THE END OF…

Luftverkehrshub.

Viele Staaten haben nun wegen Corona ihre Airline mit viel Staatsgeld gerettet. Als ob Arbeitsplätze in der Luftfahrt irgendwie schützenswerter als andere Jobs wären. Das Resultat sind grösstenteils marode «Zombie»-Airlines, die Überkapazitäten schaffen und damit den Markt verzerren. Auch die Schweiz ist «ihrer» Swiss (einer Tochterfirma eines ausländischen Konzerns) finanziell massiv entgegengekommen.

Bei solchen Rettungsaktionen wird neben den Arbeitsplätzen vor allem die Anbindung des Landes an die Welt angeführt. Dies könne beispielsweise im Fall Zürich nur als «Hub» sichergestellt werden. Dabei ist gerade in Zürich dieses Argument mittlerweile zu einem Alibi für die Schaffung eines riesigen «Star Alliance»-Oligopols (mit etwa 75 Prozent Marktanteil) und entsprechend hohen Preisen bei den für den Wirtschafsstandort relevanten Langstrecken mutiert. Zürich wurde zu einer regelrechten Festung der Lufthansa-Gruppe ausgebaut (mit etwa 65 Prozent Marktanteil) – immer mit dem Argument, dass ja sonst kaum Langstreckenverbindungen ab Zürich existieren würden. Das ist natürlich Unsinn. Corona und neue, sehr sparsame Flugzeuge haben nun genau sogenannte «Point-to-Point»-Verbindungen in den Vordergrund gehievt und die Hubs irrelevant gemacht. Da gibt es herrliche Beispiele wie etwa das Zürich sehr ähnliche Boston, welches (in Normalzeiten) eine Vielzahl von Langstrecken hat, ohne einen «Hub» oder eine Heimairline zu betreiben.

Wieso? Weil sie einfach als Stadt beziehungsweise Wirtschaftsstandort attraktiv sind – so wie Zürich. Lassen wir doch nach Corona einfach die von anderen Staaten subventionierten Airlines nach Zürich kommen – denn irgendwohin müssen diese künstlich grossen Fluggesellschaften ja fliegen. Und diese steuern mit Vorliebe attraktive Destinationen mit einem kaufkräftigen Publikum an: also etwa Zürich. Mit der Staatsunterstützung der Swiss kauft man eine also aus mehreren Gründen veraltete Hub-Idee. Erstaunlich bei der ganzen Sache ist übrigens, wie in der Schweiz selbst gestandene, liberale Laisser-faire-Politiker und -Manager bei einer «eigenen» Airline feuchte Augen bekommen und alle ihre schönen Grundsätze zugunsten eines potentiellen «Zombies» über Bord werfen.

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Wolf Lotter, Autor und Mitgründer von «brand eins»,
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