätte uns zutiefst widerstrebt. Nicht Eitelkeit hat uns angetrieben, sondern die Neugier: Was offenbart uns ein kritischer, wissenschaftlich geschärfter Blick in die Archive? Was lehrt uns die Geschichte der Wirtschaftspolitik unseres Landes? Und vor allem: Welche Erfahrungen in der Vergangenheit können uns Orientierung geben in dieser immer schneller und dynamischer werdenden Zeit, in der wir leben? Diese Frage steht für uns im Jahr 2020 im Zentrum.

Mit Veranstaltungen und Ausstellungen, mit Videos, Podcasts sowie Online-Aktivitäten und vor allem in Gesprächen mit Politik und Gesellschaft regen wir eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Zukunft der Schweizer Wirtschaftspolitik an. Eine Wirtschaftspolitik, die – eingebettet ins konsensuale und partizipative politische System der Schweiz – als Rahmen für die Unternehmen den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land Wohlstand und soziale Sicherheit gebracht hat.

Die Entwicklung der Schweizer Wirtschaftspolitik von der napoleonischen Kontinentalsperre bis zu Trumps «America First»-Politik und die Rolle von Economiesuisse in dieser Entwicklung hat die habilitierte Basler Wirtschaftshistorikerin Andrea Franc aufgearbeitet. In minutiöser Kleinarbeit hat sie die Archive des Vororts durchforscht und ihre Erkenntnisse zusammenfassend in den Kontext politischer und wirtschaftlicher Ereignisse in der Schweiz in den vergangenen 200 Jahren gestellt. Ihre Einblicke und Einsichten wird sie im Laufe dieses Jahres verschiedentlich präsentieren. Zum ersten Mal in diesem Sonderheft.

Der runde Geburtstag hat uns als Führungskräfte im ältesten Wirtschaftsdachverband der Welt veranlasst, grundlegende Gedanken über den Einfluss und die Bedeutung von Wirtschaftsverbänden im politischen Entscheidungsprozess unseres Landes zu machen.

Wirtschaftliche…

«Sympathisch elitär, aber nie hochnäsig!
Die Kollegen beim MONAT wissen,
dass der liberalen Haltung ein Schuss Ironie gut bekommt.»
Rainer Hank, «FAZ»-Kolumnist,
über den «Schweizer Monat»