Vokuhila-Verbot

Kollektivisten in allen Parteien.

 

Den Sozialisten in allen Parteien hat Friedrich August von Hayek seinen «Weg zur Knechtschaft» gewidmet. Mit ihrer Unterstützung der sogenannten Burka-­Initiative outen sich derzeit viele von ihnen: Nicht nur die Social-Engineering-Apologeten am ­linken und rechten Rand finden diese eine prima Sache, sondern flugs finden sich auch vermeintlich vernünftige Politiker aller Couleur, die sich durch Kollektivismus beim Kleiderschnitt die Stärkung des Feminismus, des Westens oder der Sicherheit erhoffen.

Gewiss, es dürften nicht alles Kollektivisten oder überhaupt Politiker im engeren Sinne sein, die eine Volks­initiative unterstützen, die sich erblödet, Kleidervorschriften in die Verfassung zu schreiben. Viele mögen schlicht und einfach argumentieren, eine Burka gefalle ihnen nicht, sie möchten das in der Öffentlichkeit nicht sehen. Guter Punkt – nur: abgesehen davon, dass noch kaum jemand in der Schweiz eine Burka gesehen hat – der Schreibende ­jedenfalls hat selbst im multikulturellen Kleinbasel, in dem er lebt, noch nie eine erblickt – und auch Niqabs etwa gleich selten wie Minarette sind, ist dies die Pervertierung liberaler «Politik» schlechthin.

Wird dieses Argument – was mir ganz individuell nicht ­gefällt, gehört ganz allgemein verboten – zum politischen Massstab, hätte ich ebenfalls ein paar sehr gute, ja bessere Ideen: So gibt es doch noch immer Männer, die sich nicht nur während der Fasnacht mit zweireihigen Kapitäns­anzügen samt (glänzenden!) Messingknöpfen zeigen. Dies muss rechtlich ebenso unterbunden werden wie das Tragen von Leggins, wenigstens ausserhalb von Schlafzimmer und Fitnessstudio. Und wie in Nordkorea brauchen wie einen – knappen und abschliessenden – Katalog, welche Frisuren erlaubt sind. Zumindest die Vorne-kurz-hinten-lang-­Überresten aus den 1980er Jahren sind endlich zu ver­bieten. Wer startet mit mir die sogenannte Vokuhila-­Volksinitiative?

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Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
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