THE END OF…

Zukunft.

 

Es ist eine menschliche Eigenschaft, immer zu glauben, gerade jetzt sei die Zeit der grössten Veränderungen, der grössten Umbrüche aller Zeiten. Oder: Genau jetzt begänne das Zeitalter der Technologie – obwohl natürlich die Erfindung der Eisenbahn, des Autos oder des Computers ebenso «Hightech» für damalige Verhältnisse waren wie künstliche Intelligenz für heute. Gewiss ist die Digitalisierung vieler oder fast aller Lebens- und Wertschöpfungsbereiche einschneidend. Die Welt verändert, transformiert, wandelt sich aber kontinuierlich.

So kommt uns mehr und mehr abhanden, was uns träumen lässt: die Zukunft. Dass in der im Rückblick zwar prosperierenden, aber sonst eigentlich sehr starren Nachkriegszeit mit ihren ideologischen Blöcken Zukunftsforschung, Zukunftsthemen oder Zukunftsorientierung so ausgeprägt waren, ist kein Zufall. Wenn etwas eher deterministisch scheint, kann man es auch einfacher und attraktiver in die Zukunft fortschreiben.

Doch nun sind wir in einer ewigen Gegenwart angekommen. Es passiert so vieles in Echtzeit, dass uns kaum noch Fantasie für die Zukunft bleibt. Das ist einerseits gut, da pragmatisches, ewiges Gegenwartsmanagement uns vor grossen Zukunftsnarrativen und -ideologien schützen kann. Denn überall spriessen wieder diese perfekten Zukunftsentwürfe: die staatsgetriebene Innovationswelt der EU-Kommissionspräsidentin, die Null­emissionswelt der Green-Agenda-Zen­tralbanker, die Überwachungswelt der Pekinger Thinktanks sowie von den technoutopischen kalifornischen Heilsversprechern die Big-Data-Smart-Welt. Sie alle wollen genaue Narrative, genaue Welten und genaue Gesellschaften formen – die glücklicherweise alle so nicht eintreten werden.

Andererseits müssen wir manchmal auch dieser ewigen Gegenwart entkommen und einfach nachdenken. Hier ist das Rezept: immer zukunftsoffen sein, immer neugierig sein; dazu immer Pläne schmieden und Strategien ausarbeiten, sie dann aber anpassen, optimieren, kritisch hinterfragen oder gar verwerfen. Sowie immer «Schweizer Monat» lesen. Und das noch in 100 Jahren. Die Zukunft kann kommen!

«Unverzichtbare Lektüre:
eine intellektuelle Zündkerze, die das
Weiterdenken in Gang bringt.»
Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
über den «Schweizer Monat»