Stören wir den Gottesdienst der Konformisten!
Viele Menschen, auch Unternehmer, ärgern sich im Stillen über den linksgrünen Moralismus. Doch eine Wirtschaft, die sich davor drückt, öffentlich die Freiheit zu verteidigen, wird auch ihre eigene verlieren.
Der Massenwohlstand verführt viele, sich ins Haus persönlicher Interessen und Vorlieben zurückzuziehen und den Erhalt der westlichen Kultur als Perpetuum Mobile zu betrachten. Als könne sich das Fundament einer Gesellschaft von allein erhalten, ohne persönliche Opfer.
Unter vier Augen mag man sich über den linksgrünen Moralismus der Akademien, Medien und Kulturszene ärgern. Man schimpft über die steigenden materiellen und geistigen Kosten des Nanny States, über die internationalen NGOs, die im Namen einer besseren Welt Föderalismus und Demokratie abbauen. Trotz dieser Entwicklung trauen sich nur wenige, öffentlich die Stimme zu erheben.
Wenn sich der fiktive Held Jack Burton in der Actionkomödie «Big Trouble in Little China» wünscht, dass «die Flügel der Freiheit nie eine Feder verlieren», dann mag das auf der Leinwand witzig sein. Dass unsere Freiheiten heute jedoch bedroht sind, ja dass sie in jeder Generation neu verteidigt werden müssen, ist eine nicht zu leugnende Realität. Dennoch neigen viele Menschen dazu, unter ihnen hervorragende Unternehmer, dem Kampf für die Zukunft unseres Landes auszuweichen. Sie scheuen das Reputationsrisiko und denken in erster Linie an ihre Unternehmungen und Familien.
«Dass unsere Freiheiten heute bedroht sind, ja dass sie in jeder Generation neu verteidigt werden müssen, ist eine nicht zu leugnende Realität.»
Das ist verständlich. Doch schon vor 200 Jahren warnte der liberale Denker Benjamin Constant (1767‒1830), dass eine Wirtschaft, die sich darum drückt, öffentliche Freiheiten zu verteidigen, auch ihre eigene Freiheit gefährdet. «Die Wirtschaft macht sich kaum Gedanken über Unterdrückung, weil sie ihr für eine Weile entkommen kann. Sie schliesst sich in einer Sphäre ein, von der sie glaubt, dort sei die Meinungsfreiheit überflüssig. Und wenn ihr die Augen geöffnet werden, kommt das Licht zu spät.»
Es ist wichtig, an diese Warnung zu erinnern. Sie kann dazu motivieren, gegen den bequemen Mainstream des Eigeninteresses aufzustehen – und einzustehen für eine Gesellschaft der Freien und Gleichen, auch wenn es nicht populär ist.
Der Schweizer Monat wird auch 2026 mit Leidenschaft für die individuelle Freiheit und für liberale Institutionen einstehen. Im Sinne unseres neuen Newsletters «Advocatus Diaboli» verstehen wir uns als Anwälte jener, die kritisch prüfen und die auch dann wahrhaftig bleiben, wenn niemand klatscht. Wo es nötig ist, werden wir den Gottesdienst der Konformisten stören. Helfen Sie dabei mit und verschaffen Sie Stimmen ein Gehör, die die freiheitliche Identität unseres Landes verteidigen!