Venedigs Traum des universalen Wissens

Selten ist die Biennale von Venedig in den ersten Wochen so hochgelobt worden. Nach einer Ortsbesichtigung kann Johannes M. Hedinger sagen: zu Recht! Ein Ausstellungsfahrplan.

Venedigs Traum des universalen Wissens
Marc Quinn: Breath (2012), Fondazione Giorgio Cini, photographiert von Johannes M. Hedinger.

Zu sehr verkam die Mutter aller Biennalen in den letzten Jahren zum blossen Schaufenster des brummenden Kunstmarktes. Dem wurde nun entgegengetreten: Für Kunstfreunde führt dieses Jahr kein Weg an der Biennale vorbei! Einerseits verzichtete man darauf, die Eröffnung unmittelbar vor die Kunstmesse Art Basel zu legen (um noch den letzten amerikanischen Sammler nach Venedig zu lotsen), andererseits wurde auch inhaltlich nachgebessert: es wird wieder substantieller. Insbesondere die zentrale Gruppenausstellung «Il Palazzo Enciclopedico (The Encyclopedic Palace)» von Shootingstar Massimiliano Gioni ist besser gelungen als die letzten fünf Ausgaben. Der in New York lebende Italiener Gioni belässt es nicht nur bei einem Überblick zur zeitgenössischen Kunstproduktion, sondern versammelt ausserdem ältere Arbeiten und Ausserkünstlerisches zu einer Art assoziativem Kuriositätenkabinett. «So viel in unserem Leben handelt von Verbindungen und Vernetzungen. Heute sind die Verbindungen zwischen den Dingen oft wichtiger als die Dinge selbst», erklärt sich der 1973 geborene Kurator. Gioni hat Werke und Objekte zusammengetragen, die tradierte Vorstellungen auch jenseits der Kunstwelt hinterfragen und die menschliche Grunderfahrung, ein Fremder zu sein, erneuern. Allein für diese Erfahrung lohnt es sich bereits, noch bis zum 24. November in den Süden zu reisen.

 Da ist aber noch mehr. Die Wegweiser auf den folgenden Seiten sollen Sie durch das venezianische Kunstdickicht führen, denn anders sind die 88 Nationalpavillons, die 158 Künstler der Hauptausstellung und die über 50 Kollateralevents kaum zu bewältigen. Meine Eindrücke habe ich in der populären Form einer Critics-Choice-Liste zusammengefasst, auch in der Hoffnung, Ihnen dadurch die eine oder andere Trouvaille schmackhaft zu machen. 

Mein Rat: Nehmen Sie sich ein langes Wochenende Zeit! Und planen Sie je einen halben Tag für die beiden Hallen der Hauptausstellung, einen zweiten für die Pavillons und einen dritten für die Parallelausstellungen ein. Und aller Zeitgenossenschaft zum Trotz: Vergessen Sie nicht, wohin Sie fahren; Venedig ist gesegnet mit herausragenden Bauten und Kunstwerken der Renaissance und des Barock. Genau diese Spannung zwischen gestern und heute ist es, die die Biennale von Venedig immer wieder von neuem zu einem einzigartigen Erlebnis werden lässt.

 

