Tricky und vor allem zwicky

Nach «Der Schwan, die Ratte in mir» (2002) legt Dieter Zwicky unter dem Titel «Reizkers Entdeckung» einen weiteren Band mit Prosatexten vor: klassische Erzählungen, Parabeln, Allegorien, Reflexionen und Beobachtungen im weitesten Sinn. Vieles dreht sich in seinen Texten um Sprache, sei dies experimentell oder philosophisch; wenn dieser Autor will, dann erstreckt sich ein einziger Satz […]

Nach «Der Schwan, die Ratte in mir» (2002) legt Dieter Zwicky unter dem Titel «Reizkers Entdeckung» einen weiteren Band mit Prosatexten vor: klassische Erzählungen, Parabeln, Allegorien, Reflexionen und Beobachtungen im weitesten Sinn. Vieles dreht sich in seinen Texten um Sprache, sei dies experimentell oder philosophisch; wenn dieser Autor will, dann erstreckt sich ein einziger Satz – das «Heil in Locorotondo» schildernd – auf zehn Seiten. Das ist konsequent, ist doch andernorts im Buch zu lesen, dass Worte «reinste Gruppenwesen» seien: «Sie blühen nur auf, wenn sie einer Riesenzahl Kolleginnen und Kollegen andauernd zauberhafte Anträge machen dürfen.» Eigenleben und Eigendynamik der Sprache beschreibt Zwicky auf vielfältige Weise, vergisst dabei auch nicht, dass auch Worte viel Schlaf brauchen: «Sie wollen vergessen sein. Worte wollen schliesslich denken.». Die «Geschichten» des 1957 geborenen Zürchers sind schlagfertig und «tricky», immer hintersinnig und vor allem «zwicky».

vorgestellt von Markus Bundi, Baden

Dieter Zwicky: «Reizkers Entdeckung». Zürich: Bilger 2006.

«So spannend, dass man es gar nicht
abwarten kann, bis der Monat wieder vorbei ist.»
Hans-Werner Sinn, Ökonom,
über den «Schweizer Monat»