In uns allen warten Geschichten bloss darauf, erzählt zu werden. Um sie aufzuspüren, so der Schriftsteller Klaus Merz, ist die Auseinandersetzung mit bildender Kunst besonders fruchtbar. Zum Er- und Auffinden seiner Texte reist er bis heute zu den Künsten und Künstlern der Welt, die Initialzündung aber kam im Aargau – während eines Engagements als Kinderhüter in Jugendzeiten.
Paul Nizon, photographiert von Lea Crespi / fotogloria.
Der 1929 in Bern geborene Schriftsteller Paul Nizon lebt seit Jahrzehnten in Paris. Dort fand er Freiheit und künstlerischen Ausdruck wieder – beides hatte ihm die Schweiz zuvor verleidet. Wie kaum ein anderer hat er seither die Stadt an der Seine beschrieben, ihr literarische Denkmäler gesetzt. Ein Gespräch über Enge, Weite – und zu viel Weite. Aber auch über inspirierende Kollegen und skurrile Treffen mit dem eifersüchtigen Frisch und dem masslosen Dürrenmatt.
Eine Bekannte erzählte mir, dass ihr vierjähriger Enkel sie in eine peinliche Situation gebracht habe, als er auf offener Strasse lauthals – und mit der Spielpistole in der Hand – geschrien habe: «Peng, peng, peng! Alle tot!» Die Öffentlichkeit strafte die Grossmutter mit missbilligenden Blicken – sie hätte sich, sagte sie, am liebsten mitsamt ihrem […]