Die Hauptausstellung

Massimiliano Gionis Ausstellung «Il Palazzo Enciclopedico» handelt vom Wunsch, alles zu sehen, zu verstehen und zu wissen. Ein Scheitern ist damit gewiss, Gioni tut es aber mit Grandezza und mit Stil. In einer museal arrangierten Wunderkammer vermischt der knapp 40jährige gekonnt Kunstwerke, Artefakte und «Found Objects» zu einem dichten Ganzen. Bekanntes steht neben Unbekanntem, Insider neben Outsidern, Profis neben Amateuren. Der zentrale Ausstellungsraum in den Giardini startet mit dem «Roten Buch» von Carl Gustav Jung, einer Manuskriptsammlung von symbolischen Malereien, die Jungs persönliche Kosmologie spiegelt, gefolgt von Vortragsskizzen des Anthroposophen Rudolf Steiner und einer Performance von Tino Sehgals, wofür letzterer mit dem Goldenen Löwen als bester Künstler ausgezeichnet wurde. Während in diesem Teil der Ausstellung der Mystik, Religion und Privatmythologie gehuldigt wird, zeigt die zweite Ausstellungshalle im Arsenale eine Entwicklung von Naturformen hin zum Artifiziellen. Am Beginn der Ausstellung steht ein Modell des nie realisierten «Palazzo Enciclopedico» des Autodidakten Marino Auriti, dessen Lebenstraum es war, in einem 136geschossigen, 700 Meter hohen Haus das gesamte Wissen der Menschheit zu versammeln. Imposant ist es, durch das katalogisch angeordnete Arsenale zu schreiten und dergestalt das Enzyklopädische körperlich zu erfahren. Kurator Gioni untersucht hier die verschiedenen Rollen von inneren und äusseren Bildern, die vom Dokumentarischen über Träume, Visionen bis hin zur Halluzination reichen. Gelungen ist auch eine von der Künstlerin Cindy Sherman kuratierte Untersektion im Arsenale, die sich mit der figurativen Repräsentation des menschlichen Körpers befasst. 

BEST OF

1. Ragnar Kjartansson: S.S. Hangover (2013)

Täglich von 14 bis 18 Uhr kreuzt ein isländisches Fischerboot durch die Gewässer des Arsenales, darauf ein Blechbläserensemble, das unablässig dasselbe melancholische Lied spielt. Die Besucher halten in ihrem Ausstellungsmarathon inne, lauschen, verweilen. 

2. Camille Henrot: Grosse Fatigue (2013)

Die Französin gewann für ihren mit einer Hip-Hop-Predigt unterlegten Film über die Schöpfungsgeschichte des Universums den Silbernen Löwen als beste Nachwuchskünstlerin. Den Clip montierte sie aus einer Folge von Pop-up-Fenstern aus Hunderten von Filmschnipseln, die sie während ihres Atelieraufenthaltes am Smithsonian Institute Washington sammelte. 

3. Yuri Ancarani: Da Vinci (2012)

Der 25minütige Film des Italieners führt uns ins Innere unserer selbst. Im Stile eines Science-Fiction-Filmes inszeniert, zeigt er eine Operation mit dem OP-Roboter «Da Vinci», und dies hauptsächlich von innen. Horrorelemente wechseln sich hier ab mit dem Wunsch, alles zu sehen. Eine Anatomielektion fürs 21. Jahrhundert. 

4. Viviane Sassen: Lexicon (2005–2012)

Die in Afrika aufgewachsene, als Modedesignerin ausgebildete Holländerin inszeniert schwarze Körper, kontrastiert mit farbigen Kleidern und Materialien, zu hochästhetischen Fotoessays.

5. Shinichi Sawada: Untitled (2000–2012)

Der junge, mit starkem Autismus geborene Japaner spricht kaum, fand seine Sprache in phantastischen Tonskulpturen, geformt aus Hunderten von kleinen Lehmspitzen. 

Ausserdem: Robert Crumb, Steve McQueen, Hito Steyerl, Ryan Trecartin, Artur Zmijewski.

Dauer: bis 24.11.2013

 

Die Nationenpavillons

Vor über 120 Jahren als Kunstolympiade gegründet, mag der Nationenwettstreit im Zeitalter der Globalisierung mehr als antiquiert erscheinen. Dennoch wird stets von neuem im Namen der Kunst um den Goldenen Löwen gekämpft. Das mit Spannung erwartete Experiment von Deutschland und Frankreich, die ihre Pavillons tauschten, entpuppte sich leider als blosse Fingerübung: zu neutral wurden die Räume bespielt. Unter den 88 Nationenpavillons sind 10 Neuzugänge, so auch Angola, das dafür gleich den Goldenen Löwen für den besten Pavillon mit nach Hause nehmen durfte. Während man bei den 30 Pavillons in den Giardini oft Schlange stehen muss, um Einlass zu finden, sind die rund 50 ausserhalb über die gesamte Stadt verteilten Nationenrepräsentationen oft unterbesucht, was teils auch daran liegt, dass sie – teils allzu versteckt – gar nicht gefunden werden. All diese Pavillons aufzusuchen, das verlangt Ausdauer, doch wird man häufig für die Mühen belohnt: zwar nicht immer mit grossartiger Kunst, aber immerhin mit der einzigartigen Möglichkeit, Einlass und Einblick in private Häuser und Palazzi zu erhalten. Die Kunst als Türöffner zu einer anderen Zeit und zu einem Venedig jenseits der Gondeln, der Seufzerbrücke und des Markusplatzes.

