Thomas Sevcik, zvg.

The end of…

Frau.

 

Wer hätte gedacht, dass diese Zeilen hier im Jahr 2022 ­nötig sind: Den Frauen geht es an den Kragen. Das ist unerträglich, beschämend und kommt irgendwie ­völlig überraschend. Denn die letzten Jahre haben zumindest im Westen vielen Frauen endlich all jene Möglichkeiten eröffnet, die ­eigentlich selbstverständlich sein müssten. Es begann mit Bildungschancen und führte über grössere Teilhabe an Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zu einem klar definierten Vektor: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis bei Haushaltsarbeit oder Militärdienst das ­Geschlecht keinerlei Rolle mehr spielt. Damit steigen Wohlstand, Glück und Resilienz einer Gesellschaft. Ob nun Frauen in Teil­bereichen sogar bevorzugt werden, ist müssig zu diskutieren: Das Pendel schlägt halt immer leicht aus. Die männlichen Nieten ­werden nun teilweise durch weibliche Nieten ausgetauscht. Das müssen wir alle aushalten.

Doch was Frauen nun widerfährt, ist schlichtweg schlimm: In ­einigen Teilen des Westens sind autoritäre oder illiberale Regierungen an die Macht gekommen, die explizit alte Rollenmodelle wieder einführen wollen. Dass teilweise auch Frauen alte Rollenmodelle ­zurückhaben oder erhalten wollen, ist völlig in Ordnung – doch im Westen sollte stets Entscheidungsfreiheit gelten, in welche Richtung auch immer.

Dann hören wir von Vergewaltigungen im Ukrainekrieg. Archaisches Denken trifft auf perfide Kriegstaktiken. Hier gab es keinerlei Fortschritt seit den Jugoslawienkriegen. Diskussionen über Abtreibungen kommen wieder auf, namentlich in den USA; als ob nicht endlich klar wäre, dass nur Frauen über ihren eigenen Körper ­entscheiden. Aus links-woker Ecke wird gar die Frage gestellt, ob es Frauen überhaupt gebe. Antifeministischer geht es gar nicht. ­Viele Gender-Studies-Vertreterinnen beziehen Positionen mit ­geradezu ­absurder Argumentation: Geschlechtsverstümmelung oder Ehrenmorde an Frauen können wir nicht kritisieren, weil ­diese Kritik ­kolonial-rassistisch sei? Bitte wie?

Wohin sich die Frau nun umdreht: Überall wird sie wieder ­angegriffen; auch aus völlig unerwarteten Ecken. Es war noch nie so lukrativ-einfach, eine Frau zu sein. Und zugleich noch nie so ­gefährlich.

«Der Entkalker fürs Hirn:
Nicht links, nicht rechts –
einfach intelligent!»
Dominik Imseng,
Managing Partner bei smartcut consulting,
über den «Schweizer Monat»