Stichwort: Stabilität

Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert?

Wir haben schon vor 20 Jahren auf Asien gesetzt. Heute können wir am Wachstum in Asien teilhaben und davon profitieren – und kompensieren so vor allem den teils eingebrochenen europäischen Markt der letzten Jahre. Sorgen gemacht hat uns vor allem das Geschäftsjahr 2016 – denn die Schweiz als Tourismusdestination hat unter den Terroranschlägen in Europa gelitten. Wir spürten die Auswirkungen bei unseren Besuchern aus Asien, so dass wir 2016 erstmals seit sieben Jahren einen Rückgang bei den Frequenzen hatten, für das neue Jahr sieht es wieder besser aus. 

Welche Herausforderungen sehen Sie in den nächsten fünf Jahren auf Ihren Betrieb zukommen?

Wir sehen der Zukunft zuversichtlich entgegen. Wachstum, wie meist davon gesprochen wird, ist in unserem Kerngeschäft «Transport am Berg» beschränkt – die Jungfraubahnen können nicht in alle Ewigkeit wachsen. Unsere Vision von einer Million Jungfraujochbesuchern in der Hochsaison haben wir schon 2015 erreicht, darum setzt Wachstum bei uns bei der Steigerung des Durchschnittsertrags pro Gast an. Klar ist: das Reiseland Schweiz wird nie eine Preisführerschaft haben. Das heisst, wir können uns nur über die Qualität differenzieren, also die Erwartungen der Gäste übertreffen. Wir müssen die Preise deshalb nicht nur hoch halten, sondern weiter steigern können. Dazu gehören Investitionen in die Zukunft, die langfristige Vorteile bringen. Um für die nächsten 20 bis 30 Jahre gewappnet zu sein, müssen wir wieder in die «Champions League» beim Wintersport kommen; dahin zielen unsere zukünftigen Projekte, wie die V-Bahn, die sowohl den Eigergletscher als auch den Männlichen erschliessen und damit die Reisezeit ins Skigebiet deutlich verkürzen soll.

 

 


Urs Kessler
CEO Jungfraubahnen, Interlaken