BEST OF

1. Grossbritannien: Jeremy Deller

Der Gewinner des Turner Prize spielt in «English Magic» nicht nur mit Klischees der englischen Kultur (es gibt Gratistee und ein aufblasbares Stonehenge als Hüpfburg), sondern setzt sich auch mit den dunkleren Seiten des Landes auseinander, etwa mit inhaftierten Irak-Veteranen oder Prinz Harry, der geschützte Vögel abknallt. Wer Glück hat, darf auch eine der vom London Museum ausgeliehenen prähistorischen Steinäxte anfassen. Mit einem geschätzten Alter von 250 000 bis 400 000 Jahren bestimmt die ältesten Exponate der diesjährigen Biennale.

2. Kosovo: Petrit Halilaj

Der Kosovare installiert eine begehbare Baumwurzel als eine Art Nest. Einmal drin, kann man durch verschiedene Gucklöcher die Wurzeln und die Welt von unten sehen. Ein gelbes Kleid hängt an einem Bügel und lässt rätseln, in welches Loch und Welt man da nun wohl gefallen ist. 

3. Rumänien: Alexandra Pirici und Manuel Pelmus

Unter der Regie der beiden Performer spielen Schauspieler bekannte Werke aus der über 100jährigen Biennale-Geschichte nach. Das ist nicht nur ein spannendes Reenactment, sondern auch ein Beweis dafür, dass grosse Bilder auch ohne Materialschlachten und exorbitante Transport- und Versicherungskosten erzeugt werden können: von Picasso über Daniel Burens Streifen bis hin zu Cattelans erschlagenem Papst – alle sind sie da.

4. Frankreich: Anri Sala

Der gebürtige Albaner Sala zeigt für Frankreich im deutschen Pavillon ein Doppelprojekt zweier Konzertpianisten, die beide Ravels «Konzert in D für die linke Hand» spielen. Der Titel «Ravel Ravel Unravel» spielt sowohl mit dem Namen des Komponisten als auch mit dem englischen Verb «ravel» (verwirren) und seinem Antonym «unravel» (entwirren). In einem zweiten Raum versucht denn auch die DJane Chloé diese beiden Fassungen wieder zu synchronisieren.

5. Israel: Gilad Ratman

Ratman thematisiert den utopischen Wunsch nach offenen Grenzen, indem er mit seinen Mitstreitern durch die Kanäle von Venedig von unten in den israelischen Pavillon einsteigt und diesen zur Werkstatt macht. Die Gesamtinstallation «The Workshop» verknüpft Architektur, Performance, Skulptur, Film und Musik zu einem eindrücklichen Ganzen.

Ausserdem: Libanon (Akram Zaatari), Angola (Edson Chagas), Dänemark (Jesper Just).

Dauer: bis 24.11.2013 

 

Die Schweizer

Der Schweizer Pavillon ist dieses Jahr etwas enttäuschend ausgefallen, zu verhalten, kühl und streng präsentiert Valentin Carron einen Ausschnitt aus seinen laufenden Werkreihen. Da gibt es zwar eine hübsche, doppelköpfige und 90 Meter lange Bronzeschlange, die sich durch alle Räume zieht, die zerquetschten Musikinstrumente an der Wand und ein restauriertes Piaggio-Töffli im Innenhof lassen aber nicht wirklich Musik und Stimmung aufkommen. Spannender verspricht das offizielle Begleitprogramm zu werden: der vom Kunstwissenschafter und «Schweizer Monat»-Autor Jörg Scheller kuratierte «Salon Suisse» im Palazzo Trevisan zum Thema «Europäische Aufklärung in der heutigen globalisierten Kunstszene» versammelt in fünf Veranstaltungsblöcken sowohl bedeutende Wissenschafter als auch Künstler zum Dialog. 

