THE END OF…

Schweizer Armee

 

Die Kampfjetabstimmung mit ihrem De-facto-Patt hat es wieder gezeigt: Die Hälfte der Bevölkerung versteht die Armee nicht mehr. Dummerweise ist dies auch noch der eher urbanere, international ausgerichtete sowie gut ausgebildete Teil der Schweiz. Doch anstatt dies als Alarmzeichen und Aufforderung zu Neudenken und Innovation zu verstehen, versucht man nun paternalistisch, den dummen Stimmbürger über die «echte» Bedrohungslage zu belehren. Viele Texte in Publikationen, die sonst Nudging ausnahmslos anprangern, suggerieren, dass der Souverän «das Militärische nicht versteht».

Das Wording erinnert an Vegan- oder Klima-Powerplay der Linken. Nudging pur. Was wäre denn, wenn diese eine Hälfte der Bevölkerung recht hat? Denn wir reden von einer Armee, die keinen Frauenmilitärdienst kennt und damit freiwillig auf 50 Prozent der Besten, Stärksten und Mutigsten verzichtet (purste Statistik) und sich so selber schwächt. Wir reden ausserdem von einer Armeeführung, die dauernd von Gesprächen «mit schwedischen Offizieren» (Bedrohung Russland!) oder «der Armeeführung von Singapur oder Israel» (Kampfeswille!) fabuliert, ohne zu realisieren, dass die Schweiz halt geografisch nicht Schweden ist oder geopolitisch nicht Israel. Wir hören von Armee-Topkadern, die prahlen, dass sie nur vier Stunden schlafen, was Anlass zu höchster Besorgnis gibt: Ein 4-Stunden-Schläfer soll strategische und taktische Entscheide fällen? Das machen selbst Topmanager oder echte Generäle nicht mehr – zu komplex ist die Welt geworden.

Kurzum, die Schweizer Armee erinnert an eine Mischung aus Pfadfinderei, Flugclub, «Risiko»-Brettspiel – und hat bekanntlich seit 200 Jahren keine Konflikterfahrung. Die Schweizer Armee frönt dem Relativismus in einem Geschäft, das keinen Relativismus kennt, sondern nur lakonische Ergebnisse. Die Lösung? Statt Milizarmee leistet sich die Schweiz eine gut bezahlte Söldnerarmee, eine Fremdenlegion nach französischem Vorbild. Diese zieht dann weltweit die Besten an – Frauen und Männer, die wissen, wie man tötet, weil sie bereits getötet haben. Und genug schlafen.

«MONAT für MONAT
eine sinnvolle Investition.»
Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarktökonomie,
über den «Schweizer Monat»