Thomas Sevcik, zvg.

The End of…
Postmoderne

Die Postmoderne, also die Idee, dass alles relativ, alles spielerisch, alles ein Zitat sei und alles beliebig dekonstruiert und simuliert werden könne, hat sich nicht nur mit dem Krieg in der Ukraine, sondern eben auch mit dem Beginn der wirklichen grossen Simulationen wie dem Metaverse oder den Non-fungible ­Tokens sozusagen in sich selber erledigt. Hinzu kommt das Ver­siegen des ewig billigen Geldes der Notenbanken, das gleich mehrere ­Assetklassen irrational (eben: spielerisch) aufgebläht hat.

Was kommt nach der Postmoderne? Ist es die Remoderne? Dabei besinnen wir uns zurück auf eine aufklärerische Moderne mit mehr Klarheit, mehr Resultaten und mehr Realismus. Eine auf unrelativen Prinzipien aufgebaute Digitalisierung der Welt, die aber leider auch mit mehr Planungsglauben, Konformität und weniger Kreativität ­daherkommt.

Oder es kommt zu einer Restauration, also zu einem Sieg derjenigen Kräfte, die den Menschen vom schnellen, extremen Wandel überfordert und verloren sehen. Sie wollen eine Art «Ancien Regime» von Moralität und Illiberalismus. Mit Verboten und einer Ausweitung des Staats soll ein Schutzschild gegen die Realitäten des Lebens ­errichtet werden.

Viel besser wäre die dritte Wahl, die der Neomoderne: mit mehr Fakten, mehr Kostenwahrheit, mehr Effizienz und mehr Output, aber auch mit mehr Kreativität und Mut. Die Neomoderne bedeutet ein Empowerment des Individuums – aber eingebettet in neugemachte Strukturen von privaten, pragmatischen Mittlerorganisationen, ­Ehrenämter mit Gemeinsinn und Respekt. In der Neomoderne wird dem magischen Dreieck aus Kultur, Bildung und Gesundheit eine grosse Bedeutung zukommen. Drei Aspekte, die immer mehr zu ­zentralen Konsumfeldern und gleichzeitig zu den grössten poten­tiellen Gewinnern der Digitalisierung, der Urbanisierung und der Globalisierung würden.

«Abwechslungsreich,
neugierig und unberechenbar.»
Oliver Zimmer, Historiker,
über den «Schweizer Monat»