In Gionis Hauptausstellung ist die Schweiz dafür recht ansprechend vertreten: einige Künstler figurieren dort als prominente Zentralgesteine. Nicht nur macht C.G. Jung den Auftakt im italienischen Pavillon, auch für den krönenden Abschluss darf die Schweiz verantwortlich sein: im finalen obersten Raum gibt es ein Wiedersehen mit der Skulpturengruppe «Plötzlich diese Übersicht» von Peter Fischli und David Weiss. Das aus dem Jahre 1981 stammende Werk versteht Gioni sinnbildlich für die gesamte Gruppenausstellung: «Man hat das Gefühl, dass alles einen Platz hat, und gleichzeitig ist es ein bisschen grösser als notwendig.» 

BEST OF

1. Peter Fischli / David Weiss

Die 200 kleinen, ungebrannten Tonfiguren von Peter Fischli und dem jüngst verstorbenen David Weiss begeistern das Publikum und gehören zu den Highlights der gesamten Biennale. Sie zeigen Szenen der Weltgeschichte und des alltäglichen Lebens und bestechen durch eine Mischung aus Humor, Lakonie und Selbstreflexion: da liegt «Penne Rigate» neben «Mausi hat hoch» und «Herr und Frau Einstein kurz nach der Zeugung ihres genialen Sohnes Albert». 

2. Hans Josephson

Der letztes Jahr verstorbene Bildhauer (1920–2012) kommt in Venedig zu einem verdient grossen Auftritt. Rund zwanzig aus den letzten drei Jahrzehnten stammende, archaische zwischen Golem und Grazie pendelnde Bronzetorsi entschleunigen den Gang in der Arsenale-Ausstellung.

3. Jean-Frédéric Schnyder

Die liebevollen, manchmal ironisch die Volkskunst zitierenden Malereien des mehrfachen Biennale- und Documenta-Teilnehmers passen perfekt in die Outsider-Riege von Gionis enzyklopädischem Palast. Besonders hübsch: «Bergfrühling» (1987).

4. Emma Kunz

Die Heilpraktikerin (1892–1963) ist heute vor allem für ihre grossformatigen Bilder auf Millimeterpapier bekannt, die jedoch untrennbar mit ihrer Tätigkeit als Forscherin verbunden sind. Konzentriert auf eine Forschungsfrage lotete sie oft während Tagen und Nächten mit dem Pendel die Fläche des Papiers aus, setzte Punkte und Schwerlinien zu einem mystischen Ganzen. 

5. Eduard Spelterini

Der St. Galler (1852–1931) war nicht nur ein Luftfahrtpionier, er brachte auch die Luftaufnahme als Medium entscheidend voran. Seine aus dem Heissluftballon gemachten Fotos ermöglichten erstmals den Blick aus der Vogelperspektive auf die Erde. Auch in Zeiten von Google Earth haben seine Schwarzweissfotografien nichts von ihrer Kraft verloren. 

Ausserdem: Hans Schärer, Rudolf Steiner, C.G. Jung, Pamela Rosenkranz.

Dauer: bis 24.11.2013

 

Die Kollateralevents

Alle zwei Jahre öffnen dank der Biennale auch sonst verschlossene Palazzi, Kirchen und abseits gelegene Hallen ihre Tore, um einen der meist hochkarätigen «Eventi collaterali» zu beherbergen. Ähnlich wie die externen Länderpavillons sind auch die über 50 Kollateralausstellungen oft schlecht zu finden, die Qualität ist sehr unterschiedlich. Die Reise führt Sie dafür an weniger touristische Orte, wie etwa zu den Inseln San Giorgio Maggiore oder Giudecca, wo noch ein ursprünglicheres Leben als in der überlaufenen Touristenhochburg zu beobachten ist. Sammler wie Prada oder Pinault betreiben permanente Räume, andere mieten sich während der Biennale ein, um von den Kunstströmen zu profitieren. Nicht immer gewinnt die Kunst dabei gegen den Charme von Venedig, manchmal braucht es radikale Lösungen, wie es heuer die Fondazione Prada mit dem Szeemann-Reenactment (siehe unten) unternahm, um die barocke Pracht zu kontern. Für die vorgestellten fünf Schauen sollten Sie sich Zeit nehmen. Und sollten Sie von der zeitgenössischen Kunst doch mal die Nase voll haben, besuchen Sie die Scuola San Rocco mit ihren Tintorettos oder die gotische Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari mit Tizians Grab. Das bleibt. 

BEST OF

 1. Fondazione Prada: When Attitudes Become Form

Das Ausstellungsexperiment des Jahres findet im Ca’Corner della Regina, dem Ausstellungspalast der Prada Collection, statt. Kurator Cermano Celant hat Harald Szeemanns bahnbrechende Ausstellung «When Attitudes Become Form» von 1969 in der Kunsthalle Bern reenacted. Rem Koolhaas und Thomas Demand haben hierfür die Berner Kunsthalle 1:1 nach- und in den barocken Palast eingebaut. Wer nicht die Chance einer frühen Geburt hatte, kann nun 44 Jahre danach das Erlebnis der Besichtigung nachholen. Als Zugabe gibt es eine Sammlung von Reaktionen auf die damals kopfstehende Berner Gesellschaft. Highlight: der Brief von Szeemanns Mutter, in dem sie ihn innigst bittet, endlich mit diesen unverständlichen Ausstellungen aufzuhören. Dauer: bis 3. November, www.prada.com/en/fondazione/cacorner

2. Palazzo Fortuny: Antoni Tàpies

Ein Jahr nach dem Tod Tàpies’ richtet ihm der belgische Kunsthändler und Stilpapst Axel Vervoordt im Palazzo Fortuny eine Art Gedächtnisschau ein. Gezeigt werden neben Tàpies’ Werken auch Zeitgenossen aus dessen Sammlung. Allein der vom spanischen Aristokraten Mariano Fortuny als Atelier genutzte und als Wunderkammer gestaltete Palazzo voller morbider Grandezza ist einen Besuch wert. Dauer: bis 24. November, www.fortuny.visitmuve.it

3. Palazzo Grassi: Rudolf Stingel

Grosse Geste: der französische Sammler François Pinault überlässt dem amerikanischen Maler Rudolf Stingel seinen gesamten Palast, worauf dieser sämtliche Wände und Böden auf allen drei Stockwerken mit der Reproduktion eines abgetretenen rotgemusterten Orientteppichs überziehen liess. Darin zeigt Stingel teils seine Bilder, teils lässt er die Räume auch einfach leer. Dauer: bis 31. Dezember, www.palazzograssi.it

4. Fondazione Giorgio Cini: Marc Quinn

Kurator Cermano Celant hat eine aus über 50 Werken bestehende Ausstellung des streitbaren Briten inszeniert. Das provozierende Hauptwerk sehen auch alle Touristen von weitem: neben der Kirche San Giorgio von Palladio erhebt sich die haushohe lavendelfarbene Skulptur «Breath» (2012), die die schwangere Künstlerin Alison Lapper zeigt, die ohne Arme und mit stark verkürzten Beinen geboren wurde. Dauer: bis 29. September, www.cini.it

5. Victor Pinchuk Foundation: Future Generation Art Prize

So werden Künstler gemacht: der ukrainische Sammler und Milliardär Victor Pinchuk stiftet regelmässig einen Preis von 100  000 Dollar für einen Nachwuchskünstler unter 35 Jahren. Dieser wird aus 4000 No-names von einer prominenten Jury (u.a. Hans Ulrich Obrist, Massimiliano Gioni oder Carolyn Christov-Bakargiev) und unterstützt durch ein Board aus Jeff Koons, Damien Hirst, Takashi Murakami und den Leitern des MoMAs und des Guggenheim Museums ausgelobt. Dennoch: zwei, drei Entdeckungen gibt es.Dauer: bis 1. September, www.futuregenerationartprize.org

Ausserdem: Punta della Dogana (Pinault Collection: Prima Materia), Palazzo Rossini (Thomas Zipp), Zuecca Project Space (Ai Weiwei). 

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Